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Lesedauer 4 Min.

KI, Komfort und Nachhaltigkeit: Das sind die Trends im E-Commerce

Der DHL E-Commerce Trends Report 2026 zeigt, dass sich die Spielregeln im E-Commerce rasant verändern. Die Themen KI, neue Komfortansprüche und nachhaltiger Konsum treiben den Wandel weltweit voran.
DHL-Fahrzeuge
© DHL Group

Künstliche Intelligenz, nachhaltiger Konsum und der boomende Second-Hand-Handel werden den Onlinehandel in den kommenden Jahren grundlegend verändern. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle E-Commerce Trends Report 2026 von DHL eCommerce. Für die Studie wurden weltweit 29.000 Online-Käufer sowie 5.800 E-Commerce-Unternehmen in 29 Ländern befragt.

Demnach wächst die Kluft zwischen den Erwartungen der Verbraucher und den Angeboten vieler Onlinehändler. Besonders der Einsatz von Künstlicher Intelligenz verändert das Kaufverhalten zunehmend. Fast ein Drittel der Konsumenten (29 Prozent) kann sich vorstellen, innerhalb der kommenden fünf Jahre einer KI die Kontrolle über Einkaufsentscheidungen zu überlassen. Unter den jüngeren Generationen ist die Bereitschaft noch höher: Bei der Generation Z liegt der Anteil bei 33 Prozent, bei den Millennials sogar bei 36 Prozent.

Auch die Unternehmen rechnen mit einer stärkeren Rolle von KI. 59 Prozent erwarten, dass Kunden künftig über virtuelle Assistenten nach Produkten suchen und diese kaufen werden. Gleichzeitig planen 73 Prozent der befragten Unternehmen, den Einsatz generativer KI in den kommenden fünf Jahren auszubauen. Allerdings bestehen auf Kundenseite weiterhin Vorbehalte hinsichtlich Datenschutz und Vertrauen. Fast jeder zweite Befragte (48 Prozent) äußert entsprechende Bedenken.

Nach Einschätzung der Studienautoren könnten KI-gestützte Assistenten langfristig die klassischen Online-Shops ergänzen oder teilweise ersetzen. Denkbar seien digitale Schnittstellen, über die persönliche KI-Assistenten direkt mit den Systemen von Händlern kommunizieren und Angebote automatisch vergleichen oder Einkäufe abwickeln.

Neben der Digitalisierung verändern sich auch die Anforderungen an die Zustellung. Rund 20 Prozent der Befragten geben an, dass schnellere Lieferzeiten ihre Kaufbereitschaft erhöhen würden. Gleichzeitig nutzen bereits drei von zehn Onlinekäufern gezielt sogenannte Out-of-Home-Zustelloptionen wie Paketstationen oder Abholpunkte. Der Wunsch nach flexiblen Liefer- und Rückgabemöglichkeiten dürfte nach Einschätzung der Studie weiter zunehmen.

Zwischen Wunsch und Realität

Für Händler bleibt dabei die Balance zwischen Kundenwünschen und Wirtschaftlichkeit eine Herausforderung. Kostenlose Lieferungen und Retouren zählen weiterhin zu den wichtigsten Kaufanreizen. Zugleich nennen sieben von zehn Befragten Vertrauen und die Wahl des Versanddienstleisters als wichtige Faktoren bei der Entscheidung für eine Marke.

Verbesserungsbedarf sieht die Studie zudem beim Bezahlvorgang. So brechen 62 Prozent der Käufer einen Einkauf ab, wenn ihre bevorzugte Zahlungsmethode nicht angeboten wird. Dennoch betrachten lediglich 45 Prozent der Unternehmen fehlende Zahlungsoptionen als wesentliche Ursache für Kaufabbrüche.

Ein weiterer Trend ist die zunehmende Bedeutung des Second-Hand-Handels. Mehr als die Hälfte der Konsumenten (52 Prozent) hat bereits Produkte über Online-Marktplätze verkauft. Besonders aktiv sind Millennials mit einem Anteil von 62 Prozent sowie Angehörige der Generation Z mit 58 Prozent. Unter den Babyboomern liegt der Wert dagegen bei 35 Prozent.

In Europa ist der Handel zwischen Privatpersonen besonders verbreitet: 57 Prozent der Verbraucher verkaufen regelmäßig über Online-Marktplätze. Nachhaltigkeitsaspekte spielen dabei eine wichtige Rolle. 45 Prozent der Befragten kaufen gebrauchte oder generalüberholte Produkte aus Umweltgründen, weitere 15 Prozent können sich dies künftig vorstellen.

Die Studie kommt insgesamt zu dem Schluss, dass sich der Onlinehandel in den kommenden Jahren stärker an den Bedürfnissen der Verbraucher orientieren muss. Neben dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz gewinnen flexible Lieferoptionen, ein reibungsloser Bezahlprozess sowie nachhaltige Konsummodelle zunehmend an Bedeutung.
 

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