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Lesedauer 3 Min.

Netztest: Mobilfunk im ICE fällt durch

Der aktuelle Mobilfunk-Test von Chip und Net Check bescheinigt Telekom, Vodafone und O2 gute Leistungen im Alltag. In Fernzügen bleibt die Versorgung jedoch schwach – trotz Kooperation mit der Deutschen Bahn und laufendem Ausbau.

Mobil im Zug: Der aktuelle Netztest zeigt deutliche Schwächen

© (Quelle: shutterstock / Monkey Business Images)

Der neue Mobilfunk-Test von Chip und Net Check basiert auf Milliarden Crowdsourcing-Daten sowie umfangreichen Messfahrten durch ganz Deutschland. Abseits der Fernzüge zeigt sich ein positives Bild: Webzugriffe, Telefonie und Videostreaming funktionieren laut Test in den meisten Regionen zuverlässig. Die Telekom erreicht erstmals das Gesamturteil „exzellent“ und baut ihre Führung aus. Vodafone bleibt auf Platz zwei und zeigt stabile Ergebnisse. O2 verbessert sich erneut und erzielt erstmals ein „sehr gut“.

Eine Rolle spielt der fortschreitende Markteintritt von 1&1. Dessen eigenes Netz wurde noch nicht bewertet, da technische Umstellungen bevorstehen. Dennoch wirkt sich die veränderte Lastverteilung aus: O2 profitiert vom Wegfall von Roaming-Volumen, während Vodafone zusätzliche Nutzer verkraften muss. Beide Betreiber konnten ihre Leistungen im Test dennoch stabil halten oder steigern.

Fernzüge bleiben Schwachpunkt

Deutlich schlechter fällt das Ergebnis im Fernverkehr aus. In keinem anderen Testszenario treten laut Chip mehr Verbindungsabbrüche, Verständlichkeitsprobleme und Einbrüche bei Datenraten auf. Die Zusammenarbeit zwischen Netzbetreibern und Deutscher Bahn zeigt bislang nur begrenzte Wirkung. Verbesserungen entlang der Strecken kommen bei den Fahrgästen häufig nicht an.

Die Tester führen einen Teil der Probleme auf die Züge selbst zurück – etwa durch abschirmende Fahrzeugstrukturen und technische Beschränkungen der Repeater. Das gemeinsame Ziel von Telekom und Deutscher Bahn, bis 2026 durchgehend telefonieren und surfen zu können, gilt weiterhin als ambitioniert. Im internationalen Vergleich bleibt Deutschland hinter Ländern wie Österreich und der Schweiz zurück.

Für Fachhändler und Systemhäuser bleibt die Versorgung entlang wichtiger Mobilitätsstrecken ein Thema, insbesondere bei Geschäftskunden. Unternehmen erwarten stabile mobile Datenverbindungen für Remote-Arbeit, Collaboration-Tools und Anwendungen im Außendienst. Der Test zeigt, dass die Netze im Alltag zuverlässiger geworden sind, aber weiterhin kritische Bereiche bestehen.

Auch das Stadt-Land-Gefälle bleibt bestehen. Während städtische Regionen hohe Datenraten nahezu flächendeckend erreichen, sind schnelle Downloads jenseits von 100 Mbit/s in ländlichen Gebieten weiterhin die Ausnahme. Die Branche steht damit vor der Herausforderung, Ausbauziele der Bundesnetzagentur bis 2029 und 2030 zu erfüllen und gleichzeitig die tatsächliche Nutzung sicherzustellen.

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