Glasfaserausbau im Cham 15.01.2019, 11:45 Uhr

Medienbericht: M-net droht finanzielles Fiasko

Ein stockendes Projekt für den Glasfaserausbau im Raum Cham wird Medienberichten zufolge zur millionenschweren Belastung für den Münchner Telekommunikationsanbieter M-net.
(Quelle: Nikolay Antonov/Shutterstock)
Der Münchner Telekommunikationanbieter M-net ist einem Bericht der Münchner Abendzeitung zufolge in eine schwere finanzielle Schieflage geraten.
Auslöser der Krise ist der Glasfaserausbau im Landkreis Cham, für den M-net im Jahr 2017 den Zuschlag erhalten hatte. Geplant war die Versorgung von 8.000 Haushalten und 1.000 Unternehmen mit schnellem Internet, das Auftragsvolumen liegt laut M-net bei 58 Millionen Euro. Während der Bauphase soll es nun aber zu einer extremen Abweichung zu den ursprünglich kalkulierten Kosten gekommen sein.
Im Münchner Rathaus sei dem Bericht zufolge die Rede davon, dass sich M-net auf die mündlichen Aussagen eines Bauunternehmers verlassen habe. M-net selbst betonte hingegen gegenüber der Abendzeitung, man habe an der Ausschreibung "auf Basis des Angebots eines lokalen Dienstleisters" teilgenommen, der "ursprünglich als Infrastrukturpartner für das Projekt vorgesehen" gewesen sei.
Fakt ist, dass der Glasfaserausbau in Cham ins Stocken geriet. Nun stehen Mehrkosten in Höhe von angeblich rund 100 Millionen Euro im Raum. Diese werden wohl in erster Linie von den Stadtwerken München als Hauptanteilseigner von M-net gestemmt werden müssen. 
Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen musste das Projekt neu geplant werden. Wie die Abendzeitung weiter berichtete, soll der Chamer Landrat Franz Löffler nun aber ein Ultimatum gestellt haben: Wenn M-net bis Januar nicht ein Konzept "samt fixem Zeitplan" vorlege, werde der Auftrag neu ausgeschrieben. Die gestiegenen Baukosten müsse unterdessen M-net tragen, schließlich sei das Münchner Unternehmen verantwortlich für die Verzögerungen und man habe einen gültigen Vertrag. Laut dem Bayerischen Rundfunk habe der Landkreis Cham bereits eine erste Vertragsstrafe über eine Million Euro verhängt. Nun könnten langwierige juristische Auseinandersetzungen folgen. 



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