Facebook feiert 15. Geburtstag - und scheint immun gegen Skandale

Geschäft ständig anpassen

Zugleich muss Facebook sein Geschäft ständig anpassen, wie das Online-Netzwerk selbst einräumt. Die Nutzer kommen zwar zu Facebook - und zur Fotoplattform Instagram und dem Chatdienst WhatsApp, die ebenfalls zum Konzern gehören - aber ihr Verhalten ändert sich. Die sogenannten Stories, bei denen man Fotos und Videos für einen Tag für Freunde verfügbar macht, erfreuen sich schnell wachsender Beliebtheit.
Bei Instagram greifen 500 Millionen Nutzer auf die Funktion zu - täglich. Nur: Facebook ist erst dabei, Anzeigeplatz in den "Stories"-Formaten einzurichten. Von den insgesamt sieben Millionen Werbekunden sind erst zwei Millionen in den "Stories" aktiv.
Das zeigt, wie schnell sich Facebook bewegen muss - aber auch wie anpassungsfähig sich das Online-Netzwerk in den vergangenen 15 Jahren erwiesen hat. Instagram und WhatsApp wurden gekauft, bevor sich Facebook gefährlich werden konnten. Die Gründer des Fotodienstes Snapchat schlugen ein Übernahmeangebot aus und landeten mit den "Stories" als erste einen Hit. Facebook kopierte sie kurzerhand für alle seine Produkte und schickte Snapchat in die Krise.

Facebook reparieren

Facebook selbst gibt sich nach den jüngsten Nackenschlägen und Skandalen demütiger als früher. Zum 10. Jahrestag sprach Gründer und Chef Mark Zuckerberg noch von der "Verantwortung", die restlichen zwei Drittel der Erdbevölkerung ins Internet zu bringen. Die hochtrabenden Pläne, das unter anderem mit Satelliten und Drohnen zu erreichen, verliefen sich jedoch. Und Facebook konnte auch nie dem Vorwurf entkommen, das Online-Netzwerk wolle die Leute eigentlich ins Netz bringen, um mehr Nutzer zu bekommen.
Die Ambitionen sind seitdem - notgedrungen - kleiner geworden. Am 10. Jahrestag kündigte Zuckeberg noch an, in seinem zweiten Jahrzehnt werde Facebook mit noch mehr Ressourcen helfen, größere und wichtigere Probleme zu lösen. Inzwischen geht es ihm darum, "Facebook zu reparieren", damit die Plattform nicht wieder zur Manipulation von Wahlen wie in den USA oder zur Anstiftung zum Völkermord wie in Myanmar genutzt wird.



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