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Inhouse-Versorgung mit Glasfaser weiter schwierig

Eine Studie der Verbände ANGA und VATM hat die konkrete Anbindung der Haushalte an die Glasfaser untersucht. Dabei zeigt sich, dass es vor allem in großen Mehrfamilienhäusern Probleme gibt.
© (Quelle: Shutterstock / TimFuchs203)

Die flächendeckende Versorgung jeder Wohnung mit Glasfaser – dieses Ziel verfolgt die Bundesregierung. Eine aktuelle Marktanalyse von Dialog Consult im Auftrag der Wettbewerber-Verbände ANGA und VATM liefert eine detaillierte Bestandsaufnahme zur sogenannten Inhouse-Versorgung mit FTTB/H-Anschlüssen.

Laut der Studie sind bereits 7,6 Millionen Wohneinheiten in Deutschland mit einem reinen Glasfaseranschluss (FTTH) erschlossen. Davon entfallen 3,9 Millionen auf die Konkurrenten der Telekom. Besonders beim Ausbau in Mehrfamilienhäusern haben die Wettbewerber die Nase vorn: 1,7 Millionen dieser Wohneinheiten haben sie bereits komplett mit Glasfaser bis in die Wohnung erschlossen. Auch die Finanzierung des Ausbaus stemmen sie in weiten Teilen selbst: Über die Hälfte der Inhouse-Verkabelung wird von alternativen Anbietern getragen.

„Die Studie zeigt klar: Die Wettbewerber verfolgen das Ziel, Haushalte direkt mit Glasfaser zu versorgen. Die Telekom hingegen konzentriert sich noch immer stark auf Homes Passed – also Anschlüsse, die nur bis zur Grundstücksgrenze reichen“, erklärt Andreas Walter, Geschäftsführer von Dialog Consult.

Die Herausforderungen beim weiteren Ausbau sind erheblich – insbesondere in großen Mehrfamilienhäusern. ANGA und VATM setzen hier auf eine enge Zusammenarbeit mit der Wohnungswirtschaft. Deren Bereitschaft zum Glasfaserausbau hängt oft davon ab, ob sich dieser mit geplanten Sanierungsmaßnahmen im Gebäude koppeln lässt.

Denn ein großes Hemmnis bleibt der finanzielle Aufwand: Je nach Gebäude müssen für die Inhouse-Versorgung 600 bis 1400 Euro pro Wohneinheit kalkuliert werden. Für die noch rund 22 Millionen nicht erschlossenen Haushalte in Mehrfamilienhäusern summieren sich die Kosten somit auf bis zu 22 Milliarden Euro.

Mit Blick auf die politische Debatte betonen die Verbände: Der Wettbewerb auf der sogenannten Netzebene 4 – also innerhalb der Gebäude – funktioniert auch unter den aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen. Neue gesetzliche Initiativen seien an dieser Stelle nicht zielführend. Wichtiger seien verlässliche, langfristige Rahmenbedingungen für die Investitionen.

„Was die Branche jetzt braucht, ist Planungssicherheit bei der Umstellung von alten Kupferleitungen auf Glasfaser“, fordern Philipp Müller (ANGA) und Frederic Ufer (VATM). Die Bundesnetzagentur müsse dabei künftig eine deutlich aktivere Rolle übernehmen.

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