Überleben im Haifischbecken 15.07.2016, 08:05 Uhr

Amazon Marketplace: So lässt sich dort Geld verdienen

Der Amazon Marketplace gilt als Haifischbecken. Doch mit der Strategie eines cleveren Putzerfischs lässt sich dort auch gutes Geld verdienen.
(Quelle: shutterstock.com/littleny)
Von Matthias Hell
Das Image, das Amazon mit seinem Marktplatz bei Händlern hat, könnte besser sein. Es herrsche immenser Preisdruck, jammern die einen. Amazon werte die Bestseller seiner Marktplatzpartner aus und verkaufe sie dann selbst zum Bestpreis, beschweren sich die anderen. Amazon fordere knallharte Serviceleistungen, stöhnen die Dritten. Trotzdem sind nach Schätzungen des Marktplatz-Experten Mark Steier, Betreiber des Weblogs Wortfilter.de, allein in Deutschland 135.000 Marktplatz-Händler bei Amazon registriert.
55.000 nutzen ihren Account gegenwärtig aktiv und generieren so zusammen Umsätze zwischen zehn und 15 Milliarden Euro. Die schiere Freude daran, vom gierigen E-Commerce-Hai Amazon gnadenlos ausgebeutet zu werden, kann es nicht sein, die derart viele Händler auf den Marktplatz treibt.
Stattdessen lässt sich mit der richtigen Strategie auf der Plattform richtig gut Geld verdienen. Alexander Graf, Betreiber des Weblogs Kassenzone.de, bringt es auf den Punkt: "Viele Händler haben Amazon in der Vergangenheit als eine Art Handelspartner betrachtet. Das ist aber falsch. Amazon ist eine Plattform, die man als Marktplatz nutzen kann und bei der es jedem Händler klar sein muss, dass er mit seinem Angebot früher oder später ausgebootet wird - von anderen Händlern oder von Amazon selbst."
Einer, der die Amazon-Plattform für sich zu nutzen weiß, ist Lars Kleff. Er hat zusammen mit seinem Bruder Patrick vor 13 Jahren den stationären Gartenmöbellagerverkauf seines Vaters übernommen und unter dem Namen GAP Aktuell ins Internet gebracht. "Nachdem wir zunächst bei eBay gestartet waren, wurden wir von Amazon angesprochen. Das Wachstum dort ging unglaublich schnell und hatte unser eBay-Geschäft bald abgehängt", berichtet der Händler. Probleme mit Marketplace-Wettbewerbern - oder gar Amazon selbst als Konkurrenten - habe GAP Aktuell nicht: "Unsere Idee war es, möglichst ausschließlich exklusive Artikel anzubieten."
Es reiche bereits aus, von der Industrie einen Artikel in einer anderen Farbe produzieren zu lassen, um dem Wettbewerbsdruck auf dem Marketplace zu entgehen. Lars Kleff kam dabei entgegen, dass bereits sein Vater sehr gute Kontakte mit der Industrie pflegte und die Hersteller GAP Aktuell gerne als Online-Vertriebspartner unterstützten.




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