Quartalszahlen 29.07.2020, 10:48 Uhr

Telefónica Deutschland im Kerngeschäft unter Druck

Telefónica Deutschland hat im zweiten Quartal - trotz Covid-19 - zwar seine Gesamtumsätze relativ stabil gehalten. Einen deutlichen Rückgang gab es jedoch beim Mobilfunk-Serviceumsatz.
(Quelle: Telefónica)
Der Telekommunikationsanbieter Telefónica Deutschland (O2) hat in der Corona-Krise deutliche Einbußen im Kerngeschäft mit dem Mobilfunk hinnehmen müssen. Auch beim operativen Ergebnis ließ das MDax-Unternehmen im zweiten Quartal Federn, wie aus den Geschäftszahlen der Münchener vom Mittwoch hervorging. Dank der guten Entwicklung bei schnellen Internetanschlüssen und dem Online-Verkauf von Smartphones und Endgeräten hielt das Unternehmen die Gesamterlöse zwar stabil. Die Anleger konnte das aber nicht überzeugen, die Aktie verlor deutlich.
Die Papiere verloren bis zum Mittag rund vier Prozent auf 2,33 Euro und lag damit am MDax-Ende. Das liegt zwar immer noch mehr als ein Fünftel über dem Corona-Tiefstand, jedoch hatte der Kurs der Anteilsscheine zwischenzeitlich bei knapp 2,90 Euro auch schon wieder ein Hoch seit Oktober 2019 erreicht. Weil die Nachfrage nach Endgeräten im Onlinevertrieb überraschend stark ausfiel und auch schnelle Internetanschlüsse gefragt waren, konnte Telefonica den Umsatz im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 0,3 Prozent auf 1,79 Milliarden Euro leicht steigern.
„Den Effekten von Covid-19 konnten wir uns allerdings nicht ganz entziehen“, sagte Vorstandschef Markus Haas. Im Mobilfunkservice - also ohne Geräteverkauf und ohne das Festnetzgeschäft - ging der Umsatz um 3,3 Prozent zurück. Auch Rivale Vodafone hatte hier in Deutschland mit minus 3 Prozent deutlich an Geschäft verloren. Die Telekom legt ihre Zahlen noch vor.
Der O2-Mutter machte unter anderem zu schaffen, dass weniger Reisen mit weniger Roaming-Erlösen einhergingen und Prepaid-Karten nicht so häufig aufgeladen wurden. Im Juni habe sich das aber wieder positiver entwickelt. Kündigungen gingen in der Pandemie zurück, auch die Kernmarke O2 und viele Sim-Karten in vernetzten Geräten trugen zum Wachstum der Mobilfunkanschlüsse bei.
Beim operativen Ergebnis schlug sich die Pandemie noch deutlicher nieder. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sowie vor Sondereffekten sank das Ergebnis (bereinigtes Oibda) um fünf Prozent auf 552 Millionen Euro. Vor allem der Einbruch bei den lukrativen Roaming-Erlösen spielte eine Rolle. Die Corona-Belastungen im Ergebnis bezifferte Telefonica im zweiten Quartal auf 19 Millionen Euro. Analysten hatten im Mittel zuvor mit etwas mehr operativem Gewinn gerechnet.



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