Media Broadcast kann sein Pilotprojekt zum Smartphone-TV fortführen
Seit 2024 testet Media Broadcast in Halle (Saale) die Technologie 5G Broadcast als nächsten Entwicklungsschritt des terrestrischen Rundfunks. Ziel des Pilotprojekts ist es, audiovisuelle Inhalte direkt auf mobile Endgeräte zu übertragen. Das erfolgt unabhängig von WLAN, Internet oder Mobilfunkkapazitäten und ohne Anrechnung auf das Datenvolumen der Nutzer. Zudem kann die bestehende resiliente terrestrischen Rundfunkinfrastruktur verwendet werden.
Jetzt hat die zuständige Medienanstalt Sachsen‑Anhalt (MSA) die Zuweisung für die Übertragungskapazität im UHF‑Kanal 40 bis zum 31. Mai 2028 verlängert. Damit plant die Freenet-Tochter unter anderem Tests mit seriennahen 5G Broadcast-Endgeräten zur Ermittlung von Reichweite und Nutzererfahrung, die technische Umsetzung und Demonstration erweiterter Warnfunktionen einschließlich einer Anbindung an das Modulare Warnsystem (MoWaS), sowie die Fortsetzung von Know-how-Transfer und Demonstrationen für interessierte Partner und Institutionen.
Seit dem Sendestart im Juni 2024 konnten im Rahmen des Pilotbetriebs umfangreiche Erfahrungen entlang der gesamten Übertragungskette gesammelt werden. Bereits kurz nach Projektbeginn kam 5G Broadcast unter anderem während der Fußball‑Europameisterschaft 2024 erstmals zum Einsatz. Der offizielle Projektstart erfolgte im August 2024, bei diesem Event demonstrierte Media Broadcast verschiedene Anwendungsfälle live, darunter die parallele Ausstrahlung von ARD‑Programmen und des lokalen Senders MDF.1, Seamless Switching zwischen 5G Broadcast und Streaming sowie die Aussendung von Warnmeldungen über 5G Broadcast. Darüber hinaus wurden technische Parameter wie Programmzuführung, Audio‑ und Videocodierung sowie Stabilität, Latenz und Effizienz der Übertragung kontinuierlich getestet und optimiert.
Als Rundfunktechnologie mit Punkt‑zu‑Multipunkt‑Verbreitung bleibt die Empfangsqualität auch bei sehr hohen Nutzerzahlen stabil. Gleichzeitig nutzt 5G Broadcast die bewährte, resiliente Infrastruktur des terrestrischen Rundfunks und eignet sich damit besonders für den Einsatz in Krisen‑ und Katastrophensituationen. Die Möglichkeit, Warnmeldungen nicht nur als Text, sondern auch mit audiovisuellen Zusatzinformationen auszusenden, unterstreiche laut Media Broadcast die Bedeutung von 5G Broadcast als Bestandteil einer zukunftsfähigen Warninfrastruktur.
„Mit der Verlängerung des Pilotprojekts in Halle schaffen wir die Grundlage, um 5G Broadcast in seiner technologischen und gesellschaftlichen Bedeutung weiter fundiert zu erproben. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, welches Potenzial diese Technologie für eine zukunftssichere Medienverbreitung und den Bevölkerungsschutz hat“, sagt Francie Petrick, Geschäftsführerin der Media Broadcast GmbH.