Smartphone-Markt bremst Home-Electronics-Geschäft
Der Markt für Consumer Electronics und Elektrohausgeräte in Deutschland hat sich 2025 stabilisiert. Mit einem Gesamtumsatz von 46,9 Milliarden Euro lag das Volumen praktisch auf dem Niveau des Vorjahres. Nach den starken Ausschlägen während und nach der Pandemie scheint sich der Markt damit auf einem neuen Gleichgewicht einzupendeln.
Innerhalb der einzelnen Segmente verlief die Entwicklung allerdings sehr unterschiedlich. Wachstumsimpulse kamen vor allem aus der Informationstechnologie, aus dem Gaming-Bereich sowie aus einzelnen Nischen der Unterhaltungselektronik. Dagegen entwickelten sich klassische Consumer-Electronics-Produkte und Teile des Telekommunikationsmarktes weiterhin schwächer.
Smartphones bleiben größtes TK-Segment
Für den Telekommunikationshandel bleibt der Smartphone-Markt der wichtigste Umsatzträger. 2025 zeigte sich jedoch erneut eine leichte Abkühlung. Der Umsatz mit Smartphones sank um 3,0 Prozent auf 12,9 Milliarden Euro. Ausschlaggebend dafür war vor allem der Rückgang der verkauften Stückzahlen.
Insgesamt wurden 18,27 Millionen Smartphones verkauft, rund fünf Prozent weniger als im Jahr zuvor. Gleichzeitig stieg der durchschnittliche Verkaufspreis leicht auf 706 Euro. Diese Durchschnittspreise werden im HEMIX allerdings ohne Mobilfunksubventionen berechnet. Der moderate Preisanstieg von 2,1 Prozent deutet darauf hin, dass sich der Absatz weiterhin stärker in höherpreisige Gerätekategorien verschiebt.
Ein wesentlicher Grund für die schwächere Absatzentwicklung sind längere Nutzungszyklen. Viele Konsumenten behalten ihre Geräte inzwischen deutlich länger als noch vor einigen Jahren. Gleichzeitig haben sich die technischen Sprünge zwischen den Gerätegenerationen verlangsamt, was den Anreiz für einen schnellen Austausch reduziert.
Klassische Telefone verlieren weiter an Bedeutung
Deutlich stärker rückläufig entwickelte sich der Markt für klassische Mobiltelefone. Der Absatz ging um 17,7 Prozent zurück. Zwar stiegen die Durchschnittspreise leicht, dennoch sank der Umsatz insgesamt um 11,5 Prozent auf nur noch 37 Millionen Euro.
Auch stationäre Telefone verloren weiter an Bedeutung. Hier ging der Absatz um 13,3 Prozent zurück, während der Umsatz um 15,1 Prozent auf 117 Millionen Euro sank. Damit setzt sich ein langfristiger Trend fort, bei dem klassische Telefonprodukte zunehmend durch Smartphones und andere Kommunikationslösungen ersetzt werden.
Wearables wachsen über Stückzahlen
Eine stabilisierende Rolle im Umfeld des Smartphone-Marktes spielen weiterhin sogenannte Core Wearables, also Smartwatches und Fitness-Tracker. In diesem Segment stieg der Absatz um 6,0 Prozent auf 6,19 Millionen Geräte.
Der Durchschnittspreis sank allerdings gleichzeitig um 5,4 Prozent auf 220 Euro. Dadurch blieb der Umsatz mit 1,36 Milliarden Euro nahezu unverändert und legte lediglich um 0,3 Prozent zu. Das Segment wächst damit vor allem über höhere Stückzahlen, während die Preise unter Druck stehen.
Preisentwicklung prägt viele Elektroniksegmente
Ein Blick auf andere Bereiche des Home-Electronics-Marktes zeigt, dass sich 2025 häufig ein ähnliches Muster beobachten ließ: steigende Stückzahlen bei gleichzeitig sinkenden Durchschnittspreisen.
Besonders deutlich wurde diese Entwicklung bei Fernsehgeräten. Der Absatz stieg um 2,1 Prozent auf 4,54 Millionen Geräte. Gleichzeitig sank der Durchschnittspreis deutlich um 8,2 Prozent auf 642 Euro. In der Folge ging der Umsatz des Segments um 6,3 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro zurück. Der Preisrückgang ist vor allem auf den intensiven Wettbewerb im großformatigen Displaysegment sowie auf eine hohe Preissensibilität vieler Konsumenten zurückzuführen.
Auch im Tablet-Markt spielte der Preis eine entscheidende Rolle. Zwar wurden mit 4,12 Millionen Geräten etwas mehr Tablets verkauft als im Vorjahr. Gleichzeitig sank der Durchschnittspreis um 6,9 Prozent, wodurch der Umsatz um 4,2 Prozent auf 1,62 Milliarden Euro zurückging.
IT-Hardware legt deutlich zu
Deutlich dynamischer entwickelte sich 2025 der Bereich Informationstechnologie. Hier stieg der Umsatz um 8,1 Prozent auf 7,28 Milliarden Euro. Treiber dieser Entwicklung waren vor allem Desktop-PCs und Notebooks.
Desktop-PCs verzeichneten ein besonders starkes Wachstum. Der Absatz stieg um 37,7 Prozent, während der Umsatz sogar um 33,8 Prozent auf 727 Millionen Euro zunahm. Auch Notebooks entwickelten sich positiv und erreichten mit 2,72 Milliarden Euro ein Umsatzplus von 13,5 Prozent. Als Hintergrund gelten unter anderem Ersatzinvestitionen im Zuge auslaufender Software-Supportzyklen sowie leistungsstärkere Gerätegenerationen, die für KI-Anwendungen oder hybride Arbeitsmodelle eingesetzt werden.
Auch der Markt für Speichermedien zeigte Wachstum. Externe Festplatten steigerten ihren Umsatz um 16,9 Prozent, USB-Sticks um 10,5 Prozent. Der steigende Bedarf an Speicherplatz für hochauflösende Inhalte, Gaming oder KI-Anwendungen dürfte hier eine wichtige Rolle spielen.
Gaming entwickelt sich besonders dynamisch
Ein weiteres Wachstumssegment war der Markt für Videogames-Konsolen. Hier stieg der Absatz um 6,6 Prozent auf gut zwei Millionen Geräte. Gleichzeitig legten die Durchschnittspreise deutlich um 12,3 Prozent zu.
Insgesamt wuchs der Umsatz dadurch um 19,7 Prozent auf 919 Millionen Euro. Neue Hardwaregenerationen, attraktive Bundles sowie eine anhaltend hohe Nachfrage nach Gaming-Plattformen sorgten in diesem Bereich für zusätzliche Dynamik.
Gesamtmarkt bleibt stabil
Unter dem Strich zeigt sich der Home-Electronics-Markt damit stabilisiert. Während Consumer Electronics insgesamt leicht rückläufig waren, entwickelten sich Elektrokleingeräte weiterhin positiv. Elektrogroßgeräte dagegen verloren etwas an Umsatz, weil viele Anschaffungen bereits in den Pandemie-Jahren vorgezogen wurden.
Für das Jahr 2026 rechnet die Branche wieder mit moderatem Wachstum. Impulse könnten unter anderem von KI-fähigen Endgeräten, neuen Gaming-Plattformen sowie von großen Sportereignissen wie der Fußball-Weltmeisterschaft ausgehen.