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Lesedauer 4 Min.

Wettbewerber verlieren im Festnetz an die Telekom

Die aktuelle Studie des VATM zum deutschen TK-Markt zeigt, dass die Wettbewerber der Telekom zwar mehr in den Ausbau ihrer Netze investieren, vor allem bei DSL- und Glasfaseranschlüssen aber Marktanteile verlieren.
© (Quelle: Generated with Stable Diffusion)

Erstmals haben der VATM und Dialog Consult ihre jährliche Studie zur Entwicklung des deutschen TK-Marktes im Frühjahr statt im Herbst vorgestellt. Dadurch kann neben einem Rückblick auf die Zahlen von 2024 auch mit dem ersten Quartal 2025 ein Ausblick gegeben werden.

Gemäß der Funktion des VATM als Verband der Wettbewerber zur Telekom verweisen die Autoren der Studie darauf, dass der Wettbewerb fast 62 Prozent der Glasfaserversorgung bis ins Haus leistet und mehr als doppelt so viele Glasfaserkunden wie die Telekom hat. Die Unternehmen investieren demnach nach wie vor am meisten in den Infrastrukturausbau im Festnetz wie in den Mobilfunknetzen.

Andreas Walter, geschäftsführender Gesellschafter des Beratungsinstituts Dialog Consult: „Die Telekom baut ihren Endkunden-Marktanteil bei den Breitbandanschlüssen aus. Sie erzielt mehr als 58 Prozent der Umsätze im Festnetzmarkt, knapp 70 Prozent der Anschlüsse werden auf Telekom-Anschlussnetzen realisiert. Und sie gewinnt sogar DSL-Marktanteile hinzu. Gleichzeitig ist die FTTH-Plattform praktisch kaum reguliert, Nachfrager können bei den FTTH-Anschlüssen der Telekom keine nennenswerten Marktanteile erreichen.“

Der deutsche Telekommunikationsmarkt wuchs 2024 leicht auf 60,8 Milliarden Euro generiertem Umsatz. Im Festnetz steigerte die Telekom ihre bereits hohen Marktanteile auf Kosten der Wettbewerber. Besonders relevant für den Wirtschaftsstandort ist der hart umkämpfte Geschäftskundenmarkt, der ein Drittel des Gesamtmarktes ausmacht. Mit 14,2 Milliarden Euro Umsatz hat die Telekom 2024 ihre seit Jahren dominante Marktposition in diesem Bereich weiter ausgebaut und wird Ende 2025 einen Marktanteil von fast 70 % erreichen. Bei den Wettbewerbern war 2024 erneut ein deutlicher Rückgang um 11 Prozent, auf 7,3 Milliarden Euro zu verzeichnen. Für 2025 ist mit einem weiteren Rückgang um 6,8 Prozent auf 6,8 Milliarden Euro zu rechnen.

2024 wurden knapp 70 Prozent aller Breitbandanschlüsse über das Netz der Deutschen Telekom realisiert. Bei einem Endkunden-Marktanteil von 40,6 Prozent verzeichnete die Deutsche Telekom bei insgesamt stabilem Markt einen Zugewinn von 200.000 Breitband-Neukunden. Dahinter folgen Vodafone mit 27 % Anteil und 1&1 mit 10,7 Prozent. Im mittelfristig weiter dominierenden Anschlussmarkt DSL baute die Telekom ihren Marktanteil noch weiter auf 57,8 Prozent aus.

Die Anzahl der potenziellen Gigabit-Anschlüsse (Homes Passed) mit Koax-Kabel HFC oder Glasfaser klettert Ende 2025 auf 39,6 Millionen Haushalte. Die Versorgungsquote mit Glasfaseranschlüssen (Homes Connected) wächst bis Ende 2025 auf 21,7 %, was rund 10 Millionen versorgten Haushalten entspricht. Fast 62 % dieser Glasfaseranschlüsse werden von den Wettbewerbern angeboten. Zum Ende des Jahres werden 6,1 Millionen Haushalte FTTB/H-Anschlüsse gebucht haben (Homes Activated), zum größten Teil (61,6 %) bei den Wettbewerbern. Ihre Take-Up-Rate mit aktiviertern Anschlüssen wird bei 33,6 % liegen und damit mehr als doppelt so hoch sein wie bei der Deutschen Telekom mit 15,9 %.

Die Prognose für die Entwicklung der gebuchten Glasfaseranschlüsse (Homes Activated) zum Ende 2030 zeigt, dass selbst in einem für die Glasfaser-Entwicklung optimistischen Szenario (Annahme: ein jährliches Plus von 1,5 bis 2,0 Millionen neuen FTTB/H-Anschlüssen, Homes Activated) nur knapp 15 Millionen Glasfaser-Anschlüsse genutzt werden. DSL wird bis Ende 2030 die meistgenutzte Anschlusstechnologie bleiben, auch wenn der Anteil steitig kleiner wird.

5G wird schnell ausgebaut

Im Mobilfunk erreicht das 5G-Angebot Ende 2025 mehr als 99 % aller Haushalte und deckt 95 % der Fläche Deutschlands ab. Die Mobilfunknetzbetreiber investieren kontinuierlich in die Anbindung der Antennenstandorte mit Glasfaser. Richtfunk bleibt weiterhin eine wichtige Anbindungs-Technologie.

Mit einem erwarteten Plus von 14,4 Millionen neuen SIM-Karten Ende 2025 auf insgesamt 215,6 Millionen wächst der Markt weiter. Vor allem steigt der Einsatz von SIM-Karten zur Vernetzung von IT und Maschinen und erreicht Ende 2025 einen Anteil von 44 %. Dies entspricht einem Anstieg um mehr als 21 % gegenüber dem Jahr 2024. Die meisten Karten wird Ende 2025 Vodafone mit 85 Millionen im Umlauf haben. Die Verdrängung von Prepaid-Karten zu Gunsten von Verträgen wird weitergehen und Ende 2025 73,1 Anteil für feste Bindungen aufweisen.

Der Datenhunger der Deutschen ist ungebrochen: 2025 wird das genutzte Datenvolumen im Festnetz auf 154 Milliarden Gigabyte und mit einer Steigerung um rund 7 % auf monatlich durchschnittlich 343 Gigabyte pro Breitbandanschluss ansteigen. Eine ähnliche Entwicklungskurve sehen wir beim Datenverkehr im Mobilfunk. Mit einem Wachstum des Gesamtvolumens um fast 27 % auf mehr als 15 Milliarden Gigabyte wächst das durchschnittliche mobile Datenvolumen pro Nutzer bis Ende 2025 auf 11,7 Gigabyte pro Monat und pro aktiver persönlicher SIM-Karte.

Die wichtigste Kommunikationsform für den persönlichen Datenaustausch sind Instant-Messaging-Nachrichten über Apps. 2025 werden es in Deutschland voraussichtlich insgesamt 2830 Millionen Instant-Messaging-Nachrichten pro Tag sein – fast doppelt so viel wie E-Mails.

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