Mobilfunk 16.08.2019, 14:08 Uhr

Gesetz kommt: Das Aus für 24-Monatsverträge

Nun wird es also doch kommen: Verbraucherschutzministerin Christine Lamprecht wird ein Gesetz auf den Weg bringen, das unter anderem Mobilfunkverträge mit mehr als 12 Monaten Laufzeit verbietet. Auch bei der VVL soll sich etwas ändern.
(Quelle: Shutterstock:  BCFC)
Verbraucherschutzministerin Christine Lambrecht hat einen Bericht der BILD bestätigt, wonach ein "Gesetz gegen Kostenfallen" kommen wird - und das soll gravierende Auswirkungen auf den deutschen Mobilfunkmarkt und auch für den Handel mit sich bringen.
"Betrügerische Geschäftsmodelle, undurchsichtige Vertragsstrukturen und kalkulierte Kostenfallen sind leider immer noch an der Tagesordnung", sagte die Ministerin in der BILD. Deshalb werde in dem neuen Gesetz festgelegt, dass Mobilfunkverträge mit einer Laufzeit von mehr als 12 Monaten nicht mehr zulässig sein werden. 
Auch die automatische Verlängerung der Verträge ändert sich damit: Bislang waren Kunden bei einer verpassten Kündigung automatisch ein weiteres Jahr an den Anbieter gebunden - künftig sollen das nur noch drei Monate sein. Des Weiteren wird auch die Kündigungsfrist gesenkt, von derzeit meist drei auf maximal einen Monat. 
Laut Angaben des Ministeriums sind beinahe alle Punkte des im März, damals noch unter Ministerin Barley, vorgelegten Gesetzesentwurfs umgesetzt worden.

Neues Gesetz: Das sagen die Netzbetreiber

Telecom Handel fragte bei den Netzbetreibern nach, wie sie dieses Gesetz beurteilen. Fragen zu den Folgen für den Handel und wie sie darauf mit Blick auf Tarife und Provisionsmodelle reagieren werden, ließen Telefónica und Vodafone unbeantwortet, da die Thematik noch zu frisch sei. Man darf jedoch davon ausgehen, dass hinter den Kulissen spätestens seit Bekanntwerden des Gesetzentwurfs vom März an neuen Provisionsmodellen und neuen Tarifen gearbeitet wird.
Statement von Telefónica:
"Schon heute bieten wir für Kunden, die eine hohe Flexibilität schätzen, verschiedene Alternativen zu zweijährigen Laufzeitverträgen. Neben Prepaid lassen sich auch die meisten o2 Verträge auf Wunsch mit einer einmonatigen Laufzeit buchen. Aus Erfahrung wissen wir, dass die Mehrheit der Kunden die 24 Monate wählt, da sich hier sehr günstige Kombi-Angebote für den Kunden kalkulieren lassen. Eine rechtliche Einschränkung dieser Möglichkeiten kann aus unserer Sicht nicht im Interesse der Kunden sein. Unser Ziel ist es, unseren Kunden auch weiterhin eine große Vielfalt an attraktiven Angeboten bieten zu können."
Statement von Vodafone:
"Wir haben die Pläne der Bundesministerin, die Vertragslaufzeit für Mobilfunkverträge auf 12 Monate zu begrenzen, zur Kenntnis genommen. Grundsätzlich lässt sich natürlich sagen, dass ein solches Gesetz zu weniger Wahlfreiheit in der Angebotspalette und höheren Kosten für viele Verbraucher führen wird. Denn bei kürzeren Vertragslaufzeiten werden entweder die monatlichen Preise für finanzierte subventionierte Handys oder aber die einmalig zu zahlenden Preise deutlich steigen. Die Preise für ein neues Handy ändern sich ja nicht durch kürzere oder längere Vertragslaufzeiten, sondern werden auf die Laufzeit umgelegt. Im Übrigen gibt es bereits heute im Mobilfunk mit Prepaid eine Vielzahl von Angeboten, sogar gänzlich ohne Laufzeit. Auch im Festnetz haben die Verbraucher die Wahl zwischen unterschiedlichen Laufzeiten."
Von der Telekom erreichte uns bislang noch keine Antwort, wir reichen sie nach, sobald sie eintrifft.



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