Wertgarantie diskutiert neue Chancen für den Fachhandel
Wertgarantie hat vom 7. bis 10. Mai rund 300 Fachhandelspartner zum 365er Profi-Treff 2026 nach St. Wolfgang am Wolfgangsee eingeladen. Im Scaleria Event Resort im österreichischen Salzkammergut standen neben der wirtschaftlichen Lage mehrere Themen im Mittelpunkt, die den Fachhandel derzeit unmittelbar betreffen: das Recht auf Reparatur, „Mieten statt kaufen“, der Schutz von Gebrauchtgeräten, Dienstleistungen im Handel sowie das Schulungsprogramm Wert-Management 2.0.
Den Auftakt des Tagungsteils nutzte Wertgarantie unter anderem für eine Einordnung der Marktlage. Über eine Slido-Abfrage wurde erhoben, wie die Teilnehmer die aktuelle Situation im Markt einschätzen. Nach Angaben des Unternehmens gab etwa die Hälfte an, dass es derzeit weniger gut oder schlecht laufe. Wertgarantie-Vorstandsvorsitzender Patrick Döring verwies in diesem Zusammenhang auf die schwierige gesamtwirtschaftliche Lage, das erwartete Nullwachstum und die Zurückhaltung vieler Verbraucher beim Geldausgeben. „Das ist das Umfeld, in dem wir arbeiten und kämpfen müssen“, sagte Döring.
Gleichzeitig stellte er die Bedeutung der Handelspartner für das Geschäft des Versicherers heraus. Wertgarantie habe sich im vergangenen Jahr „eher seitwärts bewegt“, aber dennoch 1,8 Millionen Neuverträge abgeschlossen, so Döring. Dies sei „vor allem dank Ihnen, unseren Partnern im Handel“ gelungen. Für das laufende Jahr sieht das Unternehmen nach seinen Angaben weiteres moderates Wachstum. Zudem verwies Döring auf eine Combined Ratio von 91,9 Prozent.
Recht auf Reparatur rückt näher
Ein zentrales Thema der Tagung war erneut das Recht auf Reparatur. Die entsprechenden Regelungen müssen in nationales Recht umgesetzt werden; nach Angaben von Wertgarantie liegen die Entwürfe inzwischen vor. Thilo Dröge, Geschäftsführer Vertrieb bei Wertgarantie, stellte dabei die Frage, ob die Mitarbeiter im Handel bereits ausreichend vorbereitet seien. „Die Uhr tickt und der 31. Juli ist schon näher als ihr denkt“, sagte Dröge.
Für den Fachhandel gehe es dabei nicht nur um gesetzliche Vorgaben, sondern auch um neue Ansatzpunkte in Beratung und Vermarktung. Im Mittelpunkt stehen aus Sicht von Wertgarantie die Reparierbarkeit von Geräten, ein nachhaltigerer Umgang mit Technik und die Frage, wie Kunden bei Reparaturentscheidungen begleitet werden können. Dröge verwies zudem darauf, dass sich laut einer Studie nur noch 15 Prozent der deutschen Haushalte eine ungeplante Reparatur von 300 Euro oder mehr leisten könnten. Daraus ergebe sich für den Handel die Aufgabe, passende Lösungen aufzuzeigen.
Wertgarantie will die Partner dabei über die eigene Akademie unterstützen. Dort sollen Informationen und Schulungen zum Thema bereitstehen. Dröge forderte die Händler auf, Prozesse und Servicepreise zu überprüfen und das Thema Reparatur stärker in die Vermarktung einzubinden.
Thilo Dröge, Patrick Döring, Maurice Jöhler und Konstantin Scheiermann beim 365er Profi-Treff 2026 von Wertgarantie in St. Wolfgang am Wolfgangsee (v. l.)
Felix Albertin / WertgarantieSchulungen mit KI-Avataren
Auch das Schulungsprogramm Wert-Management wurde in St. Wolfgang weiterentwickelt vorgestellt. Christian Gischow, Abteilungsleiter Vertriebsservices bei Wertgarantie, präsentierte Wert-Management 2.0 als Programm zur Qualifizierung von Führungskräften. Ziel ist es, Mitarbeiter im Handel stärker in Richtung Beratung, Kundenbindung und Beziehungsmanagement zu entwickeln.
Neu ist unter anderem ein Self-Check als E-Learning, mit dem Führungskräfte zunächst ihren Bedarf ermitteln sollen. In einem Aufbau-Modul werden Gesprächssituationen trainiert. Dafür setzt Wertgarantie künftig auch KI-gesteuerte Avatare ein, mit denen Führungskräfte Gespräche mit Mitarbeitern vorbereiten können. In einem weiteren Transfer-Modul sollen fünf unterschiedliche KI-Avatare verschiedene Mitarbeitertypen simulieren. Abschließend werden im Teammodul Erfolgsfaktoren für die Zusammenarbeit in Teams erarbeitet.