Interview mit IVS-Geschäftsführer Schweiger 27.12.2013, 10:00 Uhr

Senioren im Fokus

Nach der Übernahme durch Doro beschreibt IVS-Geschäftsführer Helmut Schweiger die Markenstrategie und gibt dem Handel Tipps für die Vermarktung von Seniorengeräten.
Helmut Schweiger, CEO von IVS
(Quelle: Telecom Handel)
Vor einem halben Jahr wurde IVS vom Hersteller Doro übernommen. Telecom Handel sprach mit Helmut Schweiger, CEO von IVS, über die aktuellen Entwicklungen.
Telecom Handel: Seit Mai dieses Jahres ist IVS eine Tochter von Doro. Warum erfolgte diese Übernahme?
Helmut Schweiger: Wir sind seit 2008 Exklusivvermarkter von Doro in Deutschland und haben maßgeblich zur führenden Rolle von Doro­ beigetragen. Unser Plan war, weitere Länder in Osteuropa zu erschließen, das hätten wir aus eigener Kraft jedoch nicht schaffen können. So war es naheliegend, eine Tochter von Doro zu werden, um unsere ehrgeizigen Ziele zu erreichen. Für unsere Handelspartner änderte sich dabei nichts. Sie erhalten das gewohnte, breite Markenportfolio und ich bin auch weiterhin Geschäftsführer der IVS GmbH.
Wie sind die Marken positioniert?
Schweiger: Wir decken eine breite Palette an klar abgegrenzten Marken ab. Der Vorteil für unsere Kunden: Sie haben für ein viel­seitiges Produktportfolio einen Ansprechpartner, einen Lieferanten, eine Logistik. DeTeWe zum Beispiel läuft seit 20 Jahren im Festnetzbereich, wir besetzen hier Nischen wie ein wasserdichtes DECT-Telefon. AEG haben wir neu dazugenommen, als Exklusivvertriebspartner für DACH. Wir bedienen hier vor allem die Nische der Design-Telefone im DECT-Bereich.
Wo stehen die Marken Swissvoice und Doro?
Schweiger: Swissvoice haben wir seit 2005, bekannt wurde die Marke durch ISDN- und DECT-Telefone, die ja als ehemalige Ascom-Produkte eine lange Tradition haben. Wir haben dann Mobiltelefone unter der Marke Swissvoice entwickelt, die jedoch in einem niedrigeren Preissegment angesiedelt sind und nicht im Wettbewerb zu Doro stehen. Doro steht nicht nur für eine umfassende Palette an Mobil- und Festnetztelefonen mit durchdachten Funktionen, sondern auch für Lösungen wie Doro Experience.
Wie will man Doro langfristig positionieren?
Schweiger: Langfristig soll Doro als ‚die‘ Marke für Lösungen für Senioren positioniert werden, die mehr als nur Mobiltelefone bietet, während wir für das mittlere Segment mit "Primo by Doro" eine neue Handy-Marke ins Leben gerufen haben. Damit wollen wir auch das "normale" Handy-Segment besetzen, aus dem die Großen sich zurückziehen, weil sie sich auf Smartphones­ konzentrieren. Es gibt nun einmal noch viele Kunden, die kein Smartphone wollen.
Wie ist die Entwicklung im DECT-Bereich?
Schweiger: Es lässt sich bei den Preisen für normale Telefone kaum noch etwas verdienen, früher haben die Kunden 80 Euro für ein Gerät ausgegeben, heute sind es vielleicht noch 20 Euro. Dafür kann der Händler keine Beratung bieten. Ganz anders sieht es im Bereich der Design-Telefone aus, hier können unsere Handelspartner noch eine gute Marge erzielen, und die Entwicklung ist sehr positiv.



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