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Lesedauer 3 Min.

Breko mahnt mehr Entschlossenheit beim Glasfaserausbau an

Auf der Jahrestagung in Berlin zeigte sich der Glasfaserverband Breko zwar zufrieden mit dem Ausbaufortschritt, warnte aber vor Selbstzufriedenheit. Gefordert werden klare politische Signale und Tempo bei Regulierung, TKG-Novelle und Kupfer-Glasfaser-Übergang.

Beim Glasfaserausbau in Deutschland mahnt der Breko mehr politische Entschlossenheit und Planungssicherheit an

© (Quelle: Deutsche Glasfaser)

Trotz steigender Anschlusszahlen sieht der Bundesverband Breitbandkommunikation (Breko) die Dynamik beim Glasfaserausbau in Deutschland gefährdet. „Auf keinen Fall darf der Eindruck entstehen, dass der Ausbau ein Selbstläufer ist“, sagte Breko-Präsident Norbert Westfal auf der Jahrestagung 2025 in Berlin. Der aktuelle Zuwachs beruhe auf Investitionsentscheidungen der vergangenen Jahre, so Westfal weiter. „Damit es in hohem Tempo weitergeht, braucht es jetzt entschiedenes Handeln von Politik und Regulierung.“

Der Verbandschef verwies zugleich auf erste positive Signale der neuen Bundesregierung. Das Eckpunktepapier des Digitalministeriums zum Übergang von Kupfer- auf Glasfasernetze zeige, dass die Regierung verstanden habe, Investitionsanreize zu setzen. Dennoch bleibe viel zu tun, um Planungs- und Investitionssicherheit herzustellen.

Forderungen an Bund und Bundesnetzagentur

Breko-Geschäftsführer Stephan Albers forderte ein klares Vorgehen beim geplanten „Kupfer-Glasfaser-Upgrade“. „Das Eckpunktepapier ist ein guter Auftakt, soch jetzt braucht es Tempo, Klarheit und konkrete Maßnahmen“, sagte Albers. Die Bundesregierung müsse rasch gesetzliche Grundlagen schaffen und sich in Brüssel beim Digital Networks Act klar positionieren. Auch die Bundesnetzagentur müsse „ihre Hausaufgaben machen“ und bis zum Sommer ein Regulierungskonzept vorlegen.

Mit Blick auf die anstehende TKG-Novelle warnte Albers zudem vor Fehlanreizen bei der Gebäudeverkabelung: „Beim Recht auf Glasfaser-Vollausbau in Mehrfamilienhäusern darf das Überbau-Problem nicht von der Straße in die Gebäude verlängert werden.“ Eine zu starke Regulierung bei Mitnutzungsentgelten könne Investitionen gefährden.

Kritik an 6-GHz-Strategie und neue Brancheninitiativen

Westfal äußerte sich zudem kritisch zur Haltung der Bundesregierung, das obere 6-GHz-Frequenzband exklusiv für den Mobilfunk zu reservieren. Eine solche Entscheidung wäre „eine fatale Fehleinschätzung“, da sie das Potenzial moderner Glasfasernetze ungenutzt lasse und Europa digital zurückwerfen würde.

Neben politischen Themen präsentierte der Verband auch neue Initiativen: Das Bundesdigitalministerium übernimmt künftig die Schirmherrschaft über das Nachwuchsnetzwerk „nextgen“, das junge Fachkräfte der Branche vernetzt. Zudem stellte der Breko gemeinsam mit WTT CampusONE eine neue E-Learning-Plattform vor, die praxisnahes Grundlagenwissen rund um Technik, Regulierung und Branchentrends vermittelt.

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