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Zwischen Jubiläum und Generationswechsel

Jubiläumsjahr bei Herweck: 40 Jahre Unternehmen, 20 Jahre Hausmesse – doch gefeiert wurde mit Maß. Themen waren unter anderem das neue Mietmodell sowie der Rückzug von Vorstand Dieter Philippi.

Die Chefetage der Herweck AG: Hans-Jürgen Witfeld, Dieter Philippi, Jörg Herweck, Jakob Saga und Can Güntuncer

© (Quelle: Telecom Handel)

Für Herweck ist es ein besonderes Jahr: Seit 40 Jahren gibt es den Distributor inzwischen, und auch das traditionelle Kundenevent „Perspectives“ findet 2025 bereits zum 20. Mal statt. Eigentlich ein Anlass, auf der Hausmesse einmal richtig auf die Pauke zu hauen – mit einem Fest der Superlative, einem internationalen Showact oder anderem Glamour. Doch so recht will das nicht zum Unternehmen aus dem Saarland passen, das – dem Klischee zufolge – eher für Bodenständigkeit und Unaufgeregtheit steht. Die Haltung scheint zu sein: „40 Jahre Herweck? Schön, aber kein Grund, aus der Fassung zu geraten.“

So verlief die Hausmesse letztlich ähnlich wie in den Vorjahren: ein paar Aussteller weniger, ein paar Besucher mehr – und eine Abendveranstaltung im Saarbrücker E-Werk, bei der diesmal der 81-jährige Schlagersänger Michael Holm („Tränen lügen nicht“) als Stargast auftrat.

Das eigentliche Highlight, wenn man es so nennen will, war die offizielle Ankündigung von Dieter Philippi, sich zum 1. Januar 2026 aus dem Vorstand zurückzuziehen und seine Aufgaben an Jakob Saga zu übergeben – erstmals an einen angestellten Geschäftsführer. Eine weitere Personalie: Can Güntuncer, Executive Vice President und Mobile-Chef, gehört seit wenigen Wochen zur erweiterten Geschäftsführung.

Beim Pressegespräch zeigte sich der Distributor mit der Unternehmensentwicklung und dem Ergebnis des Jahres 2024 „nicht ganz zufrieden, aber doch glücklich“, wie Vorstand Jörg Herweck es formulierte. Das Geschäftsergebnis sei nahezu identisch zum Vorjahr, der Umsatz lag mit etwas über 500 Millionen Euro ebenfalls auf Vorjahresniveau.

Regelmäßige Umsätze mit DaaS

Im neuen Technik- und Servicecenter werden die DaaS-Pakete konfektioniert.

© Quelle: Telecom Handel

Ein zentrales Thema auf der Perspectives waren „Dauerschuldverhältnisse“ – was ähnlich sperrig klingt wie „DaaS“. Gemeint ist ein neues Angebot, bei dem Fachhändler mobile Endgeräte im Mietmodell an ihre Kunden weitergeben. Jörg Herweck warb deutlich für das Konzept: „Die Wertschöpfung bleibt dabei größtenteils beim Händler – und nicht etwa bei Versicherungen oder Leasinggesellschaften.“ Zwei Varianten stehen zur Auswahl: Beim „Partner Service“ ist der Händler Leasingnehmer und berechnet dem Endkunden die Leasingrate im eigenen Namen und auf eigene Rechnung weiter. Beim „Full Service“ übernimmt Herweck die Rolle des Leasingnehmers, kümmert sich um Abrechnung und Einzug der Mietraten. Noch ist die Zahl der teilnehmenden Händler überschaubar, doch vor allem aus dem Systemhaus-Segment sei das Interesse groß, so Herweck.

Ein weiteres Thema war das neue Hardware-Angebot unter der Marke „secondlove devices“. Herweck will hier eine Alternative zum Neugerätegeschäft bieten – mit gebrauchten, geprüften Endgeräten samt Garantie. Die Aufbereitung erfolgt im hauseigenen Technik- und Servicecenter. Der Fachhandel kann so auch im Gebrauchtmarkt aktiv werden und direkt über Herweck einkaufen. Laut Vorstand Hans-Jürgen Witfeld laufe das Geschäft vielversprechend an: „Derzeit ist die Nachfrage sogar größer, als wir an Gebrauchtgeräten anbieten können.“

Den Spruch des Tages lieferte einmal mehr Dieter Philippi, der die Bedeutung der Distribution betonte – auf seine eigene Art: „Ein Distributor ist wie ein Beerdigungsinstitut. Man kann die Toten ja nicht auf der Straße liegen lassen.“

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