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Monopolkommission warnt vor neuer Telekom-Dominanz

Die Monopolkommission sieht den Übergang zu Glasfaser als kritische Phase mit Risiken für den Wettbewerb. VATM und Breko fordern entschlossenes Handeln der Bundesnetzagentur und warnen vor strategischen Vorteilen für die Telekom.

Tomaso Duso, Vorsitzender der Monopolkommission, warnt vor einer wachsenden Marktdominanz der Telekom im Zuge der Glasfasermigration

© (Quelle: Monopolkommission)

Die Monopolkommission zeichnet in ihrem 14. Sektorgutachten Telekommunikation ein deutliches Bild: Der Übergang von Kupfer- zu Glasfasernetzen ist eine Phase, in der sich Marktstrukturen verfestigen können und in der vor allem die Deutsche Telekom ihre starke Stellung weiter ausbauen könnte. „Es besteht die Gefahr, dass die ehemaligen Staatsmonopolisten wieder dominant werden“, sagt Kommissionschef Tomaso Duso. Eine vorschnelle Deregulierung im Rahmen des geplanten Digital Networks Act würde „den Wettbewerb stark beeinträchtigen“.

Kritik an zögerlicher Regulierung – Fokus auf Migration und Inhouse-Netze

Kernpunkt des Gutachtens ist die anstehende Kupfer-Glasfaser-Migration, die laut Monopolkommission regulativ unzureichend gesteuert wird. Derzeit könnten Netzbetreiber Glasfaser dort priorisieren, wo Wettbewerber bereits aktiv sind – mit klaren Risiken: Der Ausbau würde verlangsamt, während alternative Anbieter verdrängt werden könnten.

Duso fordert daher eine aktivere Rolle der Bundesnetzagentur: „Die künftige Marktstruktur im Festnetz wird maßgeblich durch die Migration geprägt.“ Die Behörde müsse „von einer moderierenden in eine handelnde Rolle“ wechseln.

Konkrete Vorgaben empfiehlt die Kommission auch für die gebäudeinterne Infrastruktur. Jede Wohnung solle künftig „mit mindestens vier Fasern“ erschlossen werden, um Wettbewerb im Inhouse-Bereich dauerhaft sicherzustellen. Zudem solle es Eigentümern nur befristet erlaubt sein, ihre internen Netze zu monetarisieren.

Branchenverbände sehen dringenden Handlungsbedarf

Der VATM bekräftigt die Analyse der Wettbewerbshüter. Geschäftsführer Frederic Ufer warnt: „Der vor Jahren eingeschlagene Weg einer Regulierung light ist gescheitert und muss korrigiert werden.“ Ohne klare Vorgaben könne die Telekom das Kupfernetz länger betreiben, Ausbaugebiete taktisch wählen und alternative Anbieter ausbremsen.

Auch zum Digital Networks Act äußert der Verband klare Erwartungen: Unternehmen mit signifikanter Marktmacht müssten „weiterhin einer strengen Regulierung unterworfen bleiben“.

Der Breko stimmt in der grundsätzlichen Einschätzung überein, widerspricht jedoch einem Punkt des Gutachtens: der Idee, mehr Wettbewerb über parallele Glasfasernetze, also Doppelausbau, zu schaffen. „Dieser Vorschlag geht an der Realität vorbei“, sagt Hauptstadtbüroleiter Sven Knapp. Deutschland habe europaweit die höchsten Ausbaukosten, parallele Netze seien außerhalb weniger urbaner Lagen kaum wirtschaftlich. Wettbewerb lasse sich „auch ohne parallele Glasfasernetze erreichen: durch Open Access und diskriminierungsfreien Netzzugang“.

Fazit: Richtung klar, Umsetzung offen

Das Gutachten stellt die Regulierungsbehörden vor grundlegende Fragen: Wie lässt sich Wettbewerb sichern, wenn Glasfaser zum neuen Standard wird? Wie verhindert man marktstrategische Vorteile einzelner Netzbetreiber? Und wie schafft man einen fairen Übergang, ohne Investitionen zu gefährden?

Mit ihren Stellungnahmen machen VATM und Breko deutlich, dass der Handlungsdruck wächst. Die Bundesnetzagentur wird in den kommenden Monaten darlegen müssen, wie sie ihrer Rolle als Ordnungsgeber im neuen Glasfasermarkt gerecht werden will.

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