Corona-App läuft auf vielen Smartphones nicht

Tracing-Apps können Beitrag leisten

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber (SPD) sagte, im Kampf gegen eine Ausbreitung des Virus könnten Tracing-Apps einen Beitrag leisten. Damit werde Infizierten geholfen, sich an ihre Aufenthaltsorte zu erinnern, sagte er im "RTL/ntv-Frühstart". Seine Behörde werde darauf achten, dass Daten nur für den eigentlichen Zweck gespeichert und nicht an Dritte weitergegeben würden.
Eine solche App müsse ohne zentrale Datenspeicherung arbeiten können, betonte Kelber. Zweck sei, Nutzern einen Hinweis zu geben, damit sie bei einem Kontakt mit einem Infizierten die Infektionskette unterbrechen können. Bislang aber habe er "noch nicht die Hand auf einer App", die er auch prüfen könne.
Um die Frage, ob die Daten der Tracing-App anonymisiert auf einem zentralen Server gespeichert werden können oder dezentral auf den jeweiligen Smartphones abgelegt werden sollten, wird seit Tagen in der Szene diskutiert. Die von den Fraunhofer-Instituten mitgetragene PEPP-PT-Initiative bevorzugt eine zentrale Lösung, weil dadurch leichter die Warn-Hinweise versendet werden können. Außerdem könnten die Daten anonymisiert für die Forschung verwendet werden. Das Konzept schließt aber auch eine dezentrale Datenhaltung nicht aus. Die Entscheidung soll bei den jeweiligen Gesundheitsbehörden liegen.
Die DP-3T-Initiative, die unter anderem von Forschern an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (ETHL/EPFL) und TU München unterstützt wird, befürwortet dagegen das dezentrale Modell, weil dadurch ein Missbrauch von einem zentral vorgehaltenen Datenbestand prinzipiell ausgeschlossen wird.
Der in IT-Fragen versierte Jurist Ulf Buermeyer sagte am Wochenende, beide Speichermodelle hätten sowohl aus technischer Sicht als auch aus Sicht des Datenschutzes Vor- und Nachteile. Zwar klinge eine zentrale Serverlösung zunächst immer schlecht, "weil an einem zentralen Ort Daten abgegriffen werden könnten", sagte der Vorsitzende der Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) im Podcast "Lage der Nation". Die dezentrale Lösung führe aber dazu, dass alle Geräte die sensiblen Daten untereinander kommunizieren müssten. Damit könne eine potenzielle Datenschutzlücke entstehen.




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