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Vodafone nennt Termin für 2G-Aus

Nach mehr als drei Jahrzehnten verschwindet die zweite Mobilfunkgeneration aus Deutschland. Vodafone will sein 2G-Netz im September 2028 abschalten, mit einer Übergangsfrist für Industrieanwendungen.

Vom „Knochen“ bis zum Smartphone: Mit dem Ende von 2G verabschiedet sich eine Mobilfunkära

© (Quelle: Vodafone)

Vodafone hat angekündigt, sein GSM-Netz für Privat- und Geschäftskunden im September 2028 abzuschalten. Damit endet die Nutzung der zweiten Mobilfunkgeneration nach über 30 Jahren. Ein Sonderfall bleibt: Für industrielle IoT-Anwendungen soll 2G bis Ende 2030 in einem Restnetz verfügbar sein.

„Mit der Abschaltung von 2G gewinnen wir rund zehn Prozent mehr Kapazität für unser LTE- und 5G-Netz hinzu – und sorgen so für noch schnelleres mobiles Surfen, mehr Stabilität und eine bessere Netzabdeckung“, sagt Tanja Richter, Technik-Chefin von Vodafone Deutschland.

Für Endkunden bedeutet der Schritt, dass Geräte ohne LTE- oder 5G-Unterstützung nicht mehr genutzt werden können. Das betrifft zwar nur noch einen geringen Teil der aktiven Mobilfunkgeräte, kann aber für einzelne Kunden spürbare Umstellungen erforderlich machen. Vodafone will hier auf Recyclingaktionen und Unterstützung beim Gerätewechsel setzen.

Vodafone-Technikchefin Tanja Richter sieht in der 2G-Abschaltung die Chance, Kapazitäten für LTE und 5G auszubauen

© Quelle: Vodafone

Stärker betroffen ist die Industrie: Viele IoT-Lösungen, etwa in Logistik, Maschinensteuerung oder bei älteren Alarmanlagen, greifen nach wie vor auf 2G zurück. Vodafone plant deshalb den Betrieb eines abgespeckten Netzes für kritische Anwendungen bis 2030, um den Unternehmen Zeit für den Umstieg auf moderne Standards wie NB-IoT, LTE-M oder 5G-Campusnetze zu geben.

Auch regulatorisch ist der Weg bereitet: Ab Mitte 2026 ist der Notrufdienst NG-eCall verpflichtend, der über LTE oder 5G läuft. Damit entfällt ein bisher wichtiger Anwendungsfall für GSM.

Telekom mit klarem Termin, O2 ohne Datum

Nicht nur Vodafone, auch die Telekom hat das Ende von 2G angekündigt. Der Bonner Konzern will sein GSM-Netz zum 30. Juni 2028 abschalten und die Frequenzen ebenfalls für 4G und 5G nutzen. Damit liegt die Telekom zeitlich knapp vor Vodafone.

Bei O2 Telefónica ist die Lage dagegen offen. Das Unternehmen hat bislang kein Abschaltdatum für 2G genannt und betont, dass GSM nach wie vor als Basisnetz für Telefonie und SMS dient. Fachkreise gehen aber davon aus, dass auch O2 das Netz in den kommenden Jahren aufgeben wird – ein konkreter Zeitplan fehlt bislang.

Mit der bevorstehenden Abschaltung von 2G verschwindet die zweite Mobilfunkgeneration, die seit Mitte der 1990er Jahre den digitalen Mobilfunk in Deutschland geprägt hat. Sie war Grundlage für SMS, mobiles Telefonieren und erste Datenübertragungen. Nach dem Ende von 3G und dem bevorstehenden Rückzug von 2G bleibt die Mobilfunklandschaft hierzulande auf zwei Standards reduziert: LTE und 5G.

Für Verbraucher und Unternehmen bedeutet das eine klare Perspektive: Investitionen in neue Geräte und Anwendungen müssen auf diese Technologien ausgerichtet sein. Gleichzeitig gewinnen die Netzbetreiber dringend benötigte Kapazitäten, um den steigenden Datenverkehr zu bewältigen.

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