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Plattform statt Händler: Ceconomy treibt Umbau voran

Services, Marktplatz und Werbegeschäft gewinnen für Ceconomy zunehmend an Bedeutung. Die aktuellen Quartalszahlen zeigen, wie sich MediaMarktSaturn vom klassischen Elektronikhändler zur Plattform entwickelt und den Umbau vor dem Einstieg vonJD.comvorantreibt.
© (Quelle: Ceconomy)

Die Ceconomy AG ist mit einem Umsatzplus von 3,4 Prozent auf 7,6 Milliarden Euro ins Geschäftsjahr 2025/26 gestartet. Das bereinigte EBIT stieg im ersten Quartal um elf Prozent auf 311 Millionen Euro. Damit wuchs der Mutterkonzern von MediaMarkt und Saturn bereits das zwölfte Quartal in Folge profitabel – trotz weiterhin verhaltener Konsumstimmung in Teilen Europas.

Die Zahlen bestätigen eine Entwicklung, die sich seit mehreren Quartalen abzeichnet: Wachstum und Ergebnisverbesserung werden zunehmend von Geschäftsfeldern getragen, die über den klassischen Verkauf von Unterhaltungselektronik hinausgehen. Dazu zählen vor allem Services & Solutions, das Marktplatzgeschäft sowie das Retail-Media-Segment.

Ceconomy-CEO Kai-Ulrich Deissner sieht darin eine Bestätigung der strategischen Ausrichtung: „Zwölf Quartale in Folge profitables Wachstum – das beweist unsere nachhaltige Strategie von Experience Electronics und die Robustheit unseres Geschäftsmodells.“

Online-Anteil überschreitet zentrale Schwelle

Ein wichtiger Indikator für den strukturellen Wandel ist der wachsende Anteil des Onlinegeschäfts. Dieser lag im ersten Quartal erstmals bei über 30 Prozent und erreichte damit ein neues Allzeithoch außerhalb der Lockdown-Phase. Parallel baut Ceconomy die Verzahnung von Online- und stationärem Geschäft weiter aus. Kunden kombinieren zunehmend verschiedene Kanäle, etwa durch Onlinebestellungen mit Abholung im Markt oder durch zusätzliche Serviceleistungen beim Gerätekauf.

Insbesondere Services & Solutions entwickeln sich zu einem wichtigen Erlöspfeiler. Dazu zählen Garantieverlängerungen, Versicherungen und weitere Zusatzleistungen, die häufig direkt mit Produkten gebündelt werden. Diese Angebote tragen überproportional zur Profitabilität bei, da sie höhere Margen ermöglichen als der reine Geräteverkauf.

Auch das Retail-Media-Geschäft wächst stark. Hersteller nutzen die Plattformen von MediaMarkt und Saturn zunehmend, um Produkte gezielt zu bewerben und Kundengruppen anzusprechen. Laut Unternehmen konnte dieser Bereich im ersten Quartal ein deutlich zweistelliges Wachstum verzeichnen.

Marktplatz und Services stärken Plattformmodell

Parallel treibt Ceconomy den Ausbau seines Marktplatzgeschäfts voran. Externe Anbieter werden stärker in die Plattform integriert, wodurch sich das Sortiment erweitert, ohne dass der Konzern selbst zusätzliche Lagerbestände aufbauen muss. Gleichzeitig entstehen neue Erlösquellen durch Provisionen und Dienstleistungen.

Diese Entwicklung verändert die Rolle des Unternehmens im Markt. Neben dem klassischen Handel etabliert Ceconomy zunehmend Plattformfunktionen, die auf Services, Vermarktung und Infrastruktur basieren.

Finanzvorstand Remko Rijnders betonte die Bedeutung dieser Bereiche für die weitere Entwicklung: „Unsere Wachstumsbereiche entwickeln sich weiterhin positiv und sind fester Bestandteil unseres Geschäfts. Unsere Q1-Zahlen bestätigen den eingeschlagenen Kurs.“

Strategische Bedeutung vor Einstieg von

Der Umbau gewinnt zusätzliche Relevanz vor dem geplanten Einstieg des chinesischen Onlinehändlers JD.com. Dieser hatte im Sommer 2025 ein Übernahmeangebot für Ceconomy vorgelegt, das den Konzern mit rund vier Milliarden Euro bewertet. Der Vollzug wird im Laufe des Jahres 2026 erwartet, vorbehaltlich regulatorischer Genehmigungen.

JD.com verfügt über umfassende Erfahrung im Plattformgeschäft und in digitalen Handelsmodellen. Der Ausbau von Marktplatz, Services und Werbeangeboten bei Ceconomy schafft dafür eine strukturelle Grundlage und könnte die Integration erleichtern.

Bereits in den vergangenen Quartalen hatte sich gezeigt, dass insbesondere Service- und Plattformbereiche überdurchschnittlich wachsen. Die aktuellen Zahlen bestätigen diese Entwicklung und verdeutlichen die strategische Neuausrichtung des Konzerns.

Wachstum trotz schwieriger Marktlage

Regional verlief die Entwicklung unterschiedlich. Während Märkte wie Spanien, Italien und die Türkei Zuwächse verzeichneten, blieb die Nachfrage in Teilen der DACH-Region schwächer. Die Konsumzurückhaltung wirkt sich weiterhin auf das klassische Handelsgeschäft aus.

Gleichzeitig profitierten einzelne Produktkategorien von erhöhter Nachfrage, darunter Gaming-Hardware, Computertechnik und Zubehör sowie Haushaltsgeräte. Dennoch zeigt sich, dass die Ergebnisentwicklung zunehmend von margenstärkeren Zusatzgeschäftsfeldern abhängt.

Für Ceconomy markiert diese Entwicklung einen tiefgreifenden strukturellen Wandel: Der Konzern entwickelt sich vom klassischen Elektronikhändler zu einer Plattform, die Handel, Services und digitale Vermarktung kombiniert. Mit dem geplanten Einstieg von JD.com könnte sich dieser Transformationsprozess weiter beschleunigen.

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