Konkurrenten verlieren im TK-Markt weiter Anteile an die Tekekom
Der deutsche Telekommunikationsmarkt wächst gemäß der neuen Marktstudie von VATM und Dialog Consult 2026 voraussichtlich auf 61,3 Milliarden Euro Umsatz, davon entfallen 52,2 Prozent auf die Wettbewerber der Telekom. Diese steigerte seit 2021 stetig ihren Marktanteil vor allem im Festnetz und könnte – wenn diese Entwicklung anhält – in den nächsten Jahren auf höhere Umsätze kommen, als ihre Konkurrenten zusammengenommen.
Gleichzeitig treiben vor allem die Wettbewerber im Markt den Netzausbau weiter voran: Sie investierten 2025 laut der Marktanalyse 9,3 Milliarden Euro in Telekommunikations-Sachanlagen – deutlich mehr als die Deutsche Telekom mit 5,5 Milliarden Euro. Insgesamt liegt die Investitionsquote der Branche bei 24,1 Prozent des Umsatzes und damit weit über vielen anderen Industriezweigen.
Im Festnetz bleibt der Markt stark von klassischen Anschlüssen geprägt: Ende 2026 sollen noch 21,8 Millionen DSL-Anschlüsse aktiv sein, was einem Anteil von über 57 Prozent entspricht. Glasfaseranschlüsse (FTTB/H) kommen auf 7,8 Millionen aktive Anschlüsse beziehungsweise 20,5 Prozent Marktanteil. Kabelnetze (HFC) liegen mit 8,5 Millionen Anschlüssen bei 22,3 Prozent.
Beim Glasfaserausbau steigt die Reichweite deutlich: Bis Ende 2026 sollen 32 Millionen Haushalte sowie kleine und mittlere Unternehmen mit Glasfaser erreichbar sein. Das entspricht einer Quote von 69 Prozent. Die Zahl der tatsächlich versorgten Haushalte (Homes Connected) wächst deutlich auf 12,5 Millionen, das sind knapp 27 Prozent aller Haushalte. Fast 70 Prozent dieser Anschlüsse stammen von alternativen Netzbetreibern.
Aktiv genutzt werden zum Jahresende voraussichtlich 7,8 Millionen Glasfaseranschlüsse. Auch hier dominieren die Wettbewerber. Deren sogenannte Take-up-Rate liegt bei 30,2 Prozent, während die Telekom nur auf 17,9 Prozent kommt.
Der deutsche Geschäftskundenmarkt
VATM / Dialog ConsultIm Geschäftskundenmarkt baut die Telekom ihre führende Stellung weiter aus. Mit 14,5 Milliarden Euro Umsatz erreichte sie 2025 bereits eine dominante Position und soll Ende 2026 auf einen Marktanteil von rund 70 Prozent kommen. Wettbewerber müssen dagegen mit einem Umsatzrückgang um 5,6 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro rechnen.
Im Mobilfunk ist der 5G-Ausbau weit fortgeschritten. Ende 2026 sollen 99,8 Prozent aller Haushalte sowie 96,5 Prozent der Fläche Deutschlands mit 5G versorgt sein. Der Mobilfunkmarkt wächst zugleich auf 227,9 Millionen SIM-Karten, ein Plus von 13,4 Millionen binnen eines Jahres. Davon entfallen mehr als 96 Millionen SIM-Karten auf die Vernetzung von Maschinen und IT-Systemen. Vor allem Vodafone ist in diesem Bereich starkt und kommt auf 96 Millionen Karten im Markt, gefolgt von der Telekom mit 79 Millionen, O2 Telefónica mit 37 Millionen und 1&1 mit 16 Millionen.
Auch der Datenverkehr steigt weiter stark an. Im Festnetz soll das jährliche Datenvolumen 2026 auf 187,5 Milliarden Gigabyte wachsen – ein Plus von 12,3 Prozent. Das entspricht durchschnittlich 412,3 Gigabyte pro Monat je Breitbandanschluss. Im Mobilfunk steigt das Volumen um 14,4 Prozent auf mehr als 15 Milliarden Gigabyte. Pro aktiver persönlicher SIM-Karte werden monatlich durchschnittlich 11,5 Gigabyte genutzt.
Bei digitalen Kommunikationsdiensten bleiben Messenger-Angebote führend. Für 2026 werden in Deutschland 2,76 Milliarden Instant-Messaging-Nachrichten pro Tag erwartet – umgerechnet 33 Nachrichten täglich pro Einwohner.
Genutztes Datenvolumem in Deutschland
VATM / Dialog ConsultVATM-Präsidentin Valentina Daiber hebt anlässlich der Vorstellung der Marktanalyse hervor, dass die neuesten Zahlen immer auch ein Realitätscheck für die Branche und für Politik und Regulierung seien. Der Glasfaser-Ausbau komme voran, doch sei die Lücke zwischen erreichbaren und tatsächlich aktivierten Glasfaser-Anschlüssen eine zentrale Herausforderung. „Ein Glasfaser-Anschluss, der am Haus vorbeiführt, aber nicht genutzt wird, ist noch kein Erfolg für die digitale Transformation“, betont Daiber. Die politische Aufgabe lautet daher: Rahmenbedingungen schaffen, um die Nutzung zu beschleunigen und die künftige Glasfaser-Welt mit der Kupfer-Glasfaser-Midration verlässlich zu gestalten.
„Mit der Migration darf vor allem keine Re-Monopolisierung des Marktes einhergehen“, betont die Präsidentin. „Wir sehen seit langem das Erstarken der Telekom. Regulierung light, das haben die Erfahrungen gezeigt, reicht eben nicht aus, wenn strukturelle Marktmacht fortbesteht. Marktprobleme, die aus dem Verhalten eines marktmächtigen Unternehmens entstehen, brauchen klare und durchsetzbare Antworten. Deshalb muss die TKG-Novelle eine effektive asymmetrische Regulierung sicherstellen.“