Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

EU Data Act tritt in Kraft und sorgt für Unsicherheit

Der europäische Data Act soll regeln, wie nicht-personenbezogene Daten genutzt und geteilt werden – etwa von vernetzten Geräten oder über Cloud-Dienste. Während die EU den Rahmen vorgibt, fehlen in Deutschland noch klare Strukturen für Aufsicht und Umsetzung.

Der Data Act regelt den Zugang zu Daten aus vernetzten Geräten, etwa in der Mobilität oder Industrie

© (Quelle: shutterstock / metamorworks)

Europa startet in eine neue Daten-Ära: Seit dem 12. September 2025 gilt der Data Act verbindlich. Die Verordnung verpflichtet Hersteller, Nutzern und autorisierten Dritten Zugang zu Gerätedaten zu gewähren, erleichtert den Wechsel von Cloud-Anbietern und ermöglicht Behörden in Krisen den Zugriff auf Unternehmensdaten. Ziel ist mehr Transparenz, Wettbewerb und neue Geschäftsmöglichkeiten – doch in Deutschland ist der Weg dorthin noch voller Stolpersteine.

Der Data Act verpflichtet Hersteller, die von ihren Geräten erzeugten Daten den Nutzern und autorisierten Dritten zugänglich zu machen. Zudem sollen Cloud-Kunden leichter den Anbieter wechseln können, um Abhängigkeiten zu verringern. Behörden erhalten in Krisensituationen Zugriff auf Unternehmensdaten. Ziel ist ein fairer, transparenter Umgang mit Daten und die Förderung neuer Geschäftsmodelle.

Deutschland hinkt hinterher

Trotz einer Übergangsfrist von 20 Monaten fehlt in Deutschland ein Durchführungsgesetz. Noch ist unklar, welche Behörde die Aufsicht übernimmt und wie Sanktionen ausgestaltet werden. Im Gespräch ist die Bundesnetzagentur als zentrale Instanz, flankiert von der Bundesdatenschutzbeauftragten. Landesdatenschützer warnen jedoch vor einer verfassungsrechtlich problematischen Kompetenzverschiebung.

„Deutschland manövriert sich nicht nur in einen Europarechtsbruch, sondern wird auch zu einem Bremsklotz für eine einheitliche europäische Auslegung des Data Act“, kritisiert Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst. Auch der Verband der Internetwirtschaft Eco mahnt ein entschlossenes Vorgehen an: „Wichtig sind klare Zuständigkeiten, Augenmaß bei Sanktionen sowie eine enge Verzahnung mit bestehenden Rechtsakten wie der DSGVO, dem Data Governance Act und künftig auch dem AI Act“, sagt Eco-Vorstandschef Oliver Süme.

Der Verband hat fünf Kernforderungen formuliert: eine schlanke Aufsichtsstruktur mit der Bundesnetzagentur als zentraler Behörde, differenzierte Bußgelder und gegebenenfalls ein Moratorium für KMU, mehr Beratungs- und Unterstützungsangebote, europäische Leitlinien zur Vermeidung von Doppelregulierung sowie unabhängige Streitbeilegungsstellen nach Vorbild der Telekom-Schlichtung.

Unternehmen sind kaum vorbereitet

Eine Bitkom-Umfrage zeigt: Nur ein Prozent der deutschen Unternehmen hat die Vorgaben bisher vollständig umgesetzt, weitere vier Prozent zumindest teilweise. Die Mehrheit hat noch nicht begonnen oder hält sich gar nicht für betroffen. Das könnte teuer werden: Verstöße gegen den Data Act können ähnlich wie bei der DSGVO mit Bußgeldern geahndet werden.

Besonders betroffen sind Hersteller vernetzter Geräte und Anbieter digitaler Services, aber auch Unternehmen, die Daten in Partnerschaften austauschen oder Cloud-Dienste nutzen. Für sie gilt es jetzt, Datenflüsse zu analysieren, Verträge zu prüfen und Prozesse zur Datenbereitstellung aufzusetzen. Bitkom bietet dazu einen Praxisleitfaden an, der die wichtigsten Fragen beantwortet und konkrete Umsetzungstipps gibt.

Neben Pflichten eröffnet der Data Act auch Spielräume. KMU könnten von faireren Vertragsbedingungen und neuen Datendienstleistungen profitieren. Cloud-Kunden erhalten mehr Flexibilität, und Nutzer vernetzter Produkte mehr Transparenz über die erhobenen Daten. Doch solange die Bundesregierung keine klaren Strukturen schafft, bleibt Rechtsunsicherheit.

Neueste Beiträge

Telekom und 1&1 schalten die MMS Ende Juni ab
Durch die Einführung von Messaging-Diensten wie WhatsApp ist die MMS praktisch in Vergessenheit geraten. Jetzt haben nach Vodafone auch die Telekom und 1&1 angekündigt, dieses Angebot einzustellen.
2 Minuten
20. Mai 2026
Samsung und Google zeigen intelligente Brillen
Auf der Google-Entwicklerkonferenz I/O hat der Webriese zwei Designs einer smarten Brille gezeigt, die zusammen mit Samsung und zwei Brillenmarken entwickelt wurde. Die erste Kollektion soll im Herbst auf den Markt kommen.
3 Minuten
20. Mai 2026
ZVEI wählt Daniel Hager zum neuen Präsidenten
Beim eSummit in Frankfurt hat der Verband der Elektro- und Digitalindustrie heute seine neue Führung vorgestellt. Der Aufsichtsratsvorsitzende der Hager Group übernimmt das Amt für drei Jahre.
3 Minuten
20. Mai 2026
TH-Newsletter-Web-1920x1080.jpg

Die Top-News des Tages direkt aus der Redaktion

mit dem Telecom Handel Newsletter

Das könnte Sie auch interessieren

Gigaset lädt Top-Partner nach Marrakesch - Partner-Incentive
Mit einer Reise nach Marrakesch will Gigaset Professional seine erfolgreichsten Partner für ihren Einsatz im Vertrieb belohnen. Das Incentive soll zugleich den Austausch im B2B-Geschäft fördern und neue Impulse für das kommende Jahr setzen.
2 Minuten
11. Nov 2025
Konkurrenten verlieren im TK-Markt weiter Anteile an die Tekekom
In der neuen großen Studie zum deutschen TK-Markt zeigen der VATM und Dialog Consult, dass die Telekom ihre Marktanteile vor allem im Festnetzbereich und bei den Geschäftskunden weiter ausbauen kann.
4 Minuten
12. Mai 2026
Gigaset stellt den Vertrieb mit einer Doppelspitze neu auf
Nach über 30 Jahren verabschiedet sich der Vertriebschef Clemens Lapawczyk aus der operativen Verantwortung im Vertrieb von Gigaset. Damit werden beim Hersteller das Consumer- und das Professional-Geschäft personell getrennt.
2 Minuten
28. Apr 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige