Verkauf 03.11.2015, 15:00 Uhr

Edel-Handy-Schmiede Vertu wird chinesisch

Vertu steht für verschwenderischen Luxus im Handy-Segment: Nun wechselt der Edel-Hersteller den Besitzer, der Käufer kommt aus Fernost.
Vertu Signature Touch
Die Edelhandy-Manufaktur Vertu bekommt einen neuen Besitzer. Wie die Financial Times berichtete, verkauft der bisherige Eigner, der schwedische Finanzinvestor EQT, das Unternehmen an die chinesische Godin Holdings mit Sitz in Hongkong. Über die Höhe des Kaufpreis sowie weitere Einzelheiten des Deals wurde Stillschweigen vereinbart. EQT selbst hatte erst im Jahr 2012 die Edelmarke von dem kriselnden Handy-Hersteller Nokia zum Preis von 200 Millionen Dollar erstanden.
Im Rahmen des Akquisition verlässt auch der bisherige Vertu-CEO Massimiliano Pogliani das Unternehmen. Er sagte, es wäre jetzt an der Zeit, den Staffelstab an ein neues Team weiter zu reichen. Keine Veränderungen gibt es indes beim Firmensitz: Dieser ist nach wie vor im britischen Church Crookham zu finden, wo rund 450 Mitarbeiter ihrer Arbeit nachgehen. Weitere 450 Menschen sind für Vertu im Ausland tätig.   
Nokia hatte Vertu im Jahr 1998 mit dem Ziel an den Start gebracht, das lukrative Geschäft mit Luxusartikeln für Superreiche aufzumischen. Dabei wurde mitunter ein absurder Aufwand betrieben, um die Premiumpreise für die Geräte von bis zu 200.000 Pfund zu rechtfertigen. So kamen bei der Verarbeitung nur edelste Materialien zum Einsatz, die auf Wunsch mit Gold oder Edelsteinen noch weiter aufgewertet wurden, Klingeltöne wurden schon einmal vom London Symphony Orchestra eingespielt.
Das erste Vertu-Telefon wurde im Jahr 2002 ausgeliefert. Bis heute fanden rund 450.000 Geräte mit einem Durchschnittspreis von 5.000 Pfund einen gut situierten Käufer, auch wenn sich die Modelle stets dem Vorwurf ausgesetzt sahen, technisch nicht immer auf der Höhe der Zeit zu sein.
Zuletzt hatte Vertu mit seiner aktuellen Smartphone-Kollektion versucht, bei geringeren Verkaufspreisen mehr Wert auf die technische Ausstattung zu legen - mit diesem Schritt wollte das Unternehmen neue potente Käuferschichten abseits der Superreichen erschließen, die aktuell vor allem von Apple bedient werden.



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