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Lesedauer 5 Min.

Herweck trotzt dem Branchentrend

Zweistelliges Umsatzplus, wachsende Vertragszahlen und eine neue GK-Meile: Auf der Perspectives 2026 in St. Ingbert zeigt Herweck, wo der Distributor steht und wohin er will.
Jakob Saga, Jörg Herweck und Hans-Jürgen Witfeld

Jakob Saga, Jörg Herweck und Hans-Jürgen Witfeld (v.l.) auf der Perspectives 2026 in St. Ingbert

© Herweck

„Mit dem neuen Jahr wurde ein Schalter umgelegt“, sagt Jörg Herweck, Gründer und Geschäftsführer der Herweck AG, beim Pressegespräch auf der Perspectives in St. Ingbert. Was er meint: knapp 15 Prozent Umsatzplus im ersten Terzial 2026, der Ertrag zieht fast im gleichen Tempo nach. Das Vorjahr verlief hingegen noch zäh: knapp 492 Millionen Euro Umsatz, rund drei Prozent weniger als 2024. Jetzt zeigt die Kurve wieder klar nach oben.

Den Grund dafür sei weniger ein allgemeiner Branchenaufschwung als eine Verschiebung von Marktanteilen. „Wir wachsen nicht mit einem wachsenden Markt, denn den gibt es nicht. Aber wir gewinnen Marktanteile“, so Herweck. Zumindest im Mobilfunk sei zuletzt eine gewisse Belebung spürbar gewesen. Can Güntüncer, Executive Vice President Mobile und Mitglied der Geschäftsleitung, spricht von einem fünften Quartal: Das starke vierte Quartal habe sich ins neue Jahr hinein fortgesetzt, statt wie üblich abzuflachen. „Die Lage ist nicht so schlecht, wie manche einem weismachen wollen“, ergänzt Herweck.

Shopschließungen als Chance

Woher kommen diese Marktanteile? Güntüncer beschreibt den strukturellen Hintergrund: Die Netzbetreiber bauen ihre eigenen Shopstrukturen seit Jahren ab, Franchise wird zurückgefahren, die Zahl der Outlets sinkt. Für den indirekten Kanal, der bei Netzbetreibern intern oft schlechter gestellt war als die eigenen Shops, bedeutet das eine Chance. Herweck hat darauf gesetzt. Die Zahl der vermittelten Vertragsverhältnisse stieg in den vergangenen fünf Jahren von 500.000 auf 715.000. Güntüncer: „Wir haben mutig investiert, und dieser Mut wird honoriert.“

Ähnliches gilt für das ITK-Segment. Geschäftsführer Hans-Jürgen Witfeld bringt es knapp auf den Punkt: „Unsere Mitbewerber investieren dort nicht mehr so stark. Größere Distributoren konzentrieren sich auf dimensionsstarke Projekte und die kleineren Geschäfte fallen quasi zu uns.“ Herweck hat den technischen Support in den vergangenen zwölf Monaten personell ausgebaut, während andere reduzierten. Eine neue Partnerschaft mit dem Netzwerkhersteller Zyxel erweitert das Portfolio in Richtung Geschäftskundenprojekte.

GK-Meile als neuer Anlaufpunkt

Neu auf der diesjährigen Perspectives war die GK-Meile: eine gebündelte Fläche, auf der Partner wie O2 Business, T-Systems und Vodafone Enterprise gemeinsam mit Herweck-eigenen Lösungen präsent waren. Der Gedanke dahinter: Fachhändler und Systemhäuser, die im Geschäftskundenbereich aktiv sind oder es werden wollen, sollen an einem Ort kompakte Orientierung bekommen. Die hohe Besucherfrequenz auf der Fläche zeige, dass das Thema im Channel angekommen ist, heißt es bei Herweck.

