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Telekom Partner: Zwischen Kontinuität und Aufbruch

Ein halbes Jahr nach seinem Amtsantritt zieht der neue Leiter Telekom Partner erstmals öffentlich Bilanz. Die Zahlen sind solide. Vieles, was Wolf präsentiert, trägt aber noch die Handschrift seines Vorgängers.
Manuel Wolf Leiter Telekom Partner

Manuel Wolf verantwortet seit August 2025 den Bereich Telekom Partner

© Telekom Deutschland 

Im August 2025 übernahm Manuel Wolf die Leitung von Telekom Partner von Georg Schmitz-Axe, der in den Bereich T-Business wechselte. In Bonn stellte sich der 47-Jährige nun erstmals den Fragen der Fachpresse und machte dabei deutlich, wie er die Lage des stationären Handels nüchtern einschätzt: „Wir können perspektivisch nicht mehr so arbeiten, wie wir es vor 20 Jahren getan haben.“ Sinkende Frequenzen, digitale Konkurrenz, veränderte Kundengewohnheiten: die Herausforderungen benennt er offen.

Wachstum im GK, Bremsspuren im PK

Die Eckdaten für das gesamte Jahr 2025 erheben ein gemischtes Bild. Im Geschäftskundenbereich legte der Absatz um rund 10 Prozent zu. Das entspricht einer klaren Verbesserung gegenüber den zwei Prozent, die Wolfs Vorgänger zur Jahresmitte 2025 noch gemeldet hatte, und eine Verdopplung gegenüber 2024, als beide PK- und GK-Segment noch jeweils um fünf Prozent gewachsen waren.

Im Privatkundengeschäft hat sich die Dynamik dagegen abgeschwächt: Aus dem Wachstum von fünf Prozent im Jahr 2024 wurde 2025 eine „Konstanz“. Wie sich der Privatkundenabsatz auf Mobilfunk und Breitband verteilt, ließ Wolf offen.

Die Weiterempfehlungsbereitschaft (NPS) erreichte laut Telekom mit 78,2 Punkten einen neuen Bestwert, das sind drei Punkte mehr als 2024. Der Handel nehme damit im kanalinternen Vergleich eine Spitzenposition ein, so Wolf.

Congstar und Kaufland: Neue Wege

Jenseits der Zahlen präsentierte Wolf eine Reihe von Initiativen, die allerdings größtenteils noch unter seinem Vorgänger auf den Weg gebracht wurden. Dazu gehört der Launch von Congstar-Festnetz im stationären Handel: Seit April 2025 ist der Handel der einzige interne Kanal, der Congstar-Produkte am POS vertreibt. Das Angebot habe die Erwartungen überwiegend übertroffen, für 2026 seien weitere Schritte geplant.

Auch die Kaufland-Kooperation, die mit acht Standorten startete, soll ausgebaut werden. „Wir gehen dahin, wo Kunden sind, und warten nicht, dass Kunden zu uns kommen“, so Wolf. Auf den Einwand, dass weder Congstar noch Kaufland nach Premiumstrategie klängen, reagierte er gelassen: Congstar bediene ein anderes Kundensegment, etwa Kunden, die kein Festnetztelefon mehr wollten. Und bei Kaufland gelte: „Jeder Kunde ist für uns hochwertig, egal in welchem Supermarkt er am Wochenende seine Einkäufe macht.“

Im stationären Handel wurden 2025 insgesamt 106 Um- und Ausbaumaßnahmen realisiert. Das Jahresziel wurde damit leicht übertroffen. Auch 2026 soll in stark frequentierten Lagen weiter investiert werden. Die Herausforderungen – sinkende Frequenzen, wachsende Konkurrenz durch andere Kanäle verschwieg Wolf nicht. Doch er setzt darauf, den Wandel aktiv mitzugestalten.

KI und Partner Hub

Die Zahl der KI-generierten Avatare für lokales Marketing ist von rund 150 zur Jahresmitte auf etwa 200 gestiegen. Im Coaching geht die Telekom einen Schritt weiter als im Vorjahr angekündigt: KI soll Verkaufsgespräche in Echtzeit mithören und analysieren. Einige Kollegen attestierten dem KI-Feedback bereits bessere Qualität als dem menschlicher Trainer, berichtete Wolf. Intern stellt die Telekom ihren Mitarbeitern bei Telekom Partner bereits umfangreiche KI-Tools zur Verfügung, perspektivisch sollen auch die Partner stärker profitieren.

Auch der im Mai 2025 eingeführte Telekom Partner Hub entwickelt sich weiter. Die Plattform mit Trainingsangeboten und Gamification-Elementen zählt inzwischen über 1.300 registrierte Nutzer. Zur Jahresmitte waren es noch rund 1.000. Wolf zufolge verkaufen regelmäßige Nutzer der App erfolgreicher, konkrete Zahlen dazu nannte er jedoch nicht.

Und wofür steht Wolf persönlich? „Ich möchte für Mut beim Ausprobieren stehen, auch manchmal beim Scheitern. Wofür ich nicht stehen möchte, ist Untätigkeit und Abwarten.“ Am Ende gelte: „Die Telekom ist erfolgreich, wenn der Handel es ist – und umgekehrt.“

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