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Lesedauer 3 Min.

Channel muss sich auf KI einstellen

Rund 300 Gäste und über 25 Hersteller trafen sich in München zur TD-Synnex-Veranstaltung „Destination AI – What’s next?“. Die Botschaft: Künstliche Intelligenz ist kein Zukunftsthema mehr, sondern verändert den Channel bereits heute.

Der LED-Basketballboden diente als Präsentationsfläche und rückte die Experten ins Rampenlicht

© (Quelle: TD Synnex)

Kaum ein anderes Thema beschäftigt Systemhäuser derzeit so stark wie Künstliche Intelligenz. TD Synnex nahm das zum Anlass für eine große Veranstaltung in München. Rund 300 Teilnehmer diskutierten mit mehr als 25 Herstellern über den Einsatz von KI im IT-Geschäft. Die Agenda reichte von Live-Demos und Erfahrungsberichten bis hin zu rechtlichen Fragen rund um den EU AI Act sowie strategischen Diskussionen zur künftigen Rolle von Partnern.

Deutlich wurde in München auch, dass KI die Geschäftsmodelle der Branche verändert. Klassische Lizenzverkäufe treten in den Hintergrund, stattdessen gewinnen Services, Beratung und Integration an Gewicht. Für viele Systemhäuser bedeutet das, sich breiter aufzustellen und Know-how aufzubauen, das über reine Technik hinausgeht. Diskutiert wurde zudem, wie sich künftige Vergütungsmodelle entwickeln könnten – etwa durch nutzungsbasierte Abrechnung oder neue Partnerprogramme der Hersteller. „Es gibt keinen Grund zur Panik. Wer heute beginnt, sich mit den richtigen Fragen zu beschäftigen, wird 2027 nicht nur mithalten – sondern selbst gestalten“, sagte Maximilian Wieser, Business Unit Manager Data & Applications bei TD Synnex.

Rechtliche Rahmenbedingungen

Ein zentrales Thema war der rechtliche Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Der EU AI Act wird in den kommenden Jahren Vorgaben machen, die auch für den Channel verbindlich sind. Referenten warnten, dass Systemhäuser sich frühzeitig mit Compliance und Dokumentationspflichten auseinandersetzen müssen. Damit wächst auch die Bedeutung von Beratungskompetenz: Wer seine Kunden bei der Einhaltung regulatorischer Vorgaben unterstützen kann, verschafft sich einen Wettbewerbsvorteil.

In mehreren Diskussionen wurde der Zeithorizont bis 2027 beleuchtet. Viele Beteiligte sind sich einig, dass KI bis dahin ein fester Bestandteil nahezu aller IT-Projekte sein wird. Ob im Helpdesk, in ERP-Systemen oder bei Security-Services – KI-Technologien werden tief in den Arbeitsalltag integriert sein. Für den Channel bedeutet das, dass die Frage nicht mehr lautet, ob man sich mit KI befasst, sondern wie schnell und umfassend.

Wissenstransfer statt Roadmap

TD Synnex setzte bei der Veranstaltung bewusst auf Wissensvermittlung statt auf Produkt-Showcases. Die Teilnehmer sollten ein möglichst vollständiges Bild davon erhalten, wo KI heute bereits im Einsatz ist und welche Entwicklungen sich abzeichnen. Der Distributor positionierte sich damit nicht als Technologie-Treiber, sondern als Plattform für Austausch und Orientierung.

Neben den Fachthemen spielte auch das Netzwerken eine zentrale Rolle. Am Abend nutzten Fachhändler, Systemhäuser und Hersteller die Gelegenheit, Kontakte zu pflegen und neue Kooperationen anzubahnen. In vielen Gesprächen wurde deutlich: KI ist kein Zusatzthema, das man nach Belieben aufgreifen kann, sondern eine zentrale Aufgabe für die gesamte Branche.

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