DaaS: Plattform soll den Knoten lösen

Ein weiterer Schwerpunkt war die Weiterentwicklung des DaaS-Modells, das Herweck im Vorjahr eingeführt hatte. Das Geschäft bewegt sich laut Witfeld noch auf niedrigem vierstelligem Niveau, zeigt aber stetige Steigerung. Jetzt kommt eine Softwareplattform dazu, über die Partner das Angebot direkt online beziehen und verwalten können: laufende Verträge einsehen, neue anlegen, Abrechnungen abrufen. Bislang lief das alles manuell. Silvie Guardiola, die bislang das Technik- und Servicecenter leitete und den DaaS-Bereich dort aufgebaut hat, verantwortet das Segment nun als Vertriebsleiterin IT-COM.

Was das Modell von Wettbewerbsangeboten unterscheide, sei die konsequent indirekte Struktur, erklärt Witfeld: „Wenn ich die Dienstleistung außer Haus gebe, verdienen fünf Parteien mit. Bei uns nicht.“ Daher könne ein Händler pro DaaS-Vertrag 250 bis 300 Euro verdienen. Die eigentliche Hürde liegt woanders: Interesse sei da, Trägheit aber auch. Witfeld vergleicht es mit dem Fitnesscenter: Man meldet sich an, aber der erste Montagabend lässt auf sich warten. Und er wählt noch ein zweites Bild: „Wir sind gerade noch bei der Ketchupflasche. Man drückt die ganze Zeit und es kommt ein bisschen was raus, aber irgendwann kommt alles auf einmal.“ Güntüncer formuliert den Anspruch dahinter: „Wir sind Pioniere. Wir helfen den Händlern, das zu machen. Da sind wir die Ersten.“

Mehr Service, neue Rollen

Auf der Perspectives wurde auch sichtbar, wie weit Herweck seinen Serviceanspruch inzwischen zieht. Witfeld berichtet, dass das Unternehmen Partner inzwischen auch bei der Personalrekrutierung unterstützt: Inserate erstellen, Bewerbungen sichten, Teamcalls koordinieren. Für einen Händler in Koblenz wurde eine Stelle vollständig von St. Ingbert aus besetzt. Güntüncer nennt eine weitere Initiative unter dem Arbeitstitel „Händler werden bei Herweck“: Menschen aus den sich schließenden Shopstrukturen der Netzbetreiber kennen die Distribution oft gar nicht. Herweck will diese Gruppe beim Einstieg in die Selbstständigkeit begleiten. Noch ist das ein Pilotgedanke, aber Telefónicas jüngst angekündigter Stellenabbau gibt dem Ansatz Aktualität.

1.200 Besucher, neue Bühne, prominente Speaker

Knapp 1.200 Besucher kamen nach St. Ingbert, was etwa dem Vorjahresniveau entspricht. Was sich änderte, war das Format: Erstmals gab es eine Bühne mit externen Speakern. Birger Aasland, Vorstandssprecher der GFT EG, sprach über nachhaltiges Wachstum im Verbund. David Strauss, Vorstand für Marketing und Vertrieb beim SV Elversberg, übertrug Mechaniken aus dem Profifußball auf die Wirtschaft. Ferri Abbolhassan, Vorstandsmitglied der Deutschen Telekom AG und CEO von T-Systems, lieferte Einblicke in KI als Treiber neuer Geschäftsmodelle. Und den Abschluss machte der Saarländer Unternehmer Philipp Gross zum Thema moderne Führung.

Abends lud Herweck ins Saarbrücker E-Werk. Bevor die Feier unter dem Motto „London Calling" begann, nutzten Jörg Herweck und Jakob Saga, Geschäftsführer der Herweck AG, die Bühne noch für einen persönlichen Moment: Sie gratulierten Hans-Jürgen Witfeld, der am Vortag einen runden Geburtstag gefeiert hatte.

 

Perspectives 2026

Abendveranstaltung im Saarbrücker E-Werk: Herweck feierte unter dem Motto „London Calling“

© Herweck

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