Smart Home 07.06.2016, 09:36 Uhr

Nest-Gründer Fadell verlässt Google-Mutter Alphabet

Die Mitarbeit an Apples Musikplayer iPod gab Tony Fadell im Silicon Valley den Status eines Stars. Jetzt fällt sein Abgang bei Googles Heim-Vernetzer Nest glanzlos aus. Er will sich anderen Branchen widmen.
Nest-Gründer Tony Fadell
(Quelle: Marc Müller)
Führungswechsel bei Googles Milliarden-Zukauf Nest: Der Mitgründer und Chef des Spezialisten für Heimvernetzung, Tony Fadell, ist zurückgetreten.
Die Firma, die Google vor gut zwei Jahren für 3,2 Milliarden Dollar übernommen hatte, ist vor allem für ihren selbstlernenden Heizungsregler mit Internet-Anbindung bekannt. Sie ist inzwischen ein selbstständiger Konzernteil der neuen Google-Mutter Alphabet.
Der 47-jährige Fadell war einst bei Apple maßgeblich an der Entwicklung des Musikplayers iPod beteiligt und gilt als einer der Stars des Silicon Valley. Nest gründete er vor sechs Jahren mit dem Technik-Experten Matt Rogers. Während es schon seit einiger Zeit keine neuen Nest-Produkte gab, geriet Fadell zuletzt wegen seines Führungsstils ins Gerede. Der Gründer des von Nest übernommenen Sicherheitskamera-Anbieters Dropcam, Gred Duffy, kritisierte ihn öffentlich scharf und schrieb, er bereue, sein Unternehmen verkauft zu haben.
Die Runde machte unter anderem Duffys Vorwurf, Fadell verhalte sich wie ein "tyrannischer Bürokrat", der den Fortschritt zurückhalte. Fadell selbst antwortete jetzt in einem Interview mit dem Finanzdienst Bloomberg auf die Frage, ob er ein Tyrann sei: "Man kann kein Omelett machen, ohne die Eier zu zerschlagen. Dieser Stil passt vielleicht nicht für jeden."
Eine nach dem Dromcam-Kauf herausgebrachte Sicherheitskamera blieb das einzige neue Nest-Gerät unter dem Dach von Google und Alphabet. Der Nest-Thermostat und der vernetzte Rauchmelder Nest Protect wurden lediglich erneuert. Beim Protect musste Nest auch noch eine der zentralen Funktionen deaktivieren, die das Gerät von herkömmlichen Rauchmeldern unterscheiden sollte - die Möglichkeit, bei einem Fehlalarm einfach vor der Kamera des Geräts zu winken, um ihn abzustellen. Bei Tests wurde festgestellt, dass auch hektische Bewegungen bei einem tatsächlichen Brand den Alarm abschalten konnten.



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