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Massiver Stellenabbau bei O2 Telefónica betrifft auch den Vertrieb

Bei O2 Telefónica steht ein umfangreicher Stellenabbau bevor. Mehr als 1.000 Arbeitsplätze könnten nach Medienberichten wegfallen. Auch Teile des Vertriebs sind von den Einschnitten betroffen.
O2 Tower in München

Bei O2 Telefónica steht ein umfangreicher Stellenabbau bevor

© o2 Telefonica / Karsten Pawlik

Bereits Anfang Mai kursierten in der Branche Gerüchte über einen größeren Stellenabbau bei O2 Telefónica, auch Telecom Handel hatte entsprechende Hinweise erhalten. Dabei war auch von Einschnitten im Vertrieb die Rede, konkrete Zahlen lagen zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht vor. Nun hat teltarif.de als erstes Medium ausführlich über die Pläne berichtet.

Demnach treibt das Unternehmen unter dem Namen „Future Operating Model“ (FOM) einen tiefgreifenden Umbau voran. Die Deutsche Presse-Agentur berichtete anschließend unter Berufung auf informierte Kreise, dass mehr als 1.000 Stellen bei der Deutschlandtochter des spanischen Telefónica-Konzerns wegfallen sollen.

Bei zuletzt 6.820 Beschäftigten würde damit etwa jede sechste bis siebte Stelle entfallen. Das Unternehmen selbst bestätigt die laufende Transformation, nennt aber bislang weder konkrete Zahlen noch betroffene Bereiche.

Nach Informationen von teltarif.de stehen drei große Bereiche im Mittelpunkt des Umbaus: der Kundenservice, der Retail-Bereich mit seinen Shop- und Vertriebsstrukturen sowie die Telefónica Germany GmbH & Co. OHG, in der unter anderem Technik, Steuerung und zentrale Konzernfunktionen gebündelt sind.

Freiwilligenprogramm im Retail-Bereich gestartet

Die Verhandlungen für den Retail-Bereich sollen dem Bericht zufolge bereits abgeschlossen sein. Ein Freiwilligenprogramm mit Abfindungen ist offenbar angelaufen. Es richtet sich allerdings nicht an die Mitarbeiter in den Shops mit direktem Kundenkontakt, sondern an Beschäftigte der sogenannten „Retail Overhead Organisation“, also an übergeordnete Funktionen innerhalb der Retail-Gesellschaft.

Wie viele Stellen allein in diesem Bereich wegfallen sollen, ist bislang nicht bekannt. Offen ist auch, welche Vertriebsfunktionen konkret betroffen sind. Nach Angaben von teltarif.de sieht das Freiwilligenprogramm unter anderem Abfindungen auf Basis der Betriebszugehörigkeit sowie zusätzliche soziale Komponenten vor.

Die Gewerkschaft ver.di kritisiert den geplanten Stellenabbau scharf und spricht von einem „Kahlschlag ohne klaren Plan“. Nach ihrer Schätzung könnte Telefónica Deutschland dadurch rund 100 Millionen Euro einsparen. Die Gewerkschaft bemängelt vor allem, dass bislang unklar sei, wie das Unternehmen nach den Einschnitten aufgestellt und die verbleibende Arbeit organisiert werden soll.

ver.di fordert unter anderem eine transparente Zukunftsstrategie, eine Qualifikations- und Personalplanung sowie mehr Zeit für die Umsetzung des neuen Betriebsmodells.

O2 nennt bislang keine Zahlen

O2 Telefónica bestätigt den laufenden Umbau, äußert sich zu Umfang und betroffenen Bereichen aber nicht. Das Unternehmen erklärte, man befinde sich in einer „umfassenden Transformation“, mit der die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit langfristig gesichert werden solle. Gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretungen würden verschiedene Maßnahmen geprüft und beraten. Zu einzelnen Maßnahmen, möglichen Auswirkungen oder zum Zeitplan will sich das Unternehmen mit Verweis auf die laufenden Gespräche derzeit nicht äußern. Zunächst sollen Betriebsparteien, Mitarbeiter und Geschäftspartner informiert werden.

Der Umbau fällt in eine wirtschaftlich schwierige Phase für O2 Telefónica. Ende 2025 war die Migration der rund zwölf Millionen 1&1-Mobilfunkkunden aus dem O2-Netz zu Vodafone abgeschlossen. Damit verlor der Münchner Netzbetreiber einen langjährigen und wichtigen Großkunden.

Die Folgen zeigten sich deutlich in den Geschäftszahlen. 2025 sank der Umsatz von O2 Telefónica um 3,8 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis ging um 8,8 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro zurück. Auch im ersten Quartal 2026 hielt der wirtschaftliche Druck an.

Umbau auch an der Unternehmensspitze

Gleichzeitig hat O2 Telefónica in den vergangenen Monaten seine Führung neu aufgestellt. Ende 2025 löste Santiago Argelich Hesse den langjährigen CEO Markus Haas ab. Zu den Aufgaben des neuen Vorstandschefs gehört es, das Unternehmen nach dem Verlust des 1&1-Geschäfts neu auszurichten.

Erst vor wenigen Wochen kündigte O2 Telefónica zudem eine weitere Neuordnung der Führungsstruktur an. Die Zahl der Vorstandsressorts wird von sieben auf sechs reduziert. Zugleich werden Zuständigkeiten neu gebündelt: Kundenservice, Vertrieb und Omnichannel-Themen sollen künftig gemeinsam mit Technologie- und Infrastrukturaufgaben im erweiterten Ressort des Chief Operating Officer zusammenlaufen.

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