Neues Geschäftsmodell 13.12.2016, 09:10 Uhr

BlackBerry setzt auf Sicherheits-Software

Im Herbst hatte sich BlackBerry aus dem Hardware-Geschäft verabschiedet. Jetzt stellt sich der Smartphone-Pionier als Spezialist für Sicherheits-Software neu auf – mit viel zugekauften Lösungen.
(Quelle: Pieter Beens / Shutterstock.com)
Der Smartphone-Pionier BlackBerry vollzieht den Wandel vom Handy-Anbieter mit einer eigenen Messaging-Plattform zu einem reinen Software-Konzern. Wie das Unternehmen mitteilt, wird der Geschäftsschwerpunkt in Zukunft auf dem Sicherheitsbereich liegen. In dieser Sparte hat BlackBerry in der Vergangenheit viel Geld verdient, unter anderem mit dem BlackBerry Enterprise Server (BES). Dieser Server wird weiter betrieben und als "Unified Endpoint Manager" vermarktet.
Jenseits der Eigenentwicklung BES stammen die meisten neuen BlackBerry-Services von zugekauften Unternehmen. Den größten Teil des Portfolios decken die Produkte von Good Technologies (Übernahme im Herbst 2015) ab. Die neue Entwicklungsplattform BlackBerry Dynamics (früher Good Dynamics) bringt Sicherheits-Container für Apps mit, mit denen sich Berechtigungen granular festlegen lassen. Ebenfalls auf Good-Lösungen basieren fünf umgetaufte Apps: Erstens BlackBerry Access für den mobilen Zugriff auf firmeninterne Ressourcen, dann BlackBerry Connect für Direktverbindungen zwischen Mobilgeräten, BlackBerry Share für den P2P-Datenaustausch, BlackBerry Tasks für das Handling von Aufgaben (Tasks) via Microsoft Exchange und fünftens BlackBerry Work als Mobilzugriff auf unter anderem E-Mail, Kalender, Kontakte, Präsenz sowie Dokumente.
John Chen baut BlackBerry mit viel zugekaufter Technologie zum Sicherheits-Anbieter um.
Quelle: BlackBerry
Mit Hilfe der Übernahme von WatchDox im Frühjahr 2015 hat BlackBerry die Technologie Workspaces erstellt: Sie soll es Benutzern erlauben, Dokumente auf jedem Gerät sicher zu bearbeiten und zu kontrollieren. Dabei kommt eine elektronische Rechteverwaltung (DRM) zum Einsatz, die Editier- und Zugriffsberechtigungen steuert.

Abwärtskompatibilität gewährleistet

Weiterhin im Portfolio hat BlackBerry die bewährten Authentifizierungs- und Identitätsdienste für die kontrollierte Anmeldung an unternehmensinterne Inhalte sowie Cloud-Ressourcen. Der Dienst Strong Authentication wurde schlicht in BlackBerry 2FA (2 Factor Authentication) umbenannt. BlackBerry Enterprise Identity durfte seinen Namen behalten und erlaubt das Single Sign-on für diverse Cloud-Services wie Dropbox, Office 365, Salesforce oder Workday.
Blackberry setzt bei allen Services auf Kontinuität. "Die Investitionen unserer Kunden sind sicher, da die zugrundeliegende Plattform mit unseren aktuellen Produkten kompatibel ist. Sie ist auch den künftigen Analyse- und Kommunikations-Möglichkeiten gewachsen und wird mit Anwendungen von Entwicklern, Cloud-Systemen und Partner-Ökosystemen kompatibel sein", erläutert John Chen, CEO von BlackBerry. Als Partner nennt das Unternehmen unter anderem Acronis, ISEC7, Polaris, Swyft, und Zimperium.




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