IFA 2026: Kooperationen rücken zusammen
Was jahrelang undenkbar schien, nimmt Gestalt an: Euronics, Expert und ElectronicPartner haben einen Grundsatzbeschluss für einen gemeinsamen Auftritt auf der IFA 2026 gefasst. Nicht mehr verstreut über das Messegelände, sondern Seite an Seite in einer eigenen Handelszone. Das finale Konzept wird derzeit noch ausgearbeitet.
Herzstück des neuen Fachhandelsauftritts ist die IFA Retail Innovation Zone, die in der unteren Ebene des CityCube entstehen soll. Die IFA bündelt dort sämtliche handelsrelevanten Angebote an einem Ort: Lounges der Handelspartner, Masterclasses und Workshops zu Retail-Themen, interaktive Experience Zones, ein Streaming Studio, eine Fachbesucher-Lounge mit Frühstücksangebot sowie einen Startpunkt für geführte Messerundgänge. Ein eigener Shuttle soll die Zone mit dem übrigen Messegelände verbinden. Es handelt sich nicht um einen klassischen Messestand mit Endverbraucher-Ausrichtung, sondern um einen internen Anlaufpunkt für den Fachhandel.
Lindner beschrieb den Ansatz als Vereinfachung für den Handel: Der Fachhändler habe künftig genau einen Anlaufpunkt für seine eigenen Themen, von der Logistik über Dienstleistungen bis hin zu branchenspezifischen Workshops. Zugleich solle der gemeinsame Auftritt ein Signal an Medien und Industrie sein, dass der Fachhandel weiterhin hohe Relevanz besitze.
Der IFA Retail Leaders Summit geht 2026 in die zweite Runde und soll am 3. September, einen Tag vor Messebeginn, stattfinden. Im vergangenen Jahr kamen laut IFA-Angaben 150 internationale Top-Retailer zusammen, 92 Prozent davon mit Entscheidungsbefugnis, mit einer kumulierten Kaufkraft von 44,8 Milliarden Euro.
Buchungslage über Vorjahr, Top-Aussteller an Bord
Zur allgemeinen Lage der IFA 2026 berichtete Lindner, die Buchungen lägen zum gleichen Zeitpunkt über dem Vorjahresniveau. Mit wenigen Ausnahmen seien die 30 bis 40 größten Aussteller bereits unter Vertrag. LG habe einen Dreijahresvertrag abgeschlossen und wolle TV wieder stärker in den Vordergrund rücken – ein Punkt, den Lindner angesichts der laufenden Konsolidierung im Markenumfeld als besonders wichtig für die Branche bezeichnete.
Im Bereich Halbleiter und Tech-Plattformen laufen Gespräche mit Nvidia und weiteren Unternehmen, die laut Lindner teilweise von sich aus auf die IFA zugekommen seien. Namen nannte er erst nach Vertragsunterschrift. Auch um die Netzbetreiber bemüht sich die IFA weiterhin, da diese aus Sicht Lindners zum Portfolio der IFA gehörten. Vodafone hatte sich 2015 zurückgezogen, die Telekom war zuletzt 2019 mit einem großen Stand präsent und kehrte nach der Corona-Pause nicht zurück.
Ausblick: KOOP 2027 möglicherweise mit ElectronicPartner
Die KOOP selbst, die bisher von Expert und Euronics gemeinsam veranstaltet wird, könnte im kommenden Jahr breiter aufgestellt sein. ElectronicPartner-Vorstand Matthias Assmann sagte auf dem Branchentreff in Hannover, dass er sich eine Teilnahme seiner Kooperation an der KOOP 2027 sehr gut vorstellen könne. Expert-Vorstandsvorsitzender Stefan Müller betonte, das Konzept sei offen und weitere Partner willkommen. Die nächste KOOP ist für den 20. und 21. Februar 2027 in Hannover terminiert.