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Lesedauer 3 Min.

O2 öffnet 5G-RedCap für Privatkunden

Mit einem neuen 5G-Zusatzpaket macht O2 die RedCap-Technologie erstmals flächendeckend für Privatkunden verfügbar. Der Netzbetreiber positioniert sich damit früher als Wettbewerber, der praktische Nutzen bleibt jedoch zunächst begrenzt.

O2 positioniert 5G RedCap als stromsparende 5G-Option für vernetzte Alltagsgeräte wie Wearables und Tracker

© (Quelle:Gettyimages / O2 Telefónica)

Ab sofort stellt O2 Telefónica seinen Vertragskundinnen und -kunden die sogenannte 5G-RedCap-Technologie zur Verfügung. Das „5G Plus Pack (inkl. RedCap)“ kann kostenfrei hinzugebucht werden und richtet sich an Nutzer von Geräten mit moderatem Datenbedarf, etwa Wearables, Tracker oder einfache IoT-Anwendungen. RedCap steht für „Reduced Capability“ und ist ein 5G-Standard, der geringere Bandbreiten mit höherer Energieeffizienz kombiniert.

Nach Angaben von O2 soll RedCap vor allem dort Vorteile bringen, wo Geräte dauerhaft vernetzt sind, aber keine hohen Datenraten benötigen. Die Technologie ist Teil des 5G-Standalone-Netzes und setzt entsprechende Endgeräte voraus. Das Zusatzpaket ist nicht automatisch aktiv, sondern muss manuell gebucht werden; bei einem Tarifwechsel entfällt es und kann erneut hinzugefügt werden.

RedCap zwischen IoT und Wearables

Technisch positioniert sich RedCap zwischen klassischen IoT-Standards wie LTE-M und dem vollwertigen 5G. Ziel ist eine stabile Verbindung bei reduziertem Energieverbrauch. O2 sieht Einsatzmöglichkeiten unter anderem bei Smartwatches, GPS-Trackern, Gesundheits- und Haushaltsgeräten. Der tatsächliche Mehrwert hängt allerdings stark von der Verfügbarkeit geeigneter Endgeräte ab, die den Standard unterstützen.

Derzeit ist das Angebot an RedCap-fähigen Consumer-Geräten noch überschaubar. Viele Wearables funken weiterhin über Bluetooth in Verbindung mit dem Smartphone oder nutzen LTE-basierte Mobilfunklösungen. Entsprechend bleibt der Nutzen für Privatkunden zunächst eher theoretisch.

Einordnung im Wettbewerbsumfeld

Im deutschen Markt ist O2 aktuell der einzige Netzbetreiber, der RedCap aktiv als buchbares Feature für Privatkunden kommuniziert. Die Deutsche Telekom nutzt RedCap bereits bei einzelnen Endkundenanwendungen, etwa bei neueren Apple-Watch-Modellen, verzichtet bislang jedoch auf eine eigenständige Vermarktung als Tarif- oder Zusatzoption. Vodafone und 1&1 haben RedCap bisher vor allem im Industrie- und IoT-Kontext getestet oder nicht öffentlich positioniert.

O2 verfolgt damit eine bewusst offensive Strategie und versucht, ein Netzfeature frühzeitig in den Massenmarkt zu bringen. Ob sich daraus ein spürbarer Wettbewerbsvorteil ergibt, dürfte weniger vom Netz als vom Endgerätemarkt abhängen.

Für den stationären Handel bleibt RedCap vorerst ein erklärungsbedürftiges Thema. Der Zusatznutzen ist für Kunden nicht unmittelbar sichtbar und eignet sich kaum als eigenständiges Verkaufsargument. Perspektivisch könnte die Technologie jedoch an Bedeutung gewinnen, wenn mehr Wearables und vernetzte Kleingeräte direkt über das Mobilfunknetz angebunden werden.

Kurzfristig ist das 5G-Plus-Pack vor allem als strategische Vorbereitung zu sehen: O2 macht sein Netz fit für kommende Gerätekategorien. Der breite Nutzen für Privatkunden dürfte erst mit einer wachsenden Geräteunterstützung einsetzen.

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