Verbraucherstimmung verbessert sich – Kaufneigung bleibt schwach
Die Stimmung der Verbraucher in Deutschland hat sich im August verbessert. Das Konsumklima für September steigt nach den aktuellen Ergebnissen des NIM Konsumklimas powered by GfK um 2,8 Punkte auf -26,6 Punkte. Im Vormonat hatte der Wert revidiert bei -29,4 Punkten gelegen.
Ausschlaggebend für die Verbesserung sind vor allem deutlich gestiegene Einkommenserwartungen. Auch die Konjunkturaussichten hellen sich weiter auf. Die Anschaffungsneigung der Verbraucher bleibt dagegen nahezu unverändert auf einem sehr niedrigen Niveau.
Die Konjunkturerwartungen stiegen im August um 2,4 Punkte auf -3,9 Punkte. Damit verzeichnet der Indikator den vierten Anstieg in Folge. „Zwar liegen die Konjunkturaussichten im Spätsommer noch mehr als sechs Zähler unter dem entsprechenden Vorjahresniveau, dennoch zeigt sich mit dem vierten Anstieg in Folge ein leichter Aufwärtstrend“, erklärt Rolf Bürkl, Head of Consumer Climate beim NIM.
Auch die Einkommenserwartungen entwickelten sich deutlich positiver. Nach einem kurzen Rückgang im Vormonat legte der entsprechende Indikator um 16,2 Punkte auf 1,7 Punkte zu. Damit erreichte er den höchsten Stand seit sechs Monaten. Im Februar hatte der Wert noch bei 6,3 Punkten gelegen.
Für den Handel bleibt die Entwicklung allerdings durchwachsen. Die Anschaffungsneigung konnte von den verbesserten Einkommenserwartungen bislang nicht profitieren. Sie verharrt mit -9,8 Punkten nahezu auf dem Niveau des Vormonats. Nach Angaben des NIM bewegt sich die Konsumneigung damit seit rund vier Jahren auf einem niedrigen Niveau um die minus-10-Punkte-Marke.
Gleichzeitig bleibt die Sparneigung hoch. Zwar ging der entsprechende Indikator leicht um 1,5 Punkte auf 15,5 Punkte zurück, damit liegt er aber weiterhin ungefähr auf dem Vorjahresniveau. Die Verbraucher halten sich bei größeren Anschaffungen somit weiterhin zurück und legen einen vergleichsweise großen Teil ihrer verfügbaren Mittel zurück.
Insgesamt deutet die Entwicklung damit auf eine leichte Verbesserung der Verbraucherstimmung hin, ohne dass daraus bislang eine stärkere Nachfrage nach Konsumgütern entsteht. Für den Handel bleibt die Konsumzurückhaltung damit eine große Herausforderung.