ITK-Messe 10.03.2016, 13:38 Uhr

CeBIT-Vorschau: Alles wird digital

Industrie 4.0, Internet of Things, Big Data und Cloud – die weltgrößte ITK-Messe CeBIT setzt auch in diesem Jahr wieder auf das Trendthema Digitalisierung.
Nach der Messe ist vor der Messe: Kurz nach dem Mobile World Congress in Barcelona startet die noch immer größte ITK-Messe der Welt in Hannover. Von 14. bis 18. März können sich Besucher auf der CeBIT über neue Produkte, Lösungen und Services informieren. Wie schon in den Vorjahren positioniert sich die CeBIT als B2B-Messe und  möchte vor allem Fachbesucher in Hannover begrüßen. Und auch sonst hat sich am Messekonzept nur wenig im Vergleich zum Vorjahr verändert.

Motto: „d!conomy – join –create – succeed“

Die gilt auch für das Messemotto, wie schon 2015 hat sich der Veranstalter für das Kunstwort „d!conomy“ entschieden. In diesem Jahr wurde das Motto lediglich erweitert um die Begriffe „join – create – succeed“. Dazu Oliver Frese, CeBIT-Vorstand der Deutschen Messe: „Kein Wirtschaftszweig bleibt vom rasanten Einzug der Digitalisierung unerreicht.“ Und er nimmt dabei auch Bezug auf das Partnerland 2016, die Schweiz. „Es gibt kaum ein Land, das sich so intensiv dem Thema Digitalisierung verschrieben hat – die Schweiz ist daher prädestiniert, das Partnerland der kommenden CeBIT zu werden“, sagte Oliver Frese im Vorfeld. Der Messe AG zufolge sehen 80 Prozent der Schweizer Unternehmen die Digitale Transforma­tion als Chance für das eigene Geschäft. In anderen Ländern seien es lediglich 64 Prozent.
Allgemein sind auf der CeBIT kaum Aussteller oder Sonderflächen zu finden, bei denen das Thema Digitalisierung keine Rolle spielt. In Halle 5 hat die ­CeBIT beispielsweise den „Campus Mittelstand“ eingerichtet, der zusammen mit der Mittelstandsinitiative „digitalize your business“ organisiert wurde. Hier können sich kleinere Unternehmen darüber informieren, welche Vorteile der Einsatz digitaler Technologien wie Cloud, Big Data, Mobile­ Apps sowie Social Media bringen kann. Zu den Ausstellern in diesem Bereich gehört unter anderem Telefónica; die Münchner werden dort eine neue Festnetzlösung präsentieren.
Ein umfangreiches Rahmenprogramm – in diesem Jahr finden rund 1.500 Konferenzen, Foren und Workshops auf dem Messegelände statt – widmet sich ebenso zu großen Teilen dem Trendthema Digitalisierung und seinen unterschiedlichen Aspekten. Dazu gehören beispielsweise die traditionellen CeBIT Global Conferences, auf denen Keynote-Speaker aus Politik und Wirtschaft Vorträge halten. Unter den Rednern ist unter anderem Günther Oettinger, Digitalkommissar der Europäischen Kommission. Aber auch Vodafones Deutschland-Chef Hannes Ametsreiter sowie Thorsten Dirks, CEO von Telefónica, sind auf den Global Conferences als Sprecher vertreten.

Sonderflächen und Themeninseln

Neben den Global Conferences bietet die Messe darüber hinaus eine ganze Reihe von Fachforen wie den bereits erwähnten Campus Mittelstand oder die Marketing Experience Arena. Im Planet Reseller wiederum gibt es auch in diesem Jahr wieder eine Arena für den Handel. In Halle 15 sind Distributoren und Kooperationen wie beispielsweise ComTeam, Selectric und Wortmann vertreten. Herweck wiederum hat dem Planet Reseller den Rücken gekehrt und sich stattdessen in Halle 13 eingemietet.
Im Vergleich zum Vorjahr geschrumpft ist allerdings die Anzahl der in Hannover vertretenen Start-ups, und zwar von rund 300 auf 250. Diese jungen Unternehmen versammeln sich beim Start-up-Wettbewerb Scale11 in Halle 11 und präsentieren dort ihre Geschäftsideen – und hoffen auf mögliche Investoren.

