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Verbraucher hoffen, Händler bleiben vorsichtig

Die Verbraucherstimmung in Deutschland hellt sich zu Jahresbeginn leicht auf. Im Einzelhandel überwiegt dennoch die Skepsis: Viele Unternehmen rechnen 2026 mit sinkenden Umsätzen und sehen die Politik in der Pflicht.

Einkaufstaschen in einer Fußgängerzone: Die Verbraucherstimmung hellt sich leicht auf, bleibt insgesamt jedoch verhalten

© (Quelle: shutterstock / Athitat Shinagowin)

Die Erwartungen von Verbrauchern und Händlern entwickeln sich zu Beginn des Jahres 2026 in unterschiedliche Richtungen. Während sich die Konsumstimmung im Februar leicht verbessert, blickt ein großer Teil des Einzelhandels weiterhin zurückhaltend auf die wirtschaftliche Entwicklung. Das zeigen aktuelle Erhebungen des Handelsverband Deutschland (HDE).

Nach dem aktuellen HDE-Konsumbarometer erreicht die Verbraucherstimmung im Februar den höchsten Stand seit dem Sommer des Vorjahres. Die Konjunkturerwartungen der Verbraucherinnen und Verbraucher verbessern sich ebenso wie die Einschätzung der eigenen Einkommenssituation. Die geplante Konsumaktivität steigt allerdings nur geringfügig, die Sparneigung bleibt nahezu unverändert. Der Verband spricht daher von einer vorsichtigen Aufhellung bei weiterhin schwachem Stimmungsniveau.

Deutlich zurückhaltender fällt die Einschätzung im Handel selbst aus. In einer Umfrage unter knapp 600 Handelsunternehmen rechnen 49 Prozent der Befragten im laufenden Jahr mit niedrigeren Umsätzen als 2025. Weitere 29 Prozent erwarten eine Stagnation, nur 23 Prozent gehen von einem Umsatzplus aus. Vor diesem Hintergrund prognostiziert der HDE für den Einzelhandel 2026 ein nominales Umsatzwachstum von zwei Prozent, real entspricht das einem Plus von rund 0,5 Prozent.

Wachstumstreiber bleibt aus Sicht des Verbandes der Online-Handel. Hier rechnet der HDE mit einem nominalen Umsatzanstieg von 4,4 Prozent, real von 3,5 Prozent. Insgesamt erwartet der Verband für den Einzelhandel in Deutschland einen Umsatz von 697,4 Milliarden Euro, davon 96,3 Milliarden Euro im Online-Geschäft.

Als zentrale Belastungsfaktoren nennen die Unternehmen vor allem hohe Kosten. 59 Prozent der Befragten sehen Entlastungen beim Thema Bürokratie als vordringlich an. Auch Energiepreise und Arbeitskosten spielen eine entscheidende Rolle. Für den Fall weiter steigender Arbeitskosten erwarten 77 Prozent der Unternehmen negative Effekte auf die Beschäftigung. Seit 2022 habe der Einzelhandel bereits rund 60.000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze verloren, so der HDE.

„Es sieht derzeit nicht nach dem großen Aufatmen im Einzelhandel aus“, erklärt HDE-Präsident Alexander von Preen. Zwar gebe es Anzeichen für eine leichte Stabilisierung auf Verbraucherseite, diese reichten jedoch bislang nicht aus, um im Handel für spürbaren Optimismus zu sorgen. Entscheidend sei, ob sich die konjunkturellen Rahmenbedingungen in den kommenden Monaten nachhaltig verbesserten.

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