Deutschland bleibt das Sorgenkind im Telefónica-Konzern
Der Umsatz des Telefónica-Konzerns stieg im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 3,0 Prozent auf knapp 8,3 Milliarden Euro. Beim bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) wurde ein Anstieg um 6,4 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro verbucht. Diese Zahlen, die über den Erwartungen liegen, beruhen auf starken Zuwächsen in Brasilien und der spanischen Heimat. Insgesamt lag der Beitrag von Spanien im ersten Halbjahr bei 40 Prozent des Konzernumsatzes, 31 Prozent kamen aus Brasilien und 23 Prozent aus Deutschland.
Während die britische Tochter im Rahmen der Erwartungen abschnitt, bleibt Telefónica Deutschland das Sorgenkind bei den vier Kernmärkten des Konzerns. Der Umsatz sank im zweiten Quartal dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11,1 Prozent auf rund 1,8 Milliarden Euro. Hier macht sich vor allem der Transfer von rund 12 Millionen Mobilfunkkunden von 1&1 zum Konkurrenten Vodafone bemerkbar. Gravierend waren auch die Einbußen beim Verkauf von Smartphones und anderer Hardware, dieser Bereich sackte um etwa ein Viertel ab.
Das operative Ergebnis (Ebitda) des Unternehmens sank weniger deutlich um 7,2 Prozent auf rund 0,6 Milliarden Euro. Hier machen sich offenbar erste Effekte der Sparmaßnahmen bemerkbar. Dieses Programm geht mit 1.100 Entlassungen und 60 Shopschließungen dieses Jahr weiter und auch nächstes Jahr will der Deutschlandchef Santiago Argelich Hesse Stellen in Callcentern und im Vertrieb abbauen.
Zumindest konnte Telefónica Deutschland im zweiten Quartal rund 30.000 Mobilfunkvertragskunden dazu gewinnen. Auch der Absatz von Simkarten für professionelle M2M-Kommunikation konnte zulegen.