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Konsumklima erholt sich nach drei Rückgängen

Der Sinkflug beim deutschen Konsumklima ist vorerst gestoppt. Laut aktuellen Daten des Nürnberg Instituts für Marktentscheidungen steigt der Indikator im Mai erstmals wieder.
Konsumklima
© shutterstock / Krakenimages.com

Nach drei Rückgängen in Folge erholt sich das deutsche Konsumklima leicht. Das NIM Konsumklima powered by GfK steigt für Juni 2026 auf minus 29,8 Punkte, nach revidiert minus 33,1 Punkten im Vormonat. Das entspricht einem Plus von 3,3 Punkten. „Die Verbraucherstimmung beendet, zumindest für den Moment, ihren Sinkflug und erholt sich in diesem Monat wieder etwas“, erklärt Rolf Bürkl, Head of Consumer Climate beim Nürnberger Institut für Marktentscheidungen. Der Indikator bleibt damit aber weiterhin deutlich im negativen Bereich und liegt erheblich unter den Werten des Vorjahres, als er noch bei minus 20,8 Punkten stand.

Den stärksten Ausschlag nach oben verzeichnen die Einkommenserwartungen. Sie steigen um 11,4 Punkte auf minus 13,0 Punkte und erholen sich damit nach zwei deutlichen Rückgängen in Folge spürbar. Als Hauptgrund nennen die Forscher, dass der Konflikt im Nahen Osten bislang nicht weiter eskaliert ist. Ein Teil der geopolitischen Unsicherheit scheint damit in den Erwartungen bereits eingepreist zu sein. Hinzu kommen politische Signale, die auf mögliche Entlastungsmaßnahmen hindeuten. Trotz der Erholung bleibt der Indikator im Vergleich zum Vorkrisenniveau klar pessimistisch.

Anschaffungsneigung bleibt verhalten

Für den Handel relevant: Die Anschaffungsneigung verbessert sich zwar leicht um 1,2 Punkte auf minus 13,2 Punkte, signalisiert aber weiterhin, dass Verbraucher größere Käufe derzeit eher scheuen. Im Jahresvergleich liegt der Wert 6,8 Punkte unter dem Vorjahresniveau. Bürkl kommentiert: „Neben den deutlich verbesserten Einkommensaussichten stützen eine rückläufige Sparneigung sowie eine leicht zunehmende Anschaffungsneigung derzeit das Konsumklima. Die Belastungen durch den Konflikt im Nahen Osten bleiben aber in der Grundtendenz bestehen und sind im Konsumklima weiterhin sichtbar.“

Positiv zu werten ist, dass die Sparneigung zum dritten Mal in Folge leicht nachgibt und auf 13,9 Punkte fällt. Das deutet darauf hin, dass Verbraucher etwas weniger dazu neigen, Geld zurückzuhalten. Im langfristigen Vergleich bleibt der Wert jedoch sehr hoch, was zeigt, wie ausgeprägt die Zurückhaltung nach wie vor ist.

Inflationssorgen lassen etwas nach

Auch die Preiserwartungen geben nach: Der Indikator fällt um 5,4 Punkte auf minus 0,4 Punkte. Diesen Rückgang führen die Forscher vor allem auf die gesunkenen Energiepreise zurück, da Verbraucher Preisbewegungen bei Kraftstoff besonders stark wahrnehmen. Gleichzeitig stieg die Inflationsrate in Deutschland im April auf 2,9 Prozent und lag damit einen Prozentpunkt über dem Februarwert.

Für Unternehmen im TK-Handel bleibt die Lage damit angespannt. Zwar deutet die Erholung des Konsumklimas auf eine leichte Entspannung hin, von einem echten Stimmungsumschwung kann aber noch keine Rede sein. Solange die Anschaffungsneigung so tief im Minus verweilt, dürften Verbraucher bei größeren Geräteanschaffungen weiterhin zurückhaltend bleiben.

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