Hands-On 28.02.2014, 10:07 Uhr

Das Samsung Galaxy S5 im ersten Praxistest

Bei der Präsentation konnten wir das neue Samsung-Flaggschiff Galaxy S5 bereits in die Hand nehmen und ausprobieren. Hier kommen unsere ersten Eindrücke.
Kann man das Smartphone ganz neu erfinden? Offenbar nicht, zumindest wenn man das Galaxy S5 betrachtet, das Samsung Anfang der Woche in Barcelona vorgestellt hat. Denn sowohl die Spezifikationen als auch das Design zeigen erst auf den zweiten Blick einige Unterschiede zum Vorgänger Galaxy S4.
Wenig Fortschritte gibt es bei der Hülle: Die Gerüchte im Vorfeld über ein edleres Design mit Metall haben sich nicht bestätigt, das S5 besteht wie der Vorgänger aus Kunststoff. Die Rückseite mit dem Deckel für den austauschbaren Akku ist dabei mit einem perforierten gummiartigen Überzug versehen, der die Griffigkeit erhöht und zumindest wie Leder aussieht. Wer schon mal vorfühlen will, sollte sich ein Mercedes-Taxi aus den 80ern mit Originalsitzbezügen suchen. Ein echter Fortschritt ist immerhin die Resistenz gegen Staub und Wasser, die die Konkurrenz von Sony allerdings auch schon länger bietet.
Aber nun zu den positiven Aspekten: Minimal gewachsen sind das Gehäuse, das nun 145 Gramm wiegt, und das Amoled-Display, das von 5 auf 5,1 Zoll zugelegt hat. Das entspricht einer Diagonalen von 13 Zentimetern. Damit steht viel Fläche zum mobilen Surfen und für Medieninhalte bereit. Ein Highlight ist die Auflösung von 1.920 mal 1.080 Pixeln, also Full-HD.
Da die Anzeige sich zudem der Helligkeit des Umfeldes anpasst, ist die exzellente Qualität auch draußen gewährleistet. Auf eine Biegung, wie sie in einigen Gerüchten angekündigt wurde, verzichten die Koreaner bei diesem Modell. Beim Prozessor haben sich die Meldungen rund um ein Achtkern-Modell ebenfalls nicht bestätigt, stattdessen kommt ein Quadcore-Prozessor von Qualcomm mit immerhin 2,5 GHz zum Einsatz. Bei ersten Rundreisen durch die Menüs und Multimedia-Galerien zeigten sich praktisch keine Verzögerungen. Die 2 GB Arbeitsspeicher und 16 oder 32 GB Datenspeicher sind inzwischen in der Oberklasse Standard. Leider gibt es keine 64-GB-Variante, aber der Speicher kann zumindest per MicroSD-Karte vergrößert werden.

Flinke Kamera

Ein neues Bedienelement ist der Sensor im Home-Button, der den Fingerabdruck des Anwenders beim Darüberstreichen erkennen kann. Diese Funktion entsperrt nicht nur das Gerät, sondern soll auch beim Online-Einkaufen via Paypal zur Identifikation dienen. Neben diesem Sensor gibt es auch einen Herzfrequenzmesser, der sich unterhalb der Kameralinse auf der Rückseite befindet: Einfach den Daumen etwa 10 bis 20 Sekunden drauflegen und schon erscheint der augenblickliche Pulswert im Display. Über spezielle Apps kann dieser aufgezeichnet und ausgewertet werden. Allerdings funktionierte dies im Test nur, wenn der Finger ganz still gehalten wurde - beim Sport muss also trotzdem noch ein professioneller Pulsmesser her.
Für die 16-Megapixel-Kamera versprechen die Koreaner vor allem eine sehr schnelle Auslöseverzögerung und einen rasanten Autofokus, der maximal 0,3 Sekunden benötigt. Im ersten Test bestätigte sich diese Geschwindigkeit, auch die Qualität der Fotos konnte überzeugen. Der HDR-Modus bietet nun eine Vorschau, mit der Anwender entscheiden können, ob sie die Funktion im nächsten Bild verwenden wollen.
Auffällig ist, wie stark die Software des Galaxy S5 modifiziert wurde: Android 4.4 ist zwar weiter als Betriebssystem präsent und kommt auch mit allen neuen Funktionen wie der Sprachsteuerung, doch dazu hat Samsung die Benutzeroberfläche um Elemente wie "My Magazine", eine Zusammenfassung der Streams aus Nachrichten und sozialen Netzwerken, angereichert. Auch die Optik der Apps und Submenüs hat ein Facelift erhalten, was alles deutlich frischer wirken lässt als bei anderen Geräten mit dem gleichen Betriebssystem.
Insgesamt ist das Galaxy S5 - wie seine Vorgänger auch - ein starkes Smartphone, bei dem viele kleine Verbesserungen in der Summe den Reiz ausmachen. Allerdings sollte Samsung endlich mal bei den Materialien wieder einen Schritt nach vorne wagen: Sony und HTC zeigen hier, wie Highend nicht nur technisch Realität werden kann.




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