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Telekom setzt KI-Agenten im Mobilfunknetz ein

Mit dem „RAN Guardian Agent“ führt die Telekom erstmals Künstliche Intelligenz zur autonomen Netzüberwachung und -optimierung ein. Das System soll Anomalien erkennen, Lastspitzen ausgleichen und langfristig den Weg zu selbstheilenden Netzen ebnen.

Der neue KI-Agent „RAN Guardian“ überwacht und optimiert die Mobilfunkversorgung der Telekom – ein Schritt hin zu autonomen, selbstlernenden Netzen

© (Quelle: Telekom)

Die Deutsche Telekom hat den operativen Einsatz eines KI-Agenten im Mobilfunknetz gestartet. Der „RAN Guardian Agent“ unterstützt ab sofort das Netzwerkmanagement bei der Überwachung, Analyse und Optimierung des Radioteils des Netzes (RAN – Radio Access Network). Ziel ist es, die Netzqualität weiter zu verbessern und Störungen künftig schneller und automatisiert zu beheben.

„Mit der Einführung des RAN Guardian Agent setzen wir als erster Netzbetreiber auf einen hochentwickelten KI-Agenten im Netzmanagement“, erklärte Abdu Mudesir, Vorstand Product & Technology der Deutschen Telekom. „Damit haben unsere Entwicklerteams Pionierarbeit bei der Entwicklung von KI-Agenten für Mobilfunknetze geleistet. Wir lösen damit konkrete Herausforderungen im Sinne unserer Kunden – für das beste Netz – und machen einen großen Schritt in Richtung autonomer, selbstheilender Netze.“

KI analysiert Netzlast und reagiert in Echtzeit

Der neue KI-Agent kann das Verhalten des Mobilfunknetzes analysieren, Leistungsprobleme erkennen und selbstständig Maßnahmen zur Optimierung einleiten. Grundlage ist ein Multi-Agenten-System, das aus mehreren spezialisierten KI-Modulen besteht, die zusammenarbeiten.

Ein Modul identifiziert etwa auf Basis öffentlich zugänglicher Quellen wie Veranstaltungskalendern oder Social Media, wo größere Menschenansammlungen zu erwarten sind – beispielsweise bei Konzerten, Sportereignissen oder Festivals. Anschließend prüft ein weiterer Agent, wie gut die umliegenden Funkzellen diese zusätzliche Netzlast bewältigen können. Bei drohender Überlastung kann das System automatisch Kapazitäten umverteilen oder Konfigurationen anpassen.

Ein dritter Agent setzt die vorgeschlagenen Optimierungen um und dokumentiert alle Schritte, um aus vergangenen Ereignissen zu lernen. Auf diese Weise kann das System seine Entscheidungen kontinuierlich verbessern und künftige Situationen proaktiv steuern.

Kooperation mit Google Cloud

Technisch basiert der RAN Guardian Agent auf der Gemini-2.5-Plattform von Google Cloud. Er nutzt Komponenten wie CloudRun, BigQuery und Firestore, um große Datenmengen aus dem Netzbetrieb zu analysieren und Entscheidungen in Echtzeit umzusetzen. Durch die Integration sogenannter Large Language Models (LLMs) und Reasoning-Frameworks kann der Agent Muster erkennen, argumentieren, Entscheidungen begründen und sich mit anderen Modulen abstimmen.

Der Einsatz solcher Systeme gilt als nächster Schritt in der Automatisierung des Netzbetriebs. Bisherige regelbasierte Automatisierung stößt bei der Vielzahl an Parametern und dynamischen Einflüssen zunehmend an Grenzen. Durch KI-gestützte Steuerung lassen sich Fehlerquellen schneller identifizieren und beheben – laut Telekom teilweise in Minuten statt in Stunden.

Auf dem Weg zum autonomen Netz

Mit dem Projekt erweitert die Telekom ihre Initiativen zur intelligenten Netzsteuerung, die sie bereits auf dem Mobile World Congress vorgestellt hatte. Der langfristige Ansatz: Netze sollen künftig nicht nur automatisiert, sondern weitgehend selbstlernend betrieben werden – also in der Lage sein, Fehler zu erkennen, zu korrigieren und sich an neue Anforderungen anzupassen.

Der operative Einsatz des RAN Guardian Agent markiert den ersten konkreten Schritt in diese Richtung. Für die Kunden könnte das mittelfristig spürbare Vorteile bringen: stabilere Verbindungen, geringere Ausfallzeiten und eine präzisere Netzoptimierung auch bei außergewöhnlichen Belastungen.

Mudesir fasste das Ziel zusammen: „Die Telekom verbindet menschliche Expertise mit der Intelligenz von KI-Systemen. Das Ergebnis ist ein Netz, das schneller reagiert, sich selbst verbessert und so den steigenden Anforderungen von morgen gewachsen ist.“

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