Jeder Dritte nutzt mindestens einmal pro Woche KI
Künstliche Intelligenz zu nutzen wird bei immer mehr Menschen zum alltäglichen Werkzeug. Das ergab eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Branchenverbandes Bitkom unter 1.003 Personen über 16 Jahren in Deutschland. Demnach nutzen 34 Prozent KI mindestens einmal in der Woche, 15 Prozent sogar täglich. 24 Prozent nutzen ebenfalls KI, allerdings weniger als einmal wöchentlich. Bei den 16- bis 29-Jährigen ist die Quote der täglichen Nutzer fast doppelt so groß wie im Durchschnitt.
Dagegen stehen aber auch 22 Prozent der Befragten, die sich der KI-Nutzung komplett verweigern und 18 Prozent, die sie noch nicht einsetzen, sich das aber zumindest vorstellen können. Bei den Älteren über 65 Jahre nutzen sogar zwei Drittel keine KI.
69 Prozent sehen KI eher als Chance, 27 Prozent eher als Gefahr. Allerdings nimmt die Skepsis leicht zu: Im Vorjahr waren es noch 74 Prozent beziehungsweise 23 Prozent. Dabei gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Altersgruppen: Während bei den 16- bis 29-Jährigen 81 Prozent KI eher als Chance sehen, sind es bei den Über-65-Jährigen nur 58 Prozent. Umgekehrt sehen 37 Prozent der Älteren KI eher als Gefahr, in der jüngsten Altersgruppe sind es nur 17 Prozent.
42 Prozent der Befragten glauben, dass KI die Gesellschaft bereits verändere, im Vorjahr lag der Anteil noch bei 32 Prozent. Insgesamt gehen drei Viertel der Deutschen (76 Prozent) davon aus, dass KI die Gesellschaft spätestens in fünf Jahren spürbar verändern wird, neun Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Nur zwei Prozent glauben, dass KI die Gesellschaft nie verändern wird.
Nur elf Prozent der Menschen begegnen der KI ohne jegliche Sorgen, das sind doppelt so viele wie im Vorjahr. Die große Mehrheit aber teilt eine oder mehrere Befürchtungen in Zusammenhang mit KI. Am weitesten verbreitet ist die Sorge vor der Verbreitung von Falschinformationen mit 50 Prozent. Ebenso viele beklagen zu wenig Regeln und Kontrollen für KI, 49 Prozent sorgen sich, dass KI zu viel Macht bekommt, ein Anstieg um 5 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. 43 Prozent haben Bedenken, dass ihre persönlichen Daten nicht sicher sind, 42 Prozent empfinden KI als oft undurchsichtig. 41 Prozent befürchten, dass KI falsche Ergebnisse liefert, 27 Prozent haben Angst, durch KI manipuliert zu werden, und 24 Prozent sehen die Gefahr, durch die Nutzung zu verdummen.
Nicht jeder Nichtnutzer lehnt die KI ab
Wer keine KI nutzt, tut dies nur selten aus einer grundsätzlichen Ablehnung gegenüber der Technologie heraus: Nur 13 Prozent der Nichtnutzer erklären sich grundsätzlich zu KI-Gegnern. Die meisten verwenden schlicht eingeübte Werkzeuge für die Suche nach Informationen wie etwa die klassische Internetsuche mit 54 Prozent. 44 Prozent fehlt aber das Vertrauen in KI und 36 Prozent brauchen KI nach eigenen Angaben schlicht nicht. Je rund ein Viertel kennt keine passenden Anwendungen (26 Prozent) oder es fehlt nach eigenem Dafürhalten das technische Wissen (22 Prozent). Zehn Prozent sind bislang noch gar nicht auf die Idee gekommen, KI zu nutzen.
Die wichtigsten Motive für den KI-Einsatz lassen sich drei Gruppen zuordnen: KI spart Zeit für 58 Prozent der Befragten, 32 Prozent vermeiden Fehler, 20 Prozent sparen Geld. KI wirkt als Coach mit dem 50 Prozent komplexe Themen besser verstehen, 42 Prozent Neues lernen und 17 Prozent wollen mitreden können. KI kommt auch als Sparringspartner zum Einsatz, der für 48 Prozent neue oder kreativere Ideen gibt, 46 Prozent eine bessere Qualität liefert und 40 Prozent lbei Entscheidungen unterstützt.
Vielfältig sind auch die konkreten Einsatzbereiche von KI, bei denen kein einzelnes Thema dominiert. 54 Prozent der Nutzer holen sich von der KI Hilfe bei Alltagsfragen wie Kochen oder Reparaturen, 35 Prozent bei Fragen rund um den Einkauf und 21 Prozent bei Reisevorbereitungen. Die Hälfte nutzt KI, um Texte zu schreiben oder zu verbessern, 41 Prozent für Übersetzungen und 40 Prozent zum Zusammenfassen längerer Texte. Aber auch für sehr persönliche Themen wird KI verwendet: 44 Prozent holen sich Rat zu persönlichen Fragen, 34 Prozent zu gesundheitlichen Themen und 21 Prozent, wenn es um die Finanzen geht. Und 30 Prozent entwickeln mit Hilfe von KI neue Ideen, ebenso viele nutzen KI zum Erstellen kreativer Inhalte wie Bilder oder Musik, 22 Prozent lernen und üben mit KI und zehn Prozent programmieren mit ihrer Unterstützung.
Bei den verwendeten KI-Diensten spielen US-amerikanische Anbieter eine dominierende Rolle. 71 Prozent der KI-Nutzenden verwenden ChatGPT von OpenAI, 50 Prozent Gemini von Google und 43 Prozent Microsoft Copilot. Meta AI, das direkt in WhatsApp verfügbar ist, kommt auf 35 Prozent Nutzung. Alle übrigen KI-Anwendungen bleiben weit abgeschlagen: DeepSeek nutzen 8 Prozent, Perplexity 7 Prozent, Grok von xAI 6 Prozent und Claude von Anthropic 5 Prozent. Das europäische Angebot LeChat von Mistral wird von 4 Prozent verwendet. Dabei ist der Wunsch nach mehr digitaler Souveränität in der Bevölkerung sehr ausgeprägt: 72 Prozent sehen Deutschland bei KI als zu abhängig von den USA, 67 Prozent würden gerne eine KI aus Deutschland nutzen, 65 Prozent sprechen sich für eine eigene KI aus der Europäischen Union aus.
KI im Arbeitsleben
Auch im Berufsleben ist KI angekommen. 48 Prozent der Erwerbstätigen nutzen KI bei der Arbeit: 8 Prozent täglich, 18 Prozent mindestens einmal pro Woche, 22 Prozent seltener. Ebenso viele (48 Prozent) nutzen KI im Job bislang aber überhaupt nicht. Wer KI im Job einsetzt, tut dies überwiegend mit Wissen des Arbeitgebers (84 Prozent). Allerdings nutzen 12 Prozent KI, ohne dass der Arbeitgeber davon weiß.
Die Einstellungen zu KI am Arbeitsplatz sind zwiespältig: Für 41 Prozent der Erwerbstätigen hat sich ihre Tätigkeit jetzt schon durch KI verändert. 49 Prozent hätten gerne eine KI als persönlichen Assistenten im Job. Umgekehrt lehnen aber 45 Prozent eine Unterstützung durch KI bei ihrer Arbeit grundsätzlich ab.
Viele Unternehmen nehmen ihre Beschäftigten bei der Einführung von KI offenbar noch nicht ausreichend mit: Nur 21 Prozent der Erwerbstätigen haben bereits eine KI-Fortbildung ihres Arbeitgebers genutzt, bei weiteren 13 Prozent gibt es solche Angebote, die sie bisher aber noch nicht wahrgenommen haben. Dagegen gibt es bei 37 Prozent keine KI-Fortbildungen, weitere 24 Prozent wissen es nicht sicher, gehen aber davon aus, dass keine entsprechenden Angebote vorhanden sind.
Viele Erwerbstätige sehen dennoch heute bereits Vorteile von KI am Arbeitsplatz: Sie erleichtert Routineaufgaben (47 Prozent) und spart Arbeitszeit (47 Prozent), schafft Freiräume für wichtigere Aufgaben (43 Prozent) und ermöglicht schnellere Problemanalysen (41 Prozent). 39 Prozent sehen eine Beschleunigung von Prozessen, ebenso viele eine Verringerung von Fehlern. 26 Prozent nennen geringere Kosten als Vorteil, aus Sicht von je 25 Prozent erhöht KI die eigene Leistungsfähigkeit und steigert die Motivation. 19 Prozent erwarten durch KI Expertenwissen, 17 Prozent generell bessere Arbeitsergebnisse und ebenfalls 17 Prozent eine höhere Kreativität.
Bei den Nachteilen sagen 62 Prozent, es sei unklar, wer für Fehler einer KI verantwortlich ist, 59 Prozent kritisieren, dass man nicht wisse, wohin die Daten gehen, die für die KI genutzt werden. 55 Prozent bemängeln weniger menschlichen Kontakt bei der Arbeit. 34 Prozent befürchten, sich zu sehr auf die KI zu verlassen und dadurch Fähigkeiten zu verlernen. 22 Prozent haben Sorge um den eigenen Arbeitsplatz, ebenso viele fürchten, die Kontrolle über Entscheidungen zu verlieren. 20 Prozent empfinden die Nutzung von KI als zu kompliziert, 19 Prozent fühlen sich durch KI kontrolliert und ebenso viele finden, dass KI die eigene Arbeit weniger wertvoll macht. 17 Prozent fühlen sich durch den Einsatz von KI unter Druck gesetzt. 12 Prozent sagen, dass eine KI die einfachen Aufgaben übernehmen könnte, die ihnen bislang Verschnaufpausen bei der Arbeit bieten, und zehn Prozent sehen KI als Bremse, die sie bei der Arbeit aufhält. Sieben Prozent meinen gar, ihr Arbeitgeber gebe zu viel Geld für KI aus.