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Mobilfunk als KI-Infrastruktur: O2 startet EU-Initiative

Mit einem EU-Projektantrag will O2 Telefónica Mobilfunknetze gezielt für künftige KI-Anwendungen weiterentwickeln. Der Netzbetreiber führt ein Konsortium aus Forschung und Industrie an, der Förderstatus ist noch offen.

Mobilfunknetze gelten als zentrale Infrastruktur für künftige KI-Anwendungen. O2 Telefónica will sie im Rahmen eines EU-Projektantrags gezielt weiterentwickeln

© (Quelle: o2 Telefónica)

Künstliche Intelligenz gilt als zentrale Zukunftstechnologie für Wirtschaft, Industrie und öffentliche Verwaltung. Damit entsprechende Anwendungen zuverlässig funktionieren, müssen jedoch auch die zugrunde liegenden Netze neue Anforderungen erfüllen. Vor diesem Hintergrund hat O2 Telefónica gemeinsam mit Partnern aus Forschung und Industrie einen Projektvorschlag für ein europäisches Förderprogramm eingereicht.

Im Mittelpunkt steht das Vorhaben „Sovereign Platform for Intelligent Network Evolution“ (SPINE), das im Rahmen des EU-Instruments IPCEI AI angesiedelt ist. O2 Telefónica übernimmt die Konsortialführung. Das geplante Projektvolumen liegt bei rund 43 Millionen Euro. Ob und in welchem Umfang eine Förderung bewilligt wird, ist derzeit noch offen.

Ziel des Projektvorschlags ist es, Mobilfunknetze so weiterzuentwickeln, dass sie den Anforderungen künftiger KI-Anwendungen besser gerecht werden. Dazu zählen unter anderem geringe Latenzen, hohe Zuverlässigkeit, Energieeffizienz sowie ein höherer Automatisierungsgrad im Netzbetrieb. Anwendungen werden unter anderem in den Bereichen vernetzte Mobilität, Industrie, Energienetze und Telemedizin gesehen.

„Digitale Souveränität braucht starke Mobilfunknetze. Es ist die kritische Infrastruktur, auf der künftige KI-Anwendungen für Verbraucher und Unternehmen laufen“, sagt Mallik Rao, Technik- und Geschäftskundenvorstand von O2 Telefónica. Ziel sei es, Netze so weiterzuentwickeln, „dass datenintensive Dienste zuverlässig, schnell und energieeffizient funktionieren – nach europäischen Standards und souverän in den Netzen verankert“.

Mallik Rao, Technik- und Geschäftskundenvorstand von O2 Telefónica, sieht Mobilfunknetze als zentrale Infrastruktur für künftige KI-Anwendungen

© Quelle: o2 Telefónica

Zum geplanten Konsortium gehören mehrere Fraunhofer-Institute, darunter Fraunhofer FOKUS, Fraunhofer HHI und Fraunhofer IIS, sowie die Technische Universität Darmstadt, die auch mit der TU Delft kooperiert. Auf Industrieseite sind unter anderem Nokia, Capgemini, Sopra Steria und LTIMindtree beteiligt, ergänzt durch mehrere Start-ups.

Aus Sicht der Forschung adressiert SPINE grundlegende Herausforderungen an der Schnittstelle von Mobilfunk und Künstlicher Intelligenz. „Der SPINE-Projektvorschlag adressiert zentrale Herausforderungen an der Schnittstelle von Mobilfunk, Künstlicher Intelligenz und digitaler Souveränität“, sagt Manfred Hauswirth, Leiter des Fraunhofer-Instituts FOKUS. Fraunhofer HHI verweist insbesondere auf die Entwicklung robuster und datenschutzkonformer Modelle für eine intelligentere und energieeffizientere Netzsteuerung.

Konkret sieht der Projektansatz vor, Mobilfunknetze entlang ihres gesamten Lebenszyklus zu betrachten – von der Analyse künftiger Anforderungen über Planung und Orchestrierung bis hin zum operativen Betrieb. Ergänzend sollen Konzepte für Datenmanagement, Anonymisierung und Governance entstehen, um eine datensouveräne Nutzung der eingesetzten Informationen sicherzustellen.

Kurzfristige Produktankündigungen oder konkrete neue Netzfunktionen sind mit dem Projektvorschlag nicht verbunden. Vielmehr handelt es sich um Grundlagenarbeit, die perspektivisch in spätere 5G-Advanced- und 6G-Netze einfließen könnte. Mit SPINE positioniert sich O2 Telefónica damit strategisch in der Debatte um Mobilfunknetze als zukünftige KI-Infrastruktur. Der weitere Verlauf hängt maßgeblich vom Erfolg des EU-Förderverfahrens ab.

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