OPPO stellt ColorOS 17 mit neuen KI-Agenten vor
Künstliche Intelligenz soll auf Smartphones künftig nicht mehr nur einzelne Fragen beantworten oder Bilder bearbeiten, sondern auch mehrere Arbeitsschritte eigenständig ausführen. Mit ColorOS 17 baut OPPO sein Betriebssystem deshalb um sogenannte KI-Agenten aus. Gleichzeitig hat der Hersteller die Systemarchitektur überarbeitet, um Anwendungen schneller zu starten und den Ressourcenverbrauch zu senken. Die neue Version soll zunächst auf der kommenden Find-X10-Serie zum Einsatz kommen und anschließend schrittweise für weitere Geräte bereitgestellt werden.
Im Mittelpunkt steht der neue Agent Mode von AI Mind Pilot. Die Funktion soll unterschiedliche Anwendungen und Informationsquellen miteinander verknüpfen und Aufgaben anhand einer einzigen Anweisung bearbeiten können. So kann die KI beispielsweise auf dem Smartphone gespeicherte Dokumente finden, nach Inhalt und Datum umbenennen und anschließend sortieren. Auch Reisepläne oder Websites sollen sich aus vorhandenen Informationen erstellen lassen.
Bei der Fotoverwaltung kann AI Mind Pilot Aufnahmen zu bestimmten Ereignissen suchen, in Alben zusammenfassen und für die weitere Bearbeitung vorbereiten. Nutzer müssen dafür nicht mehr jeden einzelnen Arbeitsschritt selbst anstoßen. Welche dieser Funktionen zum Marktstart auch in Deutschland verfügbar sein werden, geht aus der Ankündigung allerdings nicht eindeutig hervor.
Weniger Ressourcenverbrauch, schnellere App-Wechsel
Neben den KI-Funktionen verspricht OPPO Verbesserungen bei der Systemleistung. Die neue Unified Rendering Architecture fasst bislang getrennte Prozesse zur Darstellung von Bildschirminhalten zusammen. Dadurch soll die Auslastung bei bestimmten Darstellungsaufgaben gegenüber ColorOS 16 um bis zu 30 Prozent sinken, während bis zu 25 Prozent weniger Arbeitsspeicher benötigt werden.
Auch beim Multitasking nennt der Hersteller deutliche Verbesserungen. Das System soll mehr als 25 Prozent zusätzliche Apps im Hintergrund bereithalten können. Vorschaubilder in der Galerie sollen beim ersten Öffnen bis zu 50 Prozent schneller laden. Sämtliche Werte stammen aus internen Labortests und können je nach Gerät und Nutzung abweichen.
Die Benutzeroberfläche wurde ebenfalls überarbeitet. Unter der Bezeichnung Living Flow Design führt OPPO neue Animationen, Transparenzeffekte und unmittelbare visuelle Rückmeldungen bei Berührungen ein.
Mehr Transparenz bei der Datennutzung
Mit den zusätzlichen KI-Funktionen erweitert OPPO auch seine Sicherheitsarchitektur. Cloudbasierte KI-Anwendungen sollen persönliche Informationen innerhalb einer geschützten Verarbeitungsumgebung nutzen. Für die Datenübertragung führt der Hersteller zusätzliche Verschlüsselungsverfahren ein, die auch künftigen Bedrohungen durch Quantencomputer Rechnung tragen sollen.
Neu ist zudem ein Transparenzbericht, über den Nutzer nachvollziehen können, welche KI-Dienste wann auf persönliche Informationen zugegriffen haben und welche Vorgänge dabei ausgeführt wurden. Die Übersicht lässt sich auch exportieren.
Eine weitere Neuerung ist AI Call Guard. Die Funktion analysiert laufende Telefonate direkt auf dem Gerät und soll Hinweise auf Betrugsversuche erkennen, etwa durch KI-generierte Stimmen oder manipulierte Videobilder. Bei verdächtigen Aktivitäten erscheint eine Warnmeldung.
Mehrere KI-Funktionen vorerst nicht in Europa
Allerdings ist nicht das gesamte angekündigte Funktionspaket für den europäischen Markt vorgesehen. AI Call Guard wird zunächst ausschließlich in Indonesien, Indien und Thailand angeboten. Auch die neuen Möglichkeiten von AI Mind Space, Dokumente und Videolinks automatisch zu erfassen und auszuwerten, stehen in Europa nicht zur Verfügung.
Der KI-Bildeditor AI Photo Agent, mit dem sich Fotos über natürlichsprachliche Anweisungen verändern oder an den Stil eines Referenzbildes anpassen lassen, soll erst zu einem späteren Zeitpunkt nach Europa kommen. Zudem gelten für die Funktion monatliche Nutzungslimits.
Bei AI Mind Suggest, das beispielsweise Reiseinformationen und Erinnerungen situationsabhängig bereitstellt, sind ebenfalls einzelne Funktionen auf bestimmte Länder beschränkt.
Wann ColorOS 17 für bestehende OPPO-Smartphones verfügbar sein wird, hat der Hersteller noch nicht im Detail mitgeteilt. Ein Zeitplan für die einzelnen Geräte sowie weitere Informationen zur regionalen Verfügbarkeit sollen auf der offiziellen ColorOS-Website folgen.