Ausstellerzahl ist relativ stabil

Die konkrete Ausstellerzahl war bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt, auf Nachfrage von Telecom Handel erklärte eine Pressesprecherin, sie bewege sich auf dem Niveau des Vorjahres – rund 3.300 Unternehmen werden demnach voraussichtlich in Hannover vertreten sein.
Wobei der Trend, sich als Unteraus­steller bei Distributoren oder Koopera­tionspartnern einzumieten, unvermindert anhält. Eine ganze Reihe von Herstellern hat sich auch 2016 wieder für dieses ­Modell entschieden. Und es gibt einige Unternehmen, die der CeBIT in diesem Jahr erstmals eine Absage erteilten. Darunter ist auch Samsung Electronics, im vergangenen Jahr hatten die Koreaner immerhin noch 1.700 Quadratmeter Ausstellungsfläche in Halle 2 gebucht. In diesem Jahr, so die offizielle Begründung von Samsung Electronics, wolle man sich bei den Events auf die Frühjahrsroadshow konzen­trieren, die Anfang März in Köln startete.

Günstigere Tickets

Änderungen gibt es darüber hinaus bei den Eintrittskarten – die Messe hat die Preise im Vergleich zum Vorjahr reduziert, und zwar deutlich. Das Dauerticket kostet nun 60 Euro, im Vorverkauf werden 55 Euro berechnet. Damit kostet die Dauerkarte 2016 genau so viel wie ein Tagesticket im vergangenen Jahr. Letztere wiederum gibt es nur für Schüler und Studenten für 25 Euro an der Tageskasse. Die günstigeren Preise erstaunen, hatte die Messe in den vergangenen Jahren doch die Konditionen für den Messeeintritt immer wieder erhöht und versucht, damit die Wertigkeit der Veranstaltung als reine B2B-Messe zu unterstreichen. Von dieser Philosophie haben die Veranstalter offensichtlich Abstand genommen. Die meisten Besucher, vor allem Händler und Systemhäuser, dürften ohnehin den Einladungen der Distributoren und Hersteller folgen und müssen keinen Eintritt bezahlen.
Auch in diesem Jahr ist die Fahrkarte für den öffentlichen Nahverkehr nicht im Ticketpreis enthalten, „Schwarzfahrer“ müssen mit einem „erhöhten Beförderungsentgelt“ von 60 Euro rechnen. Besucher, die die ganze Woche über in Hannover sind, können allerdings die CeBIT Card der Hannoverschen Verkehrsbetriebe für 23,80 Euro kaufen. Diese gilt im Übrigen bereits ab Sonntag.
Die Beispiele zeigen: Weder an den Rahmenbedingungen noch am Konzept oder am Messemotto hat die Deutsche Messe Wesentliches geändert; mit Ausnahme der gesunkenen Eintrittspreise, was von den meisten Gästen aber honoriert werden dürfte. Die Besucher bewegen sich demnach in Hannover auf vertrautem Terrain. Nun bleibt nur noch zu hoffen, dass die Aussteller Neuigkeiten im Gepäck haben und echte Innovationen präsentieren. Im Vorfeld sind schon einige Gerüchte durchgesickert, die durchaus interessant klingen. Ein Besuch der CeBIT in Hannover kann sich deshalb auch in diesem März (wieder) lohnen.  

Infos auf einen Blick:

Wann und wo?
• 14. bis 18. März 2016
• Täglich von 9 bis 18 Uhr
• Messegelände Hannover

Tickets
• Dauerticket: 60 Euro (Vorverkauf 55 Euro)
• Tagestickets: Nur für Schüler
und Studenten für 25 Euro an der Tageskasse
• Kein Kombiticket: Fahrscheine für Busse und Bahnen müssen extra gekauft werden
• www.cebit.de/de/tickets

Zahlen und Fakten
• Rund 3.300 Aussteller aus
70 Ländern
• Mehr als 250 Start-ups
• 1.500 Konferenzen, Foren
und Workshops
• Partnerland ist die Schweiz




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