Discounter Lidl erweitert sein Mobilfunkgeschäft
Der Discounter Lidl expandiert im Mobilfunkgeschäft: Bisher gab es die Prepaid-Tarife von Lidl Connect nur in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Doch jetzt bestätigte das Unternehmen gegenüber der "Financial Times", dass man in bis zu 30 Länder expandieren will. Darunter sind unter anderem Frankreich, Großbritannien, Spanien und die USA. Einen konkreten Zeitplan nannte man aber noch nicht.
Über seine Kunden-App Lidl Plus hat der Discounter einen starken Vertriebskanal mit mehr als 100 Millionen Nutzern in Europa. Zudem bieten auch 12.600 Filialen in 31 Ländern die Chance zur Kundenansprache. Das Angebot soll künftig auch einen günstigen, hochwertigen Mobilfunkvertrag ohne langfristige Bindung sowie die Möglichkeit umfassen, die Dienste über die Lidl Plus-App zu verwalten.
Bei der Technik setzt die Schwarz Gruppe, zu der neben Lidl im Rahmen einer fünfjährigen Exklusivpartnerschaft auf 1Global. Sie erwirbt dazu knapp zehn Prozent der Anteile des 2022 gegründeten TK-Dienstleisters, hinter dem der Auto1-Gründer Hakan Koc steht. Das Unternehmen mit Sitz in Amsterdam wickelt unter anderem auch für die Onlinebanker Revolut und N26 das Mobilfunkangebot ab.
Lidl wird dadurch zum Mobile Virtual Network Operator (MVNO) und ist in der Lage, seinen Kunden eigenständig Mobilfunkdienste anzubieten. Mit regionalen Netzbetreibern sollen dazu über 1Global Verträge geschlossen werden. Das deutsche Angebot von Lidl Connect funkt im Vodafone-Netz.
Zudem umfasst die strategische Partnerschaft die Entwicklung von Telekommunikationslösungen auf Basis von "STACKIT", der Cloud-Lösung der Schwarz-Gruppe. Die Datensouveränität, insbesondere im Hinblick auf die sichere Verarbeitung von Kundendaten, sollen dabei höchste Priorität genießen.