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Lesedauer 4 Min.

Telekom legt bei Glasfaser und Serviceumsätzen zu

Der Konzern zeigt im dritten Quartal stabile Zahlen: Glasfaser gewinnt an Fahrt, der Mobilfunk hält Kurs, und das Servicegeschäft wächst – trotz schwacher Konjunktur. Die Entwicklung in Deutschland bleibt gemischt, aber strategisch klar ausgerichtet.
© (Quelle: Deutsche Telekom)

Die Deutsche Telekom geht mit einem soliden dritten Quartal in den Jahresendspurt. Während das internationale Geschäft – vor allem in den USA – die Bilanz klar stützt, zeigt sich der Heimatmarkt Deutschland zweigeteilt. Der Rückgang bei klassischen Festnetzanschlüssen hält an, zugleich wächst die Glasfaserbasis schneller als in jedem Quartal zuvor.

Konzernchef Timotheus Höttges beschreibt die Lage offen: „Unser Marktumfeld ist nicht einfach. Wettbewerber kürzen ihre Investitionen oder verkleinern ihre Mannschaft. Umso mehr freue ich mich, dass ich heute ein anderes Bild zeichnen kann.“ Die Telekom meldet im Kernmarkt Deutschland zwar leicht sinkende Breitbandzahlen, aber eine weiterhin steigende Zahlungsbereitschaft im Bestand. Der monatliche Durchschnittsumsatz pro Breitbandanschluss legte im Jahresvergleich um 3,6 Prozent zu.

Vor allem die Glasfaserentwicklung fällt ins Gewicht. Mit 155.000 neuen FTTH-Kunden erzielte das Unternehmen einen neuen Quartalsrekord. Die Zahl der Haushalte, die einen Glasfaseranschluss buchen oder bereits nutzen können, steigt im Inland auf knapp zwölf Millionen. Höttges sieht darin den Effekt einer veränderten Strategie: „Wir bauen schneller, smarter und nachhaltiger aus.“ Gleichzeitig spricht er ein strukturelles Problem klar an: Die Take-up-Rate bleibt Branchenproblem. Trotz Milliardeninvestitionen entscheiden sich viele Haushalte nicht sofort für einen Glasfasertarif.

Auch beim Mobilfunk läuft das Geschäft stabil. 314.000 neue Vertragskunden wurden im dritten Quartal gewonnen. Die Wechslerrate sank leicht und liegt nun bei 0,8 Prozent. CFO Christian Illek verweist auf die robuste Entwicklung: „Das Produktportfolio wird sehr gut angenommen und wir konnten die Marktführerschaft behaupten.“

Deutschland bleibt unter Druck, Konzernprognose erneut erhöht

Im Festnetzgeschäft belasten weiterhin drei Faktoren: ein außergewöhnlich starkes B2B-Vorjahresquartal, die aktuelle wirtschaftliche Schwäche vieler Geschäftskunden sowie rückläufige Wholesale-Umsätze. Organisch sanken die Serviceumsätze im Festnetz leicht. Trotzdem steigt das Ergebnis dank Preisstabilität und höherwertigen Tarifen, wenn auch nur minimal um 0,1 Prozent.

International zeigt der Konzern ein deutlich anderes Bild. T-Mobile US wächst in allen Kennzahlen schneller als die Branche. Der Zuwachs von 2,3 Millionen Vertragskunden ist ein Rekord. Die US-Tochter erhöht ihre Prognose, der Konzern folgt. Das EBITDA AL soll nun rund 45,3 Milliarden Euro erreichen, der Free Cashflow rund 20,1 Milliarden Euro. Beim bereinigten Ergebnis je Aktie peilt die Telekom rund 2,00 Euro an.

Höttges macht keinen Hehl daraus, woher die Dynamik kommt: „Wir profitieren stark von T-Mobile US.“ In Deutschland setzt der Konzern dagegen stärker auf Anpassung und Effizienz – unter anderem durch KI im Netzausbau, im Service und im internen Wissensmanagement. Der Chatbot „FragMagenta“ erreicht laut Höttges inzwischen eine Erstlösungsquote von 55 Prozent.

Der Konzern stärkt zudem das Standortthema. In München eröffnet im Januar die neue KI-Fabrik, ein Infrastrukturprojekt, das Höttges bewusst selbstbewusst präsentiert: „Zwischen Idee und Eröffnung liegen sechs Monate. Das steht sinnbildlich fürs Machen. Und zwar in Gigaspeed.“

Die Dividende soll für 2025 auf 1,00 Euro steigen – die höchste in der Unternehmensgeschichte. Voraussetzung sind die üblichen Gremienentscheidungen.

Glasfaser bleibt strategischer Kern

Die Telekom bleibt beim Ausbau ambitioniert. 2025 ist bereits ein Rekordjahr mit 1,7 Millionen neu erschlossenen Haushalten. Der Konzern will jährlich weitere 2,5 Millionen Anschlüsse schaffen, den Fokus auf ländliche Regionen verstärken und den Ausbau in Mehrfamilienhäusern beschleunigen. Höttges fordert dabei deutliche politische Unterstützung: „Das Kernproblem ist die viel zu niedrige Take-up-Rate. Helfen würde es uns etwa, wenn der Staat als Nutzer Glasfaser verbindlich verwenden würde.“ Auch schnellere Genehmigungen wären für den Konzern relevant.

Die Entwicklung im TV-Markt zeigt einen Dämpfer nach dem EM-bedingt starken Vorjahr. Die 27.000 neuen Kunden fallen deutlich unter den Wert von 2024. Der Wettbewerb bleibt intensiv, auch im Festnetzbereich.

Die Telekom zeigt ein kräftiges Wachstum im Servicegeschäft, stabile Erlöse im Mobilfunk und Rekordwerte beim Glasfaserausbau. Die Zahlen aus Deutschland wirken im Vergleich dazu verhaltener, aber nicht schwach. Preisstabilität und die strategische Verschiebung hin zu Glasfaser und Mobilfunk tragen die Bilanz, während der klassische Festnetzmarkt weiter schrumpft. Der Wettbewerb bleibt hart, und die Nachfrage nach Glasfaseranschlüssen kommt langsamer voran, als es die Ausbaukosten erfordern würden.

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