Test 07.06.2019, 10:07 Uhr

Asus ZenFone 6: Ein Motor für Selfies

Das ZenFone 6 von Asus ist dank eines neuen Kamerakonzepts und wegen des starken Akkus eine interessante Alternative zu anderen Smartphones.
Asus ZenFone 6
(Quelle: Asus )
Wer glaubt, alle Smartphones sind gleich, sollte sich einmal die neuen Konzepte zur Unterbringung der Frontkamera ansehen. Denn diese soll nicht mehr mit einer Notch oder einer anderen Aussparung Platz im Display einnehmen. Einige Hersteller wie OnePlus oder Huawei haben dazu Lösungen mit einer bei Bedarf automatisch aus dem Gehäuse ausfahrenden Kamera entwickelt, doch Asus bietet in seinem neuen Flaggschiff ZenFone 6, das mit einem Preis von 559 Euro attraktiv positioniert ist, eine andere, durchaus interessante Alternative. Für Händler wird das Gerät exklusiv über Brodos angeboten.
Quelle: Asus
Beim Herausforderer aus Taiwan gibt es nur eine statt zwei getrennter Kameraeinheiten, diese ist normalerweise rückwärtig positioniert. Doch bei der Anforderung der Selfie-Funktion fährt die rechteckige Einheit mit ihren zwei Linsen um bis zu 180 Grad in eine Position über dem oberen Gehäuserand nach vorne. Für diesen stufenlos verstellbaren Mechanismus gibt es einen kleinen Motor im Smartphone. Die Einheit wirkt stabil und reagiert sehr schnell, aber natürlich stellt sie grundsätzlich ein weiteres mechanisches Bauteil dar, das kaputtgehen kann.
Wer hier bei der Nutzung die erste Phase für den Spieltrieb und einen gewissen Überraschungseffekt bei den Zuschauern überwunden hat, erkennt in dem Konzept durchaus einen Sinn. Denn so sind die Frontcams deutlich leistungsfähiger als bei vielen anderen Smartphones. Die Hauptlinse, die den Top-Sensor IMX586 von Sony verwendet, hat eine Auflösung von bis zu 48 Megapixel und eine Blendenöffnung von f/1.79. Dazu kommt eine zweite Linse mit 13 Megapixel für Weitwinkelaufnahmen von bis zu 125 Grad. Zwischen den Linsen gibt es noch einen Laser-Autofokus und einen doppelten LED-Blitz.
Die Fotoqualität ist grundsätzlich sehr gut, erreicht aber vor allem beim Zoomen nicht ganz die Qualität der – allerdings auch viel teureren Top-Modelle – von Samsung und Huawei. Auch bei schwachem Licht erzielt das Asus mit einer Kombination von vier Pixeln in einem 12-Megapixel-Format noch eine scharfe Auflösung, zudem wirken die Farben realistisch. Spaß machen neue Funktionen wie ein Panoramafoto, das die bewegliche Kamera von selbst mit riesigem Winkel machen kann, ohne dass der Anwender das Smartphone bewegen muss.
Asus ZenFone 6
Quelle: Telecom Handel
Durch das Kamera-Layout ist es möglich geworden, ein Display mit 6,4 Zoll Diagonale zu bauen, das unterbrechungsfrei 92 Prozent der Vorderseite abdeckt. Was die Auflösung von 2.340 x 1.080 Bildpunkten und die Helligkeit betrifft, ist es auf einem sehr guten Niveau. Auch am Prozessor hat der Hersteller aus Taiwan nicht gespart, denn eingebaut wird der aktuelle Snapdragon 855 von Qualcomm, der von 6 GB Arbeitsspeicher unterstützt wird. Im Antutu-Benchmark kommt das ZenFone 6 damit auf etwas über 360.000 Punkte, was es bei der Schnelligkeit in der absoluten Spitzengruppe platziert.
Viel Power bringt auch der Akku mit, denn 5.000 mAh sind mehr als bei den meisten anderen Smartphones. Trotzdem hat es Asus geschafft, das Smartphone beim Gewicht und den Abmessungen auf dem Niveau der Klasse zu halten. Im Alltag bringt der Kraftspender sehr gute zwei Tage Laufzeit auch bei intensiverer Benutzung. Über eine Schnellladefunktion des mitgelieferten 18V-Adapters ließ er sich in rund 45 Minuten wieder auf mehr als die Hälfte laden. Nur auf drahtloses Laden muss verzichtet werden.
Bei der Verarbeitung wirkt das Zen­Fone 6 mit seiner Rückseite aus gehärtetem Glas wertig. Das Design ist zurückhaltend und verzichtet auf optische Effekte und bunte Farben. In der Rückseite sitzt der Fingerabdruck-Sensor unter dem Kameramodul. Bei der Bedienung setzt Asus auf Android 9, verspricht aber bereits ein Update auf die nächste Version „Q“ im Herbst und auch Sicherheits-Updates für mindestens zwei Jahre. Die hauseigene ­Benutzeroberfläche ZenUI verändert das Android-Design weniger deutlich als frühere Versionen, was positiv auffällt. Zudem gibt es an der rechten Seite einen Smart Key, der den Google Assistant aufruft oder alternativ mit anderen Funktionen belegt werden kann.
Quelle: Telecom Handel



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