Mobilfunk 22.07.2009, 12:02 Uhr

Zeit, dass sich was dreht

Die Mobilfunkanbieter suchen seit langem nach Möglichkeiten, um den sinkenden Umsatz pro Kunde wieder zu steigern, waren damit bisher aber wenig erfolgreich
Als Vodafone Mitte Mai die Geschäftszahlen für das 1. Quartal 2009 veröffentlichte, gab es eine kleine Überraschung: Zum erstenmal sank die Zahl der Mobilfunk-Teilnehmer deutlich ab – bedingt durch die Ausbuchung von mehr als einer halben Million ungenutzter Prepaid-Karten. Das Geschäftsmodell, bei dem durch das Vermarkten von Zweit- und Drittkarten der stetig fallende Umsatz pro Kunde ausgeglichen werden sollte, hatte jedoch schon zuvor nicht mehr funktioniert: Fast alle Netzbetreiber treten bei Ertrag und Ergebnis seit längerem auf der Stelle – oder müssen sogar sinkende Service-Umsätze hinnehmen.
Mit vielerlei Aktionen, mehr oder weniger innovativen Tarifmodellen und neuen Vertriebskonzepten versuchen sich die Carrier gegenseitig Kunden abspenstig zu machen, doch dies funktioniert nur in begrenztem Maße: Nach einer von O2 veröffentlichten Studie ist die Wechselbereitschaft im Markt gering. Lediglich ein Viertel der Mobilfunkteilnehmer hat bislang schon einmal den Netzbetreiber gewechselt.
In diesen schwierigen Zeiten hat E-Plus jetzt offenbar eine bislang vernachlässigte Zielgruppe für sich entdeckt: Einige E-Plus Shops werben derzeit unter dem Motto „Base trotz Schufa“ gezielt für den Abschluss von Verträgen mit „wohlwollender“ Bonitätsprüfung – wobei den Angaben von E-Plus zufolge Sonderrufnummern wie etwa 0180 gesperrt sein sollen.



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