Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Social Media verliert an Bindungskraft

Eine aktuelle Studie der Postbank zeigt: Jugendliche nutzen soziale Medien weiterhin intensiv, setzen sich aber zunehmend kritisch mit deren Wirkung auseinander. Gleichzeitig verlieren große Plattformen spürbar an Reichweite.

Jugendliche nutzen soziale Medien weiterhin intensiv, setzen sich aber zunehmend kritisch mit deren Einfluss auf Verhalten und Alltag auseinander

© (Quelle: shutterstock / DavideAngelini)

Soziale Medien sind fester Bestandteil des Alltags junger Menschen – zugleich wächst die Distanz. Das ist ein zentrales Ergebnis der „Jugend-Digitalstudie 2025“ der Postbank, für die im September 1.000 Jugendliche im Alter von 16 bis 18 Jahren befragt wurden. Drei Viertel der Befragten geben an, in ihrem Umfeld Freunde zu haben, die sie selbst als abhängig von sozialen Medien einschätzen. Besonders ausgeprägt ist diese Wahrnehmung bei jungen Frauen.

82 Prozent der befragten Mädchen und jungen Frauen sehen die Gefahr einer Social-Media-Abhängigkeit im eigenen Umfeld, bei jungen Männern liegt der Wert bei 68 Prozent. Die Studie deutet darauf hin, dass Jugendliche die Wirkung sozialer Plattformen auf Verhalten und Alltag zunehmend reflektieren und kritischer bewerten als noch in den Vorjahren.

Reichweitenverluste bei allen großen Plattformen

Parallel zu dieser wachsenden Sensibilität verlieren die großen Social-Media-Plattformen an Reichweite. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen alle führenden Anbieter Rückgänge. Instagram und YouTube bleiben mit jeweils 68 Prozent Nutzung zwar weiterhin an der Spitze, erreichen aber ebenfalls weniger Jugendliche als zuvor. Dahinter folgen WhatsApp, TikTok und Snapchat.

Besonders deutlich fällt der Rückgang bei WhatsApp aus. Während der Messenger vor fünf Jahren noch von 86 Prozent der Jugendlichen genutzt wurde, liegt der Wert aktuell bei 65 Prozent. Die Zahlen deuten darauf hin, dass selbst etablierte Plattformen an Selbstverständlichkeit verlieren, ohne jedoch ihre Bedeutung vollständig einzubüßen.

Inhaltlich dominieren weiterhin persönliche Themen. Auf Instagram stehen private Inhalte im Vordergrund, YouTube wird vor allem für Freizeit- und Unterhaltungsformate genutzt. Auffällig: Knapp jeder zweite Jugendliche findet es positiv, sich auf Social Media auch einmal aufregen zu dürfen.

Social Shopping: genutzt, aber nicht unumstritten

Neben Kommunikation und Unterhaltung spielt auch der Konsum eine Rolle. Knapp die Hälfte der Befragten hat bereits mindestens einmal direkt über soziale Medien eingekauft. Besonders junge Männer zeigen dabei eine höhere Affinität zum sogenannten Social Shopping als junge Frauen.

Als wichtigste Anreize nennen die Jugendlichen Rabattaktionen sowie individuell passende Produktangebote. Jeweils 29 Prozent sehen darin einen Vorteil gegenüber klassischen Online-Shops. Gleichzeitig wächst jedoch die Ablehnung: Rund ein Drittel der jungen Frauen und Männer lehnt Einkäufe über soziale Plattformen grundsätzlich ab. Gegenüber dem Vorjahr ist dieser Anteil um sieben Prozentpunkte gestiegen.

Die Studie zeigt damit ein ambivalentes Bild: Social Media wird weiterhin genutzt und auch wirtschaftlich relevant wahrgenommen, stößt aber zunehmend auf Skepsis. Dies gilt sowohl im Hinblick auf Nutzungsintensität als auch auf kommerzielle Funktionen.

Hohe Erwartungen an Plattformen

Aus Sicht der Studienautoren bleibt Social Media trotz aller Kritik ein zentraler Bestandteil des jugendlichen Alltags. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an Funktionalität, Verantwortung und Gestaltung der Plattformen. Jugendliche seien nicht nur Nutzer, sondern zunehmend auch kritische Beobachter ihres eigenen Medienverhaltens.

Die Ergebnisse der Jugend-Digitalstudie 2025 legen nahe, dass Reichweite allein künftig nicht mehr ausreicht. Plattformen müssen sich stärker damit auseinandersetzen, wie sie genutzt werden und wie sie auf eine Zielgruppe reagieren, die sensibler für Abhängigkeit, Einfluss und Manipulation geworden ist.

© Quelle: Postbank

Neueste Beiträge

Die Zukunft der Telefonanlage: Vortrag von ecotel
Cloud, KI und die Anbindung bestehender Systeme verändern, wie Unternehmen mit Kunden und Mitarbeitenden kommunizieren. Wohin sich die Business-Kommunikation bis 2030 entwickelt, zeigt Oliver Jansen, Chief Business Officer der ecotel communication ag, in einem Vortrag auf der communicate.
2 Minuten
Pascom bringt KI-Telefonassistent Pia in den Regelbetrieb
Nach einer Testphase macht Pascom seinen KI-Telefonassistenten Pia nun für alle Kunden verfügbar. Der Voice Agent kann Gespräche führen, Informationen auswerten und abhängig vom Anliegen weitere Schritte anstoßen.
3 Minuten
30. Sep 2026
Expert startet mit Payback und baut KI im Handel aus
Kundenbindung, digitale Vertriebswege und Künstliche Intelligenz stehen im Mittelpunkt der weiteren Ausrichtung von Expert. Auf der Hauptversammlung in Göttingen kündigte die Kooperation unter anderem den Start von Payback an und gab einen Einblick in ihre Pläne für das laufende Geschäftsjahr.
4 Minuten
29. Sep 2026
TH-Newsletter-Web-1920x1080.jpg

Die Top-News des Tages direkt aus der Redaktion

mit dem Telecom Handel Newsletter

Das könnte Sie auch interessieren

Das sind die Smartphone-Bestseller des zweiten Quartals
Counterpoint Research hat wieder Liste der zehn weltweit am häufigsten verkaufen Smartphones veröffentlicht. Darunter finden sich jeweils fünf Modelle von Apple und fünf von Samsung, die Konkurrenten gehen leer aus.
2 Minuten
27. Aug 2026
Das sind die Smartphone-Bestseller des ersten Quartals
Fünfmal Samsung, viermal Apple und einmal Xiaomi: Die Marktforscher von Counterpoint Research haben die weltweit im ersten Quartal des Jahres am häufigsten verkauften Smartphones ermittelt.
2 Minuten
7. Mai 2026
Eine Ära im Vodafone-Vertrieb endet: Armin Heddenhausen geht
Mit Armin Heddenhausen verliert Vodafone eine der langjährigsten und bekanntesten Führungskräfte im indirekten Vertrieb. Über viele Jahre prägte er die Zusammenarbeit mit Fachhandel, Distribution und Vertriebspartnern. Seine berufliche Zukunft lässt er zunächst offen.
3 Minuten
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige