5G: Südkoreanisches Dorf wird zum Smart Village

Smarte Landwirtschaft via 5G

Der Aufbau von Smart-Farmen erlaubt den Betreibern jetzt, ihre Felder aus der Ferne zu überwachen und zu bewässern. Jetzt reiche meist ein Knopfdruck, sagt der Landwirt Kim Yong Seob, als er demonstriert, wie durch ein Smartphone-App die Bewässerungsanlage auf einem Feld anspringt. "Ich kann die Äcker selbst von Seoul aus kontrollieren, es ist alles viel bequemer als vorher."
Neben Reis, Sojabohnen, Paprika und anderen Pflanzen lassen sich jetzt laut Kim sogar Erdbeeren, die vorher nie in Daeseong-dong wuchsen, züchten. Auch die Tore der zwei Kilometer entfernten Wasserpumpstation öffnen und schließen sich jetzt per Befehl vom Verwaltungsgebäude des Dorfes aus, vorher waren beim Gang zur Pumpe stets Soldaten dabei. Jedes Haus verfügt über einen Alarmknopf. Wird der im Notfall gedrückt, zeigt das Kim Dong Gu auf dem Monitor an, wo der Alarm ausgelöst wurde.
Selbst der Schulsport und der Unterricht in der einzigen Schule in Daeseong-dong kann dank 5G in einer neuen Dimension erlebt werden. Die nur 30 Schüler der Grundschule, die hier bis zur 5. Klasse reicht, lernen nicht nur früh, zwischen virtueller Realität (VR) und erweiterter Realität (AR) zu unterscheiden und was Mixed Reality (MR) und künstliche Intelligenz (KI) bedeuten, sie lernen auch den Umgang mit Smart-Geräten. Zum Unterrichtsstoff der "Giga School" gehört das Schreiben von Softwareprogrammen für KI-Inhalte. Die elfjährige Lee Da Eun aus der 5. Klasse führt ihr Programm vor, das eine virtuelle Tour durch das Dorf per VR-Brille ermöglicht. "Du kannst alles mit den Augen erleben, und du kannst kreieren, was du willst."
Der Kontrast zwischen dem 5G-Dorf und der gegenüber liegenden Siedlung in Nordkorea könnte größer nicht sein. In Kijong-dong leben dauerhaft keine Zivilisten, sagen Militärs, es ist nur Kulisse. Zwischen beiden Dörfern befindet sich die von Stacheldrahtzäunen umgebene militärische Demarkationslinie.
Vom Dach der Town Hall in Daeseong-dong lassen sich über ein AR-Touchscreen Details in Kijong-dong besser erkennen. Unübersehbar für das normale Auge ist der mit 160 Meter absurd hohe Fahnenmast mit der nordkoreanischen Flagge in Kijong-dong. In Südkorea schaffte es der Mast nur auf knapp 100 Meter. Ein kurzer Druck auf den AR-Monitor und der Betrachter kann den Verlauf des "Flaggenkriegs" auf dem Monitor nachverfolgen.




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