Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Fachhandel: Die Hotline hat ausgedient

Freenet legt im Handel das gesamte Bestandskundenmanagement in die Hände seiner Vertriebspartner. Die Hotline greift nicht mehr ein – auch wenn Händler erst am Ende der Laufzeit reagieren.
© (Quelle: Midjourney)

Freenet überlässt im Handel das Bestandskundenmanagement und die Vertragsverlängerungen ab sofort komplett den Vertriebspartnern. Die Hotline zieht sich hier zurück und übergibt den Fachhändlern die volle Kontrolle über die Kundenbetreuung – selbst dann, wenn sie nicht sofort aktiv werden. Bislang stieß das Eingreifen des Callcenters, insbesondere bei Retention-Angeboten, bei den Händlern oft auf Kritik. Mit der neuen Strategie wird dieses Vorgehen nun beendet und die Verantwortung klar in die Hände des Handels gelegt.

Unsere Partner haben uns schon lange signalisiert, dass sie ihre Kunden besser kennen und effektiver betreuen können als ein Callcenter“, erklärt Jörn Dunz, Leiter Vertrieb Handel bei Freenet. Die neue Regelung gibt den Händlern nicht nur mehr Spielraum, sondern auch zusätzliche Werkzeuge an die Hand: Sie können spezielle Angebote nutzen, die zuvor nur der Hotline zur Verfügung standen, und werden sofort informiert, wenn Kunden kündigen. Damit erhalten sie die Möglichkeit, gezielt auf solche Situationen zu reagieren und die Kunden zurückzugewinnen.

Ein zentraler Baustein des neuen Konzepts war die technische Vorbereitung. Freenet hat seine IT-Systeme angepasst, um den Händlern umfassenden Zugriff auf Vertragsdaten und Interaktionen zu ermöglichen. Zudem wurden neue Tools eingeführt, die es erleichtern, passgenaue Angebote für verschiedene Kundengruppen zu erstellen. „Die Partner können nun viel individueller arbeiten und so die Kundenbindung verbessern“, erläutert Dunz. Gleichzeitig hat Freenet das Provisionssystem überarbeitet, um den Fokus stärker auf Vertragsverlängerungen und Rückgewinnungen zu legen.

Besonders sensibel bleibt das Thema gekündigte Kunden. Freenet übermittelt die relevanten Informationen jetzt direkt an die Händler, die damit die Verantwortung für die Rückgewinnung tragen. Unterstützt wird dieser Prozess durch spezifische Angebote, die individuell auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnitten werden können. „Erfolgreiche Händler, die hier aktiv werden, erzielen signifikante Ergebnisse“, so Dunz. Es hänge letztlich von der Umsetzung vor Ort ab, ob das Modell langfristig erfolgreich sei.

Sowohl freie als auch kooperierte Vertriebspartner profitieren von dem neuen Ansatz. „Wir haben für die Vertriebspartner individuelle Zielvereinbarungen getroffen, um ihre spezifischen Geschäftsmodelle zu berücksichtigen“, erläutert Dunz. Das stärke nicht nur die Flexibilität der Partner, sondern mache das Konzept vielseitig anwendbar.

Partnerschaft auf neuem Level

Freenet geht mit diesem Schritt durchaus ein Risiko ein: Ohne engagierte Partner könnten Bestandskunden verloren gehen. Um dem entgegenzuwirken, stehen Gebietsleiter in engem Austausch mit den Händlern, analysieren die Ergebnisse und sollen bei der Entwicklung individueller Strategien helfen. „Wir sind optimistisch, dass die Händler das schaffen. Aber wenn es nicht funktioniert, müssten wir zur alten Methode zurückkehren“, räumt Dunz ein. Doch die Strategie bietet auch erhebliches Potenzial. Händler können ihre Expertise ausspielen, und Kunden profitieren von einer persönlicheren Betreuung, die ein Callcenter nicht leisten kann. „Wir sehen hier eine einmalige Gelegenheit, die Zusammenarbeit mit unseren Partnern auf ein neues Level zu heben“, so Dunz. Wenn das Modell erfolgreich ist, könnte es Schule machen und den Fachhandel langfristig stärken.

Neueste Beiträge

Ingram Micro baut Lenovo-Geschäft aus
Der Distributor erweitert seine technischen Ressourcen und Services rund um das Lenovo-Portfolio. Im Fokus stehen Infrastruktur- und Datacenter-Lösungen sowie die Unterstützung von Partnern bei Transformationsprojekten.
3 Minuten
16. Feb 2026
Telekom bringt IoT per Satellit ins Netz - Konnektivität
Die Deutsche Telekom kombiniert erstmals Mobilfunk und Satellit für IoT-Anwendungen. Geräte können künftig weltweit Daten auch ohne terrestrische Netzabdeckung übertragen. Das eröffnet neue Einsatzfelder für Industrie, Logistik und Infrastruktur.
3 Minuten
13. Feb 2026
Notruf-Bilanz: Smartphones retten Leben - Mobilfunk
Zum „Tag des Notrufs“ haben die drei Netzbetreiber einige Zahlen veröffentlicht, die zeigen, wie wichtig Mobilfunk in Notfällen ist. Zudem führen sie Neuerungen ein.
3 Minuten
13. Feb 2026
TH-Newsletter-Web-1920x1080.jpg

Die Top-News des Tages direkt aus der Redaktion

mit dem Telecom Handel Newsletter

Das könnte Sie auch interessieren

Fast jedes vierte Smartphone ist ein iPhone - Weltweiter Bestand
Eine Analyse zeigt, dass fast ein Viertel der weltweit benutzten Smartphones von Apple kommt. Auch die Geräte Samsung und Xiaomi sind weit verbreitet.
2 Minuten
11. Feb 2026
FRITZ!Box 7632 mit G.fast ab sofort erhältlich - Marktstart
Mit der FRITZ!Box 7632 startet ein neues DSL-Modell, das neben klassischen Anschlüssen auch G.fast unterstützt. Je nach Anschluss sind Datenraten bis in den Gigabitbereich möglich.
2 Minuten
10. Feb 2026
Neue Leitlinie des VDA soll Glasfaserausbau erleichtern - In Gebäuden
Eine neue technische Leitlinie des VDE soll den Glasfaserausbau auf der letzten Meile in Gebäuden vereinfachen und damit weniger Kosten verursachen.
2 Minuten
11. Feb 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige