ZVEI wählt Daniel Hager zum neuen Präsidenten
Der ZVEI, der Verband der Elektro- und Digitalindustrie, hat Daniel Hager zu seinem neuen Präsidenten gewählt. In seiner Antrittsrede beim eSummit in Frankfurt richtete sich Hager direkt an Bundeskanzler Merz und forderte ein Ende des politischen Stillstands: „Wir müssen wieder stärker darauf schauen, was unseren Standort wirklich trägt: Leistung, Innovation und Wettbewerbsfähigkeit.“ Reformen bei Rente, Arbeitszeit und Sozialkosten seien längst überfällig.
Beim Thema KI sieht Hager dringenden Handlungsbedarf. Während USA und China bei industriellen Anwendungen Tempo machen, bremse hierzulande Regulierung die Entwicklung. Gerade die industrielle KI – für Robotik, Stromnetze oder Gebäudeautomation – sei eine ausgewiesene Stärke der deutschen Branche. Diese Stärke lasse sich aber nur ausspielen, wenn die regulatorischen Rahmenbedingungen stimmen. Den jüngsten Trilog-Kompromiss zum KI-Omnibus begrüßt Hager als Verbesserung, hält ihn aber für nicht weitreichend genug: „Auch bei Medizinprodukten gehört Doppelregulierung abgeschafft.“
Technologische Unabhängigkeit ist ein weiterer Schwerpunkt. Eine neue ZVEI-Studie belegt, dass sich der europäische Halbleiterbedarf bis 2040 verdoppelt. Europa müsse sein Mikroelektronik-Ökosystem deshalb zügig stärken. „Bei Schlüsseltechnologien darf Europa nicht in einseitige Abhängigkeiten rutschen“, so Hager. Ähnliches gelte für Energie: Die im Koalitionsvertrag vereinbarte Senkung der Stromsteuer auf das europäische Mindestmaß müsse endlich umgesetzt werden.
Als neue Vizepräsidenten wurden Peter Körte (Siemens), Frank Meyer (Bosch) und Peter Weckesser (Schneider Electric) gewählt.