Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Telko-Studie: Kunden unzufrieden, Wechselbereitschaft steigt

Hohe Preise, schwacher Service und ungenutzte digitale Angebote: Laut einer Untersuchung von Simon-Kucher denken viele Kunden über einen Anbieterwechsel nach. Swisscom sticht positiv hervor, während Vodafone und Telefónica O2 im Ranking zurückfallen.

Unzufriedenheit am Smartphone: Viele Telko-Kunden bemängeln laut Studie hohen Preis und schwachen Service

© (Quelle: shutterstock / fizkes)

Die Telekommunikationsbranche kämpft mit einer  Kombination aus hoher Preiswahrnehmung und unzureichendem Service. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Telko-Studie der Unternehmensberatung Simon-Kucher, für die im Frühjahr 2025 mehr als 1.500 Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt wurden. Rund 70 Prozent der Probleme, die Kunden bei ihren Anbietern melden, bleiben demnach bereits beim ersten Kontakt ungelöst. Gleichzeitig empfinden 46 Prozent ihre Tarife als zu teuer.

Diese Gemengelage wirkt sich direkt auf die Kundenbindung aus: Ein Viertel der Befragten denkt derzeit über einen Anbieterwechsel nach. Branchenexperten warnen, dass dies für die Unternehmen teuer werden könnte. „Es ist im Schnitt 13-mal günstiger, Bestandskunden zu halten, als Neukunden zu gewinnen. Zudem geben Bestandskunden im Schnitt fast 20 Prozent mehr aus“, sagt Alexander Zimm, Senior Director bei Simon-Kucher. Wer Stammkunden verliert, büßt also nicht nur Umsatz ein, sondern muss auch hohe Kosten für Rückgewinnung und Neuakquise in Kauf nehmen.

Swisscom deutlich vor der Konkurrenz

Der sogenannte Help-Index, mit dem die Studie Zufriedenheit, Engagement, Loyalität und Zahlungsbereitschaft misst, zeigt deutliche Unterschiede zwischen den Anbietern. Mit 31 Punkten liegt Swisscom klar über dem Branchendurchschnitt. Vodafone Deutschland und Telefónica O2 kommen lediglich auf 23 Punkte und bilden damit das Schlusslicht. „Swisscom legt die Messlatte im DACH-Raum hoch. In drei von vier Kategorien an der Spitze zu liegen, ist kein Zufall, sondern Ergebnis einer klaren Strategie“, erklärt Zimm.

Neben Service und Preisgestaltung haben die Autoren der Studie auch digitale Angebote untersucht. Das Ergebnis: Rund ein Viertel der Befragten nutzt die App des eigenen Anbieters gar nicht. 41 Prozent kennen zwar ein Treueprogramm, entscheiden sich aber bewusst gegen eine Teilnahme. Nur 34 Prozent nehmen an solchen Programmen teil. Dabei zeigen die Daten, dass die Nutzung dieser Angebote spürbare Effekte hat: Wird eine App aktiv eingesetzt, steigt der monatliche Umsatz pro Kunde im Schnitt um 25 Prozent, bei Treueprogrammen um 23 Prozent.

„Digitale Plattformen wie Telko-Apps wirken auf viele Kunden noch wie ein Fremdkörper – statt Mehrwert herrscht Misstrauen“, sagt Zimm. Für die Anbieter sei dies ein Warnsignal: Wer Apps und Treueprogramme lediglich bereitstelle, aber keine überzeugenden Anreize schaffe, verliere Marktanteile.

Belastung durch Krisenstimmung

Zusätzlich zur Service- und Preisproblematik prägen auch wirtschaftliche und politische Unsicherheiten das Bild. Rund 70 Prozent der Befragten gaben an, sich wegen steigender Lebenshaltungskosten und internationaler Konflikte Sorgen zu machen. Mehr als ein Drittel berichtete von einer Verschlechterung der eigenen finanziellen Lage. Vor allem ältere Kundengruppen zeigen sich verunsichert, während die jüngere Generation Z im Durchschnitt deutlich optimistischer bleibt.

Neueste Beiträge

Remko Rijnders übernimmt als CEO von Ceconomy
Nach dem überraschenden Rücktritt des CEO Kai-Ulrich Deissner hat der Ceconomy-Konzern, mit dem ehemaligen CFO Remko Rijnders jetzt einen Nachfolger gefunden.
2 Minuten
2. Jul 2026
Wie Agentic Commerce die Spielregeln im Handel verändert
Agentic Commerce verändert die Kräfteverhältnisse im Handel, denn Marken müssen künftig nicht nur Menschen, sondern auch Maschinen überzeugen. Accenture Song-Chef Markus Tillmann erklärt im Interview mit W&V, worauf es jetzt ankommt.
10 Minuten
TD Synnex eröffnet KI-Testzentrum für Channel-Partner
TD Synnex erweitert sein KI-Angebot für den Channel. Gemeinsam mit Cisco und NVIDIA hat Nvidia Distributor in Paris die „Secure AI Factory“ eröffnet. Das Innovationszentrum steht auch Vertriebspartnern aus der DACH-Region offen und soll die Entwicklung, Erprobung und Validierung von KI-Anwendungen erleichtern.
3 Minuten
TH-Newsletter-Web-1920x1080.jpg

Die Top-News des Tages direkt aus der Redaktion

mit dem Telecom Handel Newsletter

Das könnte Sie auch interessieren

Das sind die Smartphone-Bestseller des ersten Quartals
Fünfmal Samsung, viermal Apple und einmal Xiaomi: Die Marktforscher von Counterpoint Research haben die weltweit im ersten Quartal des Jahres am häufigsten verkauften Smartphones ermittelt.
2 Minuten
7. Mai 2026
Marc Albers ist neuer Senior Director Sales & Operation bei Samsung
Samsung hat mit Marc Albers einen neuen Vertriebsleiter im Bereich Mobile eXperience (MX) ernannt. Er soll die strategische Weiterentwicklung sowie die operative Steuerung verschiedener Geschäftsbereiche in Deutschland verantworten.
2 Minuten
10. Jun 2026
1&1 und Tele Columbus schließen langfristige Kooperation
1&1 wird sein bundesweites Glasfasertransportnetz mit den regionalen Stadtnetzen von Tele Columbus verbinden. Die langfristige Partnerschaft soll auch die künftigen Ausbaugebiete umfassen.
2 Minuten
15. Jun 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige