Test Samsung Nexus S 28.04.2011, 00:00 Uhr

Das Handy zum Web

Das Android-Smartphone geht mit dem Logo des Suchmaschinenriesen als Vermarktungshilfe an den Start. Was es tatsächlich auf dem Kasten hat, verrät unser Test.
Mit seinem ersten Handy hatte der Web-Riese Google wenig Erfolg: Das von HTC gebaute Nexus sollte zunächst nur per Web verkauft werden, dann ging es doch in bescheidenen Mengen bei Netzbetreibern über den Tresen. Beim zweiten Versuch, dem Nexus S, das Samsung baut, läuft im Vertrieb alles ganz anders: Das Smartphone wird über die traditionellen Wege des Herstellers verkauft, nur eben mit dem Namen Google als Verkaufshilfe. Wir haben das Web-Handy unter die Lupe genommen.
Auf den ersten Blick verrät der Google-Schriftzug auf der Rückseite die Kooperation mit dem Internet-Riesen. Doch ansonsten sieht das Nexus S mit dem großen Display wie ein typisches Smartphone aus. Die Oberfläche zieren im Ruhezustand keine Tasten, da die vier Felder unter dem Display nur bei Bedarf beleuchtet werden. Der Akkudeckel in schwarzem Klavierlack wirkt leider billig. Die Rückseite hat im unteren Bereich einen kleinen Buckel; laut Hersteller soll er zusammen mit der leicht gebogenen Form des Telefons die Ergonomie verbessern, doch das Nexus S liegt auch nicht besser in der Hand als andere Smartphones. Die Verarbeitung ist gut, und das Gewicht liegt mit 140 Gramm im Rahmen der Klasse.

Display im XXL-Format

Ein Highlight ist das mit einer Diagonale von 10,2 Zentimetern sehr große Display des Smartphones, bei dem Samsung die Super-Clear-LCD-Technologie einsetzt. Diese bringt eine gute Ablesbarkeit auch bei Sonnenlicht mit sich, allerdings ist die Anzeige etwas zu dunkel. Die Auflösung von 480 x 800 Pixeln ist heutzutage Standard. Der kapazitive Touchscreen reagiert gut und gibt in den meisten Bereichen auch zuverlässig ein Feedback per Vibration. Leider hat Samsung diesmal auf die praktische Texteingabe per Swype verzichtet, auf der virtuellen Tastatur muss ganz konservativ getippt werden.
Dank eines 1-Gigahertz-Prozessors arbeitet das Nexus S ohne Verzögerungen und erledigt alle Aufgaben schön schnell. Wer surfen will, kann dies per HSPA oder über WLAN im schnellen n-Standard. Der Browser lässt sich in der neuen Android-2.3-Version gut bedienen.
Die Ausstattung ist weitgehend komplett, doch vermisst der Anwender eine Speichererweiterung per MicroSD. Immerhin ist der interne Speicher mit 16 Gigabyte großzügig bemessen. Die 5-Megapixel-Kamera ist guter Durchschnitt und wird durch einen LED-Blitz unterstützt. Im neuen Android wurden auch die Menüs überarbeitet – die Einstellungen können einfach aus dem Sucher-Screen aufgerufen werden. Zur Videotelefonie gibt es eine VGA-Linse über dem Display. Als eines der ersten Handys hat das Nexus S auch einen integrierten NFC-Chip (Near Field Communication), der etwa bei mobilen Transaktionen zum Einsatz kommen kann. Allerdings fehlen dazu in Deutschland noch die passenden Dienste.
Insgesamt ist das Nexus S ein interessantes und gutes Android-Smartphone, das vor allem für Vielsurfer geeignet ist. Bis das Galaxy S II mit Dualcore verfügbar sein wird, ist es für Samsung das Spitzenmodell. Schade nur, dass für über 500 Euro keine bessere Kamera und hochwertigere Materialien verbaut wurden.